Die ersten Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg öffnen jetzt ihre Pforten für Besucherinnen und Besucher. In der Alarmstufe gelten strenge Corona-Regeln. Fast überall in Deutschland sind die Weihnachtsmärkte, wenn überhaupt, nur mit 2G-Regeln möglich, andere wie beispielsweise alle Märkte in Bayern, darunter der beliebte Christkindlmarkt in München, sind abgesagt.
Bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag (18.11.2021) wurden unter anderem die Möglichkeit eines Lockdowns sowie flächendeckende 2G-Regeln besprochen. Können Weihnachtsmärkte dieses Jahr wie gewohnt stattfinden? Im Überblick:
  • Was beschließen die Ministerpräsidenten bei der MPK heute für Veranstaltungen?
  • Welche Regeln zu 2G oder 2G-Plus könnten an Weihnachten gelten?
  • Ist ein erneuter Lockdown zu Weihnachten 2021 möglich?
  • Die aktuellen Beschlüsse vom Corona-Gipfel findet ihr hier.

Weihnachtsmärkte 2021 Corona: Welcher Weihnachtsmarkt findet statt?

Bayern hat wegen der Coronalage sämtliche Weihnachtsmärkte am Freitag, 19.11.2021, abgesagt. Außerdem werden Klubs, Bars und die gesamte Nachtgastronomie wieder geschlossen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag nach einer Sitzung seines Kabinetts in München sagte. Es müsse dort vorgegangen werden, wo es die meisten Ansteckungen gebe, sagte der Regierungschef zur Begründung.
Der Münchner Christkindlmarkt war bereits zuvor im Süden Deutschlands einer der ersten Weihnachtsmärkte gewesen, die komplett abgesagt wurden. Söder plädierte angesichts der steigenden Coronazahlen – Bayern ist weit oben mit dabei – für eine komplette Absage der Märkte. Heute treffen sich die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder zum Corona-Gipfel und besprechen, wie es mit den Corona-Regeln zu 2G, 3G und Lockdowns in Deutschland weitergehen soll.
Auch der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt von Stuttgart soll stattfinden. Das haben Vertreter der Stadt und des Veranstalters am Donnerstag bekanntgegeben. Der Start ist wie geplant am 24. November. Ob es dabei bleibt und ob die Vorgaben noch mal verschärft werden, ist derzeit aber noch unklar. Mark Roschmann vom Schaustellerverband Südwest rechnet jedoch so kurzfristig mit keiner Absage mehr. Stattdessen werde beim Hygiene-Konzept nachgeschärft, ist er überzeugt.
Auch Karlsruhe hält an seinem Christkindlesmarkt und dem Beginn am kommenden Montag fest. Mit der Alarmstufe gilt hier gleichfalls die 2G-Regel. Für die Gastro-Bereiche mit Glühwein, Bratwurst und Waffeln sehen die Veranstalter Zäune zur Absperrung vor. Die Weihnachtsmärkte in Freiburg, Heidelberg und Konstanz am Bodensee starten ebenfalls bereits an diesem Donnerstag.

Abgesagt oder 2G-Regel: Welche Weihnachtsmärkte sind abgesagt?

Kleinere Städte wie Laupheim, Biberach, Isny im Allgäu und Bad Krozingen im Schwarzwald haben indessen ihre Weihnachtsmärkte mit Blick auf die derzeitigen Corona-Infektionszahlen wieder abgesagt. „Schweren Herzens“ habe man sich dazu entschieden, teilte die Stadt Bad Krozingen am Montag mit. In Isny wird es die für Dezember geplante „Schlossweihnacht“ nun nicht mehr geben. Dies sei „eine Entscheidung, die wehtut“, hieß es vom Stadtmarketing mit Verweis auf die steigenden Infektionszahlen und die Situation in den Krankenhäusern. Auch etwa in der Region um Heidelberg wurden die Weihnachtsmärkte in kleineren Städten wie Neckargemünd und Leimen bereits abgesagt.
Dass man sich in kleineren Städten mit Märkten an nur wenigen Tagen und einem hohen finanziellen Aufwand für Hygiene-Konzepte für eine Absage entscheide, könne er verstehen, sagte Mark Roschmann vom Schaustellerverband Südwest am Mittwoch. Anders sehe es bei den großen Märkten aus, wo es gute und sinnvolle Konzepte gebe. Das Weihnachtsgeschäft sei für die Schausteller „immens wichtig“ und mache bis zu 60 Prozent des Jahresumsatzes aus. Sollte das wegfallen, müsse es einen finanziellen Ausgleich sowohl für die entstandenen Kosten als auch für den ausgebliebenen Gewinn geben, forderte Roschmann.

Neue Corona-Regeln zu Weihnachten 2021 im Überblick: Was ist möglich, was nicht?

Künftig soll nach Aussage von SPD, Grünen und FDP folgendes nicht mehr möglich sein:
  • Ausgangsbeschränkungen
  • umfassende Schul- und Kitaschließungen
  • umfassende Verbote oder Beschränkungen von Reisen, Übernachtungsangeboten und Gastronomie
  • umfassende Verbote von Demonstrationen, Versammlungen oder Gottesdiensten
  • umfassende Schließung oder Beschränkung bei Geschäften und Betrieben
  • Verbote von Sportausübung
Das ist voraussichtlich nur noch möglich mit Zustimmung der Landesparlamente durchsetzbar:
  • Verbote oder Einschränkungen von Freizeit-, Kultur- oder Sportveranstaltungen
  • Verbote oder Einschränkungen des Betriebs von Freizeit- oder Kultureinrichtungen
  • Verbote oder Einschränkungen von Alkoholkonsum und -Verkauf in bestimmten öffentlichen Bereichen
Weiterhin möglich in Sachen Corona-Maßnahmen sind mit Verordnung durch Landesregierung:
  • Kontaktbeschränkungen
  • Abstandsvorschriften
  • Kapazitätsbeschränkungen, also etwa Vorgaben zur Besucherzahl bei Veranstaltungen
  • Maskenpflicht
  • Zutrittsregelungen für Geimpfte und Genesene (2G) oder auch Getestete (3G)
  • Hygieneauflagen für Betriebe
  • Auflagen für den Betrieb von Schulen
  • Kontaktdatenerhebung in Gastronomie oder bei Veranstaltungen
Am meisten interessiert die Menschen in Deutschland aktuell jedoch eine Frage: Was soll bundesweit neu hinzukommen bei den Corona-Regeln?
  • 3G am Arbeitsplatz
  • Homeoffice-Pflicht (Wiedereinführung)
  • 3G in Verkehrsmitteln
  • Testpflicht in Pflegeheimen oder Kliniken
  • Klarstellung im Strafrecht und härtere Strafen für besonders schwere Fälle von Impfpass- oder Testfälschung

2G-Regel auf Weihnachtsmärkten – Präsident des Deutschen Städtetags fordert 2G

Der neugewählte Präsident des Deutschen Städtetags, Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU), hat bundesweit einheitliche Regeln für Weihnachtsmärkte gefordert. „Gewerbetreibende, Städte und Bürger wollen Klarheit, ob und unter welchen Bedingungen Weihnachtsmärkte möglich sind“, sagte Lewe am Donnerstag zum Abschluss der Hauptversammlung des Deutschen Städtetags in Erfurt. „Ich glaube, man kann es verantworten, wenn man 2G als Mindestmaß nimmt.“ Dann hätten zu den traditionellen Märkten in der Adventszeit, für die vielerorts die Vorbereitungen derzeit laufen, nur geimpfte und genesene Besucher Zutritt.

Maskenpflicht auf dem Weihnachtsmarkt – Söder für strenge Corona-Regeln

Angesichts der hohen Infektionszahlen und extremen Dynamik bei den Neuansteckungen sieht Söder Weihnachtsmärkte kritisch: „Ich würde empfehlen, sie abzusagen.“ Sollten sie doch stattfinden, ginge das nur mit Maskenpflicht und ohne Alkohol. Für Großveranstaltungen brauche es ferner „dringend Obergrenzen“, betonte Söder.

Weihnachtsmärkte in Sachsen finden unter 2G-Regeln statt

Weihnachtsmärkte können stattfinden, müssen aber im sogenannten Verweilbereich – wo gegessen und getrunken wird – die 2G-Regel einführen. Bislang galt das erst ab 1000 Personen. Wer mit dem öffentlichen Nahverkehr fährt, muss eine FFP2-Maske tragen. Jeder Landkreis kann die Regeln selbst verschärfen und muss dazu nicht auf eine neue Verordnung des Landes warten. Die Eckpunkte der Corona-Schutzverordnung sollen nun zur Anhörung gelangen und am Freitag vom Kabinett endgültig beschlossen werden.

Weihnachtsmärkte in BW: Welche sind nicht wegen Corona abgesagt?

Los ging es am 18.11.2021 schon mit Glühweinständen und Waffelverkauf in Freiburg, Heidelberg und Konstanz am Bodensee. Auch der „Christmas Garden“ in Stuttgart empfängt jetzt die ersten Gäste. In der Wilhelma können Interessierte noch bis Mitte Januar abends durch eine kunstvolle Lichtinstallation spazieren. Dort gilt wie auch auf den meisten Märkten die strikte 2G-Pflicht mit Zugang nur für Geimpfte und Genesene.
In Ulm soll der Markt ab kommendem Montag erste Besucher empfangen. Bereits am vergangenen Samstag wurden unter dem Münster die Buden der Händler aufgebaut. Am Starttermin soll festgehalten werden, wie eine Sprecherin der Stadt sagte. Der Aufbau erlaube eine Umsetzung der 2G-Regel mit Zugang nur für Geimpfte und Genesene, hieß es. An vier Eingängen soll es in Ulm Zugangskontrollen geben. Hier lesen: Wie ist die Lage beim Ulmer Weihnachtsmarkt?

Weihnachtsmarkt 2021: Absage des Münchner Christkindlmarkts

Ein Weihnachtsmarkt mit Lichterglanz, Absperrungen und Kontrollen? Nicht in München. Am Dienstag sagte die Stadt den Christkindlmarkt rund um den Marienplatz ab, so wie bereits im Vorjahr. „Die dramatische Situation in unseren Kliniken und die exponenziell steigenden Infektionszahlen lassen mir keine andere Wahl“, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) nach einer Sitzung des Krisenstabes. „Alles andere wäre eine nicht zu verantwortende Erhöhung des Infektionsrisikos und darüber hinaus auch das falsche Signal.“ Städte wie Nürnberg oder Augsburg dagegen halten an den Märkten fest.