Die Faschingszeit befindet sich auf der Zielgeraden. Seit dem 11.11. feiern Jecken und Narren die fünfte Jahreszeit. Mit der Weiberfastnacht, auch dem Schmotziger Donnerstag genannt, sind die Karnevalstage gestartet. Auch Rosenmontag wurde gefeiert, wenn auch anders als gewohnt. Heute ist Faschingsdienstag. Der letzte Karnevalstag ist an vielen Orten fest in der Tradition der „fünften Jahreszeit“ verankert. Während die Planungen wie schon im vergangenen Jahr auch 2022 vom Coronavirus geprägt waren, werden die Feierlichkeiten nun überschattet vom Krieg in der Ukraine. Zehntausende Menschen haben etwa am Rosenmontag in Köln für Frieden und Demokratie demonstriert
In diesem Artikel beantworten wir euch die wichtigsten Fragen zum Fasching 2022:
  • Wann findet Fasching dieses Jahr statt?
  • Wann sind die Faschingsferien?
  • Finden Faschingsumzüge 2022 in Baden-Württemberg statt?
  • Was feiern wir überhaupt an Fasching?
  • Was sind die Bräuche und Traditionen?

Fasching 2022: Termine und Datum

Die wichtigsten Tage zum Faschingsfest finden in der Woche vom 24.02. bis 02.03.2022 statt. Der Beginn ist die Weiberfastnacht oder Schmotziger Donnerstag am 24.02.2022. In vielen Regionen ist der Höhepunkt des Faschings der darauffolgende Montag, der Rosenmontag. Die Zeit des Faschings endet am Aschermittwoch.
Traditionell startet der Fasching am 11.11. um 11:11 Uhr. Ab dem 6. Januar, dem Dreikönigstag, geht es langsam in die Hochphase der Faschings- und Karnevalszeit.

Faschingsferien 2022: Ferien in Bayern, BW, RLP & Co. im Überblick

In den Bundesländern gibt es keine einheitlichen Faschingsferien. Das liegt unter anderem daran, dass nicht überall Fasching oder Karneval gefeiert wird. In den Ländern, in denen es keine Faschingsferien gibt, gibt es aber Winterferien, die üblicherweise um die gleichen Jahreszeit stattfinden.
In folgenden Bundesländern sind die Tage um Weiberfastnacht, Rosenmontag und/oder Aschermittwoch 2022 schulfrei:
  • Bayern: 28.02. bis 04.03.2022
  • Rheinland-Pfalz: 21.02. bis 25.02.2022
  • Saarland: 21.02. bis 01.03.2022
  • Sachsen: 12.02. bis 25.02.2022
In den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen gibt es sogenannte bewegliche Feiertage, die häufig über die Faschingszeit genommen werden. Über diese entscheiden die Schulen aber selbst. In allen anderen Ländern finden die Winterferien zu einem anderen Zeitpunkt statt.

Fasching: Herkunft und Bräuche

Im Wesentlichen unterscheidet man in Deutschland zwischen dem Fasching und dem Karneval, die aber zur gleichen Jahreszeit stattfinden und den gleichen Ursprung haben. „Fasching“, „Fastnacht“ oder „Fasnet“ (sowie weitere Abwandlungen) wird im schwäbisch-alemannischen sowie in Bayern, im Saarland, in Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen gebraucht. Im Ruhrgebiet und Rheinland wird hingegen vom Karneval gesprochen.
Die Faschingszeit kommt aus dem Christentum und findet direkt vor der Fastenzeit statt. Ab Aschermittwoch wird traditionell bis Ostern gefastet. In der Woche davor wird also noch einmal gefeiert, das fettige Essen wird aufgebraucht, früher wurden die letzten Tiere geschlachtet. Früher sollten gläubige Christen nämlich in der Fastenzeit kein Fleisch, keine Milchprodukte oder Eier essen. Heute gibt die Kirche keine strengen Fastenregeln vor – die Traditionen bleiben aber bestehen. So werden um Fasching herum oft Krapfen/Berliner/Pfannkuchen oder ähnliche Gebäcke gegessen, fettiges Essen mit Schweinefleisch gehören auch zum Brauchtum. Im englischsprachigen Raum gibt es am Mardi Gras (fettigen Dienstag) oft Eierkuchen.

Kostüme und Verkleidung beim Fasching

Zum wichtigsten Brauchtum gehören natürlich die Verkleidungen. Der Karneval und der Fasching unterscheiden sich in ihren Traditionen hier stark.
Im schwäbisch-alemannischen tragen die Narren Kostüme, die Masken aus Holz haben. Die Kostüme heißen hier „Häs“, ihre Träger sind Narrenhästräger. Das Häs wird nicht von Jahr zu Jahr gewechselt – sondern immer beibehalten. Oft haben die Narrenvereine strenge Regeln darüber, wann und wie oft man das Häs in seiner Lebzeit als Narr wechseln darf. Zudem gibt es Regeln darüber, welche Häse von Männern, Frauen und Kindern getragen werden dürfen. Ein Verein hat eine begrenzte Anzahl an Hästypen, die innerhalb des Vereins getragen werden dürfen.
Generell kann man folgende Hästypen im schwäbisch-alemannischen Fasching unterscheiden:
  • Narren
  • Hexen
  • Tiergestalten
  • Teufel
  • Wilde Leute
  • Sagengestalten
Im schwäbisch-alemannischen tragen die Narren ein "Häs", das üblicherweise eine Maske aus Holz hat.
Im schwäbisch-alemannischen tragen die Narren ein „Häs“, das üblicherweise eine Maske aus Holz hat.
© Foto: Pixabay
Jüngere Vereine haben oft neue Arten von Häse entwickelt. Traditionell lassen diese sich aber in eine dieser Kategorien einordnen. Die schwäbisch-alemannische Fastnacht gehört seit 2014 zur Liste der immateriellen Kulturerben.

Fasnet, Fasching, Fastnacht: Woher kommen die ganzen Namen?

Die fünfte Jahreszeit hat viele Namen: In Bayern, Österreich und Sachsen ist der Begriff "Fasching" gebräuchlich. Er leitet sich vom "Fastenschank" ab, also dem letzten Ausschank alkoholischer Getränke vor der Fastenzeit. In Teilen Bayerns, Südwestdeutschlands und der Schweiz wird dagegen "Fastnacht/Fasnacht" gefeiert. "Karneval" bezieht sich auf das Rheinland. Das Wort stammt wahrscheinlich vom Mittellateinischen "carne levare", was "Fleisch wegnehmen" bedeutet.
Auch die einzelnen Tage werden unterschiedlich benannt. Die Fastnachtswoche beginnt im schwäbisch-alemannischen Raum mit dem schmotzigen Donnerstag, im Rheinland dagegen mit der Weiberfastnacht und im Harzer Land mit dem Fetten Donnerstag. Es folgen der Nelkensamstag, der Orchideen- oder Tulpensonntag, der Rosenmontag und schließlich der Veilchendienstag, der auch Fastnachtsdienstag genannt wird.

Fasching: Der Beginn der Fastenzeit

Nach Aschermittwoch findet die Fastenzeit statt. Im Christentum bedeutet das eine Zeit der Enthaltsamkeit. Alle Infos zur Fastenzeit im Christentum gibt es hier:

Rosenmontag in Mainz und Köln: Überschattet von Pandemie und Krieg

Trotz der Absage des Rosenmontagszugs haben etliche Mainzer den Höhepunkt der Fastnachtszeit zusammen gefeiert. Um 11.11 Uhr am Montag stimmten Dutzende Menschen auf dem zentralen Schillerplatz mit Helau-Rufen das Lied „Am Rosenmontag bin ich geboren“ an. Zur gleichen Zeit begann ein Fastnachter die Zugstrecke abzulaufen - am traditionellen Startpunkt des Rosenmontagszugs in der Neustadt.
Rund 250.000 Menschen haben am Rosenmontag in Köln für Frieden und Demokratie demonstriert. Statt des traditionellen Umzugs mit Karnevalwagen zog eine große Friedensdemonstration durch die Stadt.Die Veranstalter zogen eine positive Bilanz: „Die Kölner und der Karneval haben heute gezeigt, dass alle zusammenstehen, wenn es darauf ankommt“, erklärte der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, am Montag. „Heute ging es nicht ums ausgelassene Feiern, sondern um lauten und bunten Protest gegen den Krieg in der Ukraine.“

Fasching in BW: Umzüge 2022 können doch stattfinden

Zum dritten Mal findet der Fasching im Zeichen der Corona-Pandemie statt. Auch dieses Jahr ist noch vieles ungewiss: Wegen der erwarteten Welle an Omikron-Fällen fragen sich viele, ob große Umzüge dieses Jahr stattfinden können.
Ende Januar gab es aus Baden-Württemberg die klare Ansage: Faschingsumzüge werden grundsätzlich verboten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte bei der Verkündung der neusten Corona-Regeln dazu: „Umzüge im Freien müssen wir leider untersagen“. In Baden-Württemberg wird es also aller Voraussicht nach keine Umzüge 2022 geben.
Am Freitag, den 18. Februar dann, teilte Kretschmann dann mit, dass Fasnets-Umzüge unter bestimmten Voraussetzungen doch stattfinden könnten. Als leidenschaftlicher Fastnachts-Narr möchte ich noch ein Wort zur Fasnet sagen: „Veranstaltungen zur Pflege des örtlichen Fasnet-Brauchtums sind in Absprache mit den zuständigen Behörden unter der 3G-Regel möglich“, sagte Kretschmann im Plenum. Die Rottweiler Narren hatten zuvor verkündet, ihren traditionellen Narrensprung unter Beachtung der 2G-plus-Regel und FFP2-Maskenpflicht in einem abgesperrten Bereich in der Altstadt veranstalten zu wollen. Das heißt, es dürfen nur Geimpfte und Genesene mit einem aktuellen Schnelltest dabei sein.

Umzüge in Nürnberg, Bayreuth, Bamberg und München abgesagt

Franken gilt als Hochburg der Narretei in Bayern. In Nicht-Corona-Jahren kommen Hunderttausende Zuschauerinnen und Zuschauer zu den Faschingsumzügen etwa nach Nürnberg, Bayreuth und Bamberg. Wie vielerorts fällt auch in Würzburg der größte Faschingsumzug in Süddeutschland „rechts des Rheins“, so die Eigenwerbung, aus.
Auch in Nürnberg herrscht Grabesstimmung. Kein stundenlanges Schunkeln und Klatschen beim „Gaudiwurm“ am Faschingssonntag, der Kinderfaschingszug am Rosenmontag ist ebenfalls gestrichen. Seniorenfasching, Rathaussturm und Fastnachtszug mit anschließender Feier auf dem Schlossplatz, alles für Februar geplant, wurden in Aschaffenburg schon Ende November abgeblasen. Auf dem Münchner Viktualienmarkt ist der traditionelle Höhepunkt des Faschings in der Landeshauptstadt ebenfalls abgesagt. Ähnlich im Allgäu oder im Osten des Freistaats: Der Landesverband Ostbayerischer Faschingsgesellschaften hat den für Regensburg vorgesehenen Faschingszug gestrichen, ebenso den Kinderfasching. Der beliebte Chinesenfasching in Dietfurt an der Altmühl mit mehreren Tausend Schaulustigen fällt ebenfalls pandemiebedingt aus. Mit Schellen und teils auch mit Kuhglocken lärmend ziehen traditionell am „Unsinnigen Donnerstag“ Maskierte mit historischen geschnitzten Holzmasken - „Maschkera“ - durch Orte in Oberbayern, insbesondere durch Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen. Nach altem Brauch läuten sie damit den Frühling ein und vertreiben die Dämonen der dunklen Jahreszeit. Aber auch dieses Jahr heißt es für die Maskierten: zu Hause bleiben, Kontakte vermeiden.