Die Zahl der Neuinfektionen in der Stadt Würzburg ist am Freitag nach Angaben der Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) erneut über den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über die letzten sieben Tage. Die Zahlen steigen weiter an. Nun hat die Stadt Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen.
Bereits am Mittwoch zeichnete sich diese Entwicklung ab. Das Gesundheitsamt von Stadt und Landkreis Würzburg teilte mit, dass die 7-Tage Inzidenz der Stadt bei 48,46 liege. Im Landkreis beträgt der Wert 16,25. Laut RKI lag der Wert am Donnerstag bei 52,4. Am Freitagmorgen meldete das RKI in seinem Dashboard einen Wert von 57,9. Der bundesweit geltende Grenzwert liegt bei 50. In Bayern ist bereits 35 ein sogenannter Frühwarnwert. Ab diesem Wert können Einschränkungen erlassen werden.

RKI-Zahlen für Würzburg: So viele Infizierte, Tote und Genesen gibt es

Die Zahl der Neuinfektionen in Würzburg ist in den letzten Tagen deutlich angestiegen. So sehen die Zahlen im Detail aus (Stand 11.09., 0:00 Uhr)
  • Zahl der Infizierten: 631
  • Zahl der Neuinfektionen: 10
  • Zahl der Toten: 52
  • Fälle pro 100.000 Einwohner: 493,4
  • 7-Tage-Inzidenz: 57,9

Corona-Regeln Würzburg: Zweiter Test für Reiserückkehrer - Verlängerung der Quarantäne

Rund die Hälfte der Neuinfektionen lässt sich nach Angaben des Gesundheitsamtes auf Reiserückkehrer und deren Kontaktpersonen zurückführen. Aus diesem Grund führt die Stadt laut einem Bericht des Bayrischen Rundfunks bei Reiserückkehrern einen zweiten Test durch. Das teilte ein Pressesprecher dem BR mit. Erst nach dem zweiten Test, der nach fünf bis sieben tagen nach Ankunft durchgeführt werden soll, werden Urlauber aus der Quarantäne entlasse.

Corona in Würzburg: Entwicklung in den kommenden Wochen entscheidet über weitere Regeln

„Diese Werte kommen zum Ende der Urlaubszeit und der Reiserückkehrer-Welle nicht überraschend“, so der zuständige Kommunalreferent Wolfgang Kleiner nach Angaben des BR. Es komme nun auf die nächsten 14 Tage an, betont Oberbürgermeister Christian Schuchardt: „Wir sind jetzt weiter verstärkt aufgefordert, die Hygienemaßnahmen einzuhalten und unsere Mitmenschen verstärkt zu schützen.“ Er appellierte an die Würzburger, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

Corona-Regeln in Würzburg: Stadt beschließt Einschränkungen und Alkoholverbot

Auf die steigende Zahl an Neuinfektionen reagierte die Stadt Würzburg am Donnerstag mit weiteren Einschränkungen. Diese Regeln gelten nun:
  • Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen wird die Teilnehmerzahl auf 50 beschränkt
  • Bei privaten Veranstaltungen im Freien werden die Teilnehmerzahlen von 200 auf 100 heruntergesetzt. Dies gilt auch für private Veranstaltungen in angemieteten Clubs und Diskotheken sowie beispielsweise Hochzeiten oder Familienfeiern, die innerhalb von Gastronomiebetrieben stattfinden.
  • Der Konsum von Alkohol auf der Alten Mainbrücke ist jeweils von Freitag bis Sonntag in der Zeit von 16 bis 6 Uhr des Folgetages an diesem und dem folgenden Wochenende verboten.
Ein Glas Wein auf der Alten Mainbrücke: An den kommenden beiden Wochenenden ist das von Nachmittag bis zum frühen Morgen verboten.
Ein Glas Wein auf der Alten Mainbrücke: An den kommenden beiden Wochenenden ist das von Nachmittag bis zum frühen Morgen verboten.
© Foto: pixabay

Corona in Bayern: Diese Städte sprengen die Grenzwerte

In den vergangenen Wochen haben immer wieder Städte in Bayern die Grenzwerte gesprengt.
  • Am Freitag überschreitet Memmingen mit einer 7-Tage-Inzidenz von 57 den Grenzwert weit.
  • Auch in Rosenheim ist der Wert mit 60 weiter hoch.
  • Landshut rutschte am Donnerstag wieder unter den bundesweit geltenden Grenzwert, liegt aber mit 38,7 über dem in Bayern geltenden Wert von 35. Auch Am Freitag lag der Wert bei 37,8.
  • München ist mit 39,3 weiter über dem in Bayern geltenden Frühwarnwert. Der Wert ist im Vergleich zum Vortag leicht gestiegen.
  • Auch Nürnberg ist mit 38,4knapp über dem Frühwarnwert.

Corona-Regeln in Bayern: Diese Einschränkungen beschließen die Städte

Erreicht die Stadt den Grenzwert können neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen werden. Welche ist jedoch von Stadt zu Stadt unterschiedlich:
  • In Rosenheim und Landshut gelten Kontaktbeschränkungen. Es dürfen sich nur Gruppen bis fünf statt zehn Personen in der Öffentlichkeit oder in Gaststätten treffen.
  • In Landshut gilt zudem eine Maskenpflicht im Unterricht auch für Schüler der Grundschule.
  • In Rosenheim sollen die bereits am 25. August in Kraft getretenen Beschränkungen. Dort sind Teilnehmerzahlen von Veranstaltungen begrenzt worden.
  • Memmingen will keine neuen Regeln einführen, weil es sich bei den neuen fälle fast ausschließlich um Reiserückkehrer handle.

Corona in Bayern: So ist die Lage im Freistaat

Laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Bayern (LGL) sind Stand 10.09, 8:00 Uhr 60.986 Corona-Fälle gemeldet worden. An oder mit Corona verstorben sind 2642 Menschen in Bayern. Das LGL gibt auf einer interaktiven Karte die 7-Tage-Inzidenz der einzelnen Kreise und Städte an.