Die Corona-Fallzahlen steigen in ganz Europa und in Deutschland wieder rasant an. Frankreich meldete am Wochenende annähernd 27.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, in Österreich sind die täglichen Corona-Neuinfektionen am Samstag auf den Rekordwert von 1235 gestiegen. Deutschland hat immer mehr innerdeutsche Risikogebiete.
  • Wie ist das weitere Vorgehen in der Corona-Krise?
  • Hier die aktuellen Fallzahlen vom Montag, den 12. Oktober 2020.

Corona Neuinfektionen in Deutschland heute: RKI meldet aktuelle Zahl vom 12.10.2020

Das Robert Koch-Institut meldete am Samstagmorgen 4721 neue Fälle. Am Sonntag waren es 3483 Neuinfektionen. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden. Heute, am Montag, 12. Oktober, meldeten die Gesundheitsämter insgesamt 2467 neue Corona-Infektionen, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab.

Neue Coronavirus-Zahlen - So viele Infizierte, Tote und Genesene gibt es heute in Deutschland

  • Infizierte: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 325.331 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI auf seiner Homepage bekannt gab (Stand Montag, 12.10.2020, 0 Uhr). Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 326.309 Infizierte.
  • Tote: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt jetzt bei 9621. Das sind sechs mehr als am Vortag. Die JHU meldet aktuell 9.626 Tote.
  • Genesene: Bis Montagmorgen hatten etwa 276.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
Anmerkung: Das RKI weist nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern aus und aktualisiert diese einmal am Tag.

RKI-Zahlen für Deutschland: Der aktuelle R-Wert

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Montag bei 1,40 (Vortag: 1,42). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel rund 1,4 weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben vom Montag bei 1,37 (Vortag: 1,43). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

RKI-Dashboard: Die Entwicklung der Zahlen in Bundesländern und Landkreisen

Doch nicht nur die Corona-Zahlen in Deutschland interessieren die Menschen. Gerade auch die Entwicklung der Pandemie im eigenen Bundesland - etwa Bayern oder Baden-Württemberg oder seinem Landkreis informieren möchte - ist von Interesse. Daten und Zahlen dazu liefert das Dashboard des RKI.
Das Dashboard des RKI zeigt die Infektionszahlen der Landkreise an.
Das Dashboard des RKI zeigt die Infektionszahlen der Landkreise an.
© Foto: Screenshot: RKI (Stand: 11.101.2020)

Corona-Kabinett plant weitere Maßnahmen und Regeln in der Pandemie

Die Bundesregierung will am Montag um 9.30 Uhr auf einer neuerlichen Sitzung des Corona-Kabinetts über weitere Maßnahmen in der Pandemie beraten. Dabei werden die zuständigen Fachminister mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die aktuelle Lage sprechen. Die Bundesregierung strebt an, die Quarantäneregeln neu zu fassen sowie bis Mitte Oktober eine neue Teststrategie zu beschließen. Über die Ergebnisse wird auf der Regierungs-Pressekonferenz (12.30 Uhr) informiert.

Kanzleramtsminister Braun verteidigt Beherbergungsverbote

Kanzleramtsminister Helge Braun hat unterdessen das von vielen Bundesländern beschlossene Beherbergungsverbot zur Eindämmung des Coronavirus verteidigt. „Mecklenburg-Vorpommern hat als Ganzes eine Inzidenz von etwas um die 5, und Berlin über 60. Wenn es zu solchen Unterschieden im Infektionsgeschehen kommt, ist glaube ich ganz klar, dass jeder sich schützen will, und dann ist so was am Ende unvermeidlich“, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“.
Die meisten Bundesländer hatten am Mittwoch beschlossen, dass Bürger aus Orten mit sehr hohen Corona-Infektionszahlen bei Reisen innerhalb von Deutschland nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. An dieser Regelung gibt es jedoch vermehrt Kritik.
Das eigentlich Wichtige sei, dass die Städte unter die 50er-Grenze kommen, sagte Braun. „Wenn wir das schaffen, ist auch der Reiseverkehr kein Problem.“ Viele Länder hätten Sorge gehabt, dass sie in die Urlaubsregionen mehr Infektionen eingetragen. Das Beherbergungsverbot sei deshalb eine „echte Notfallmaßnahme“.