Das erste große Fest des Jahres ist für viele in Deutschland der Fasching. Je nach Region hat die fünfte Jahreszeit unterschiedliche Namen: Fastnacht, Fasnet, Fastelovend oder einfach Karneval, um die bekanntesten zu nennen.
In diesem Artikel werden die wichtigsten Fragen zum Fasching 2022 beantwortet:
  • Wann findet Fasching dieses Jahr statt?
  • Wann sind die Faschingsferien?
  • Wird es in diesem Jahr wegen Corona Umzüge geben?
  • Was feiern wir überhaupt an Fasching?
  • Was sind die Bräuche und Traditionen?

Faschingsferien 2022: Ferien in Bayern, BW, RLP & Co.

In den Bundesländern gibt es keine einheitlichen Faschingsferien. Das liegt unter anderem daran, dass nicht überall Fasching oder Karneval gefeiert wird. In den Ländern, in denen es keine Faschingsferien gibt, gibt es aber Winterferien, die üblicherweise um die gleichen Jahreszeit stattfinden.
In folgenden Bundesländern sind die Tage um Weiberfastnacht, Rosenmontag und/oder Aschermittwoch 2022 schulfrei:
  • Bayern: 28.02. bis 04.03.2022
  • Rheinland-Pfalz: 21.02. bis 25.02.2022
  • Saarland: 21.02. bis 01.03.2022
  • Sachsen: 12.02. bis 25.02.2022
In den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen gibt es sogenannte bewegliche Feiertage, die häufig über die Faschingszeit genommen werden. Über diese entscheiden die Schulen aber selbst. In allen anderen Ländern finden die Winterferien zu einem anderen Zeitpunkt statt.

Wann ist 2022 Fasching?

Die wichtigsten Tage zum Faschingsfest finden in der Woche vom 24. Februar bis 2. März 2022 statt. Der Beginn ist die Weiberfastnacht oder Schmotziger Donnerstag am 24. Februar. In vielen Regionen ist der Höhepunkt des Faschings der darauffolgende Montag, der Rosenmontag. Die Zeit des Faschings endet am Aschermittwoch.
Traditionell startet der Fasching am 11.11. um 11:11 Uhr. Ab dem 6. Januar, dem Dreikönigstag, geht es langsam in die Hochphase der Faschings- und Karnevalszeit.

Fasching und Corona: Was passiert mit den Umzügen 2022?

Zum dritten Mal findet der Fasching im Zeichen der Corona-Pandemie statt. Auch dieses Jahr ist noch vieles ungewiss: Wegen der erwarteten Welle an Omikron-Fällen fragen sich viele, ob große Umzüge dieses Jahr stattfinden können.
Einige Faschingsvereine, wie zuletzt der in Regensburg, haben ihre Veranstaltungen abgesagt. Der größte Faschingsumzug in Süddeutschland „rechts des Rheins“, so die Eigenwerbung, wird am Rosenmontag in Würzburg nicht stattfinden. Normalerweise schauen bis zu 100 000 Menschen dem närrischen Treiben beim Faschingsumzug in Würzburg zu. Auch die Große Gala-Prunksitzung und der Prinzenball wurden abgesagt. Optimistisch bleibt man noch in München: „Wenn auch dieses Jahr wieder, pandemiebedingt, Präsenzveranstaltungen nicht wie gewohnt stattfinden können, findet für die Münchner Gesellschaft der Fasching (...) trotzdem, oder gerade deswegen, statt. Wenn auch erneut in einer anderen Darstellung und Form“, kündige Elferrätin Beatrice Nawrath gegenüber der dpa an.
Wahrscheinlich wird es also dieses Jahr wenig ausgelassenes Faschingstreiben geben. Auch im Rheinland, wo der Karneval gefeiert wird, wird in die Röhre geguckt. Einige Karnevalsvereine haben ihre Rosenmontagsumzüge in den Mai verschoben.

Fasching: Herkunft und Bräuche

Im Wesentlichen unterscheidet man in Deutschland zwischen dem Fasching und dem Karneval, die aber zur gleichen Jahreszeit stattfinden und den gleichen Ursprung haben. „Fasching“, „Fastnacht“ oder „Fasnet“ (sowie weitere Abwandlungen) wird im schwäbisch-alemannischen sowie in Bayern, im Saarland, in Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen gebraucht. Im Ruhrgebiet und Rheinland wird hingegen vom Karneval gesprochen.
Die Faschingszeit kommt aus dem Christentum und findet direkt vor der Fastenzeit statt. Ab Aschermittwoch wird traditionell bis Ostern gefastet. In der Woche davor wird also noch einmal gefeiert, das fettige Essen wird aufgebraucht, früher wurden die letzten Tiere geschlachtet. Früher sollten gläubige Christen nämlich in der Fastenzeit keinen Fleisch, keine Milchprodukte oder Eier essen. Heute gibt die Kirche keine strengen Fastenregeln vor – die Traditionen bleiben aber bestehen. So werden um Fasching herum oft Krapfen/Berliner/Pfannkuchen oder ähnliche Gebäcke gegessen, fettiges Essen mit Schweinefleisch gehören auch zum Brauchtum. Im englischsprachigen Raum gibt es am Mardi Gras (fettigen Dienstag) oft Eierkuchen.

Kostüme und Verkleidung beim Fasching

Zum wichtigsten Brauchtum gehören natürlich die Verkleidungen. Der Karneval und der Fasching unterscheiden sich in ihren Traditionen hier stark.
Im schwäbisch-alemannischen tragen die Narren Kostüme, die Masken aus Holz haben. Die Kostüme heißen hier „Häs“, ihre Träger sind Narrenhästräger. Das Häs wird nicht von Jahr zu Jahr gewechselt – sondern immer beibehalten. Oft haben die Narrenvereine strenge Regeln darüber, wann und wie oft man das Häs in seiner Lebzeit als Narr wechseln darf. Zudem gibt es Regeln darüber, welche Häse von Männern, Frauen und Kindern getragen werden dürfen. Ein Verein hat eine begrenzte Anzahl an Hästypen, die innerhalb des Vereins getragen werden dürfen.
Generell kann man folgende Hästypen im schwäbisch-alemannischen Fasching unterscheiden:
  • Narren
  • Hexen
  • Tiergestalten
  • Teufel
  • Wilde Leute
  • Sagengestalten
Im schwäbisch-alemannischen tragen die Narren ein "Häs", das üblicherweise eine Maske aus Holz hat.
Im schwäbisch-alemannischen tragen die Narren ein „Häs“, das üblicherweise eine Maske aus Holz hat.
© Foto: Pixabay
Jüngere Vereine haben oft neue Arten von Häse entwickelt. Traditionell lassen diese sich aber in eine dieser Kategorien einordnen. Die schwäbisch-alemannische Fastnacht gehört seit 2014 zur Liste der immateriellen Kulturerben.

Fasching: Der Beginn der Fastenzeit

Nach Aschermittwoch findet die Fastenzeit statt. Im Christentum bedeutet das eine Zeit der Enthaltsamkeit. Alle Infos zur Fastenzeit im Christentum gibt es hier: