Österreich hat mit der zweiten Welle der Coronainfektionen zu kämpfen. Am Donnerstag etwa waren binnen eines Tages nach Angaben von oe24.de 403 Neuinfektionen gemeldet. An den beiden folgenden Tagen (Stand Samstag, 5.9.2020, 7 Uhr) liegen die Werte mit jeweils 346 Neuinfektionen darunter, aber immer noch auf dem Niveau von Mitte April..
Unterdessen gibt es zwischen der Regierung um Kanzler Sebastian Kurz und den Bundesländern Streit um die Maßnahmen gegen das Coronavirus. Eine Maßnahme - die sogenannte Corona-Ampel - aber ist am Freitag vorgestellt und eingeführt worden.

Corona-Zahlen für Österreich: Wien neuer Corona-Hotspot?

Mehr als die Hälfte der Fälle, 203 Neuinfektionen, entfallen auf die Hauptstadt Wien, wie das Nachrichtenportal oe24.de unter Berufung auf Angaben des Gesundheitsministeriums berichtet.
Das sind die Zahlen für Österreich laut Dashboard des Gesundheitsministeriums (Stand 5.9.2020, 7 Uhr):
  • Zahl der Infizierten: 28.869
  • Zahl der aktiven Fälle: 3481
  • Zahl der Toten: 735
  • Zahl der Genesenen: 24.513

Anstieg an Neuinfektionen: So ist die Lage in den Bundesländern

In Österreich sind ähnlich wie in Deutschland die Bundesländer unterschiedlich stark von Corona betroffen. So viele aktive Fälle wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den Ländern gemeldet (Stand 3.9.2020):
  • 203 Neuinfektionen in Wien
  • 60 Neuinfektionen in Niederösterreich
  • 56 Neuinfektionen in Tirol
  • 30 Neuinfektionen in Steiermark
  • 29 Neuinfektionen aus Oberösterreich
  • Zwölf aus Salzburg
  • Neun neue Fälle in Voralberg
  • Drei Neuinfektionen aus Kärnten
  • Lediglich eine neue Infektion im Burgenland

Coronaregeln in Österreich: Start einer Corona-Ampel nach zuletzt hohen Fallzahlen

Die Bundesregierung hat am Donnerstagnachmittag mit den Ländern beschlossen, eine sogenannte Corona-Ampel einzuführen. Diese soll mit den Farben grün, gelb und rot anzeigen, welche Regionen Österreichs besonders von dem Virus betroffen sind. Nach Informationen des Münchner Merkur kam es schon vor der Sitzung zum Streit, weil Experten Oberösterreich und Wien in eine Wanrstufe einordnen wollten.
Die Ampel zeigte zum Start am Freitag Gelb für die drei größten Städte Wien, Graz und Linz sowie den Tiroler Bezirk Kufstein an der Grenze zu Bayern, sonst landesweit Grün. In den „gelben Regionen“ sei die Lage stabil, erfordere aus Sicht der Experten aber Zusatzmaßnahmen, betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne): „Derzeit sind wir weit von Orange weg. Bitte nicht dramatisieren.“
Kriterien für die Ampelfarben sind dabei nicht nur wie bei der Corona-Obergrenze in Deutschland die Fallzahlen über sieben Tage. Auch deren Nachverfolgbarkeit, ob Erkrankte sich auf Reisen oder vor Ort anstecken und die Auslastung der Krankenhäuser spielen eine Rolle, ebenso die Gesamtzahl an Tests und Faktoren wie Tourismus. Nachdem eine 19-köpfige Expertenkommission die Lage bewertet, liegt die Entscheidung über Maßnahmen aber bei der Politik.

Österreich denkt über verschärfte Maßnahmen nach

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz denkt derweil darüber nach, die Corona-Regelung im Lande zu verschärfen. Grund sieht er in den steigenden Zahlen von Neuinfektionen. Im Herbst will die Regierung die Situation neu prüfen. Es werde „zumindest Appelle geben, möglicherweise aber auch die eine oder andere Verschärfung“. Die ab Donnerstag geltenden Lockerungen für Veranstaltungen sehe er mit einer „gewissen Skepsis“. Möglich sei, dass hier ein „Schritt zurück“ gemacht werden müsse. Auch Schulschließungen seien nicht auszuschließen, allerdings werde man zuerst einzelne Schüler absondern oder Klassen schließen und erst danach - falls notwendig - die ganze Schule, sagt Kurz gegenüber dem ORF.

Einreisebestimmungen Österreich: Das gilt für Urlauber an der Grenze

Das Einreise-Chaos für Kroatien-Rückkehrer am Karawanken-Tunnel soll sich nicht wiederholen. Statt lückenloser Kontrollen wird es nur noch stichprobenartige Checks an der slowenisch-österreichischen Grenze geben. Unter dem Chaos mit bis zu 15 Stunden Wartezeit hatten vor allem deutsche Touristen gelitten. Grundsätzlich ist die Ein- und Durchreise aus Deutschland problemlos möglich. Nur wer sich in den zehn Tagen davor in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten hat, muss für die Einreise einen negativen PCR-Test nachweisen oder in der Quarantäne nachholen. Österreich verzeichnet in einigen Touristenzielen sehr passable Übernachtungszahlen, manche Seilbahnen haben mehr Fahrgäste als im vergangenen Sommer. Die Infektionszahlen in Österreich sind zuletzt wieder angestiegen, aber kaum jemand muss ins Krankenhaus. Eine Maskenpflicht gilt etwa in Supermärkten, Apotheken und in allen öffentlichen Verkehrsmitteln.

Reisebestimmungen Österreich: Verstärkte Gesundheitskontrollen

Österreich verstärkt seit Donnerstag die Gesundheitskontrollen am Grenzpass Brenner. Anlass seien die steigenden Zahlen von Corona-Infektionen, die zu einem nicht geringen Teil auf Reise-Rückkehrer vom Balkan zurückgingen, teilte das Land mit. „Auf die Entwicklungen bei den Infektionszahlen müssen wir rasch und angemessen reagieren“, so Tirols Landeschef Günther Platter.
Stichprobenartig kontrolliert wird auf der Brenner-Bundesstraße und dem dortigen Autobahn-Übergang zwischen Italien und Österreich. Die Überprüfungen ergänzen die schon praktizierten Kontrollen zu Slowenien und Ungarn.
Rückkehrer aus Risikogebieten wie dem Westbalkan brauchen für die Einreise eine Bescheinigung über einen negativen Coronatest oder müssen ihn bald nachholen. Die Durchreise ist auch ohne Test erlaubt.

Einreise nach Österreich: Wer darf in Österreich Urlaub machen?

EU-Bürger (und Bürger der Schweiz), die in Österreich Urlaub machen wollen, dürfen derzeit ohne PCR-Test auf das Corona-Virus und ohne Quarantäne einreisen – wenn sie aus folgenden Ländern kommen:
  • Andorra
  • Belgien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Estland, Finnland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Irland
  • Island
  • Italien
  • Lettland
  • Liechtenstein
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malta
  • Monaco
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Polen
  • San Marino
  • Schweiz
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien (nur die Kanaren)
  • Tschechien
  • Ungarn
  • Vatikan
  • Vereinigtes Königreich
  • Zypern
Nicht-EU-Bürger, die von außerhalb des EU-/Schengenraums nach Österreich kommen, dürfen grundsätzlich NICHT einreisen.