Im schwedischen Jonköping haben Eltern ihre drei Kinder vier Monate lang nicht aus dem Haus gelassen, weil sie fürchteten, sie könnten sich mit dem Coronavirus anstecken. Ein Verwaltungsgericht hat nun entschieden, dass es richtig war, die Kinder im Alter von zehn bis 17 Jahren von den Behörden betreuen zu lassen. Das berichtete der Radiosender P4 Jonköping.

Ulm

Aus Angst vor Corona in Schweden: Eltern vernageln Haustür mit Brettern

Dem Urteil zufolge hatten die Eltern die Haustür mit Brettern vernagelt. Die Kinder durften auch zueinander keinen Kontakt haben und mussten in ihren Zimmern bleiben. Im Juli griffen die Sozialbehörden ein und brachten die drei woanders unter.

Eltern bestreiten Vorwürfe

Der Anwalt der Kinder, Mikael Svegfors, sagte dem Sender, die Eltern hätten nicht die schwedischen Nachrichten, sondern die ihres Heimatlandes verfolgt, in dem strengere Ausgangsbeschränkungen verhängt wurden.Die Eltern bestritten vor Gericht, die Kinder eingesperrt zu haben und kündigten an, das Urteil anzufechten.

Keine Ausgangsbeschränkungen in Schweden während Corona-Krise

Anders als die restlichen europäischen Länder hatte Schweden in der Corona-Krise keine Ausgangsbeschränkungen angeordnet und auch die meisten Schulen offen gelassen. Die Strategie ist umstritten: Mit mehr als 5800 Corona-Todesfällen und 84.000 Infektionsfällen zählt Schweden zu einem der am stärksten betroffenen Länder.

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