Bayern hat Lockerungen für die Corona-Regeln für Gastronomie und Sportler beschlossen. Gleichzeitig warnte Ministerpräsident Markus Söder vor der anhaltenden Gefahr durch das Coronavirus. Die Zahl an Neuinfektionen überschreitet in München weiter den kritischen Grenzwert.

Corona Bayern: Zahlen der Neuinfektionen in München weiter über Frühwarnwert

Die Stadt München sprengt weiter den in Bayern geltenden Grenzwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über die letzten sieben Tage. Der Wert der 7-Tage-Inzidenz lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Mittwoch bei 35,7. Am Montag lag der Wert bei 41,32 wie die Landeshauptstadt mitteilte und damit auch weit jenseits des Frühwarnwerts von 35. Gleichzeitig hat Ministerpräsident Söder am Dienstag Lockerungen für die Corona-Regeln in der Gastronomie bekanntgegeben.

Steigende Neuinfektionen: Bayern und Baden-Württemberg legen eigene Grenzwerte fest

Neben der in ganz Deutschland geltenden Grenze von einem 7-Tage-R-Wert von 50, gibt es in verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Grenzwerte.
  • In Bayern liegt die Messlatte niedriger. Dort greift die Notbremse ab einem 7-Tage-R-Wert von 35.
  • In Berlin liegt die Grenze bei 30
  • Niedersachsen greift bei einem Wert von 30 bis 35 ein.
  • In Baden-Württemberg gilt ab einer Marke von 35 eine Vorwarnstufe.
In Bayern wird der Grenzwert mit Frühwarnwert bezeichnet. In Baden-Württemberg hingegen heißt er Vorwarnstufe. Der 7-Tage-R-Wert gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich in den letzten sieben Tagen mit dem Coronavirus infiziert haben.

Corona in Bayern: Ministerpräsident Söder warnt vor Gefahr durch Coronavirus

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat mit deutlichen Worten auf die anhaltende Gefahr durch das Coronavirus hingewiesen. „Es ist naiv zu glauben, dass Corona vorbei ist“, sagte Söder am Dienstag nach einer Sitzung seines Kabinetts in München. „Winter is coming“, warnte Söder mit Blick auf die bevorstehende kalte Jahreszeit. „Es ist nicht die Zeit für Experimente, sondern für kluges Vorgehen.“ Gleichzeitig lockerte die Regierung aber die Bestimmungen, etwa für Gastronomie und Breitensport.

Corona-Regeln in Bayern: Bars und Kneipen dürfen wieder öffnen

Nach monatelanger Zwangspause dürfen ab übernächstem Wochenende (19. September) Bars und Kneipen unter bestimmten Auflagen wieder öffnen - nicht aber Clubs und Diskotheken. „Das könnten Infektionsbomben werden“, sagte Söder. Für Schankwirtschaften sollen künftig die gleichen Regeln gelten wie bisher schon für Speisewirtschaften, zudem muss in geschlossenen Räumen die Bedienung am Tisch erfolgen - Stehen am Tresen soll für Gäste nicht möglich sein.

Video Bayern: Corona-Zwangspause endet für Bars und Kneipen

An diesen Plätzen darf nicht getrunken werden

Wie die „Bild“ zuerst berichtete, wurden in einer überarbeiteten Version einer Allgemeinverfügung der Stadt München Plätze ausgewiesen, an denen das Trinken von Alkohol bis auf weiteres verboten sein soll. An diesen „Hotspots“ habe es zuletzt besonders viele Verstöße gegen die Hygieneregeln gegeben.
Diese sind:
  • Baldeplatz
  • Gärtnerplatz
  • Gerner Brücke
  • Isarauen zwischen Reichenbachbrücke und Wittelsbacherbrücke
  • Wedekindplatz
Der Bayrische Verwaltungsgerichtshof hatte das erste Alkoholverbot der Stadt gekippt. Dieses hätte im gesamten öffentlichen Raum gegolten. Das sei unverhältnismäßig, urteilten die Richter.

Nach Corona Testpanne: Bayern schließt Testzentren an Autobahnen und Bahnhöfen

Bayern schließt seine hochumstrittenen Testzentren an Autobahnen und Bahnhöfen. Sie sollen zum 30. September mit dem Ende der Hauptreisezeit verschwinden. „Wir verlagern das niedrigschwellige Angebot vom Grenzbereich dorthin, wo man ist“, sagte Söder. Es solle dort gelockert werden, wo es wenig Infektionen gibt. Wo das Geschehen stärker wird, sollen die Maßnahmen verstärkt werden. Die Hauptlast bei den Tests sollen künftig kommunale Testzentren in den Landkreisen tragen.
Ein Autofahrer wird in Bayern getestet.
Ein Autofahrer wird in Bayern getestet.
© Foto: Sven Hoppe/dpa

Lockerungen in Bayern: AmateurFußball vor Zuschauern erlaubt

Der gesamte Amateur-Wettkampfsport in Bayern darf aufatmen. Alle Spiele und Trainingseinheiten werden wieder freigegeben - mit bis zu 400 Zuschauern. Die Regelungen gelten nicht nur für den Fußball, sondern auch für alle anderen Sportarten, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erklärte. Zuvor hatten vor allem die 4300 Fußball-Vereine im Freistaat Druck gemacht.

Söder verkündet Maskenpflicht: Regelung greift bei bestimmten Veranstaltungen

Wie der Merkur berichtet, ändert Bayern gleichzeitig die Teststrategie. Die Corona-Teststationen an den Autobahnen in Grenznähe und an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg werden zum Ende der Hauptreisezeit zum 30. September eingestellt. Die freiwerdenden Testkapazitäten sollen dem Kabinettsbeschluss zufolge stattdessen „bedarfsorientiert“ etwa für die Testzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung stehen. Lediglich die Teststationen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen bleiben. Zuletzt hatte es in Bayern eine große Test-Panne gegeben, die bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte.