Weiberfastnacht, Weiberfasching, Altweiber oder Schmotziger Dunschtig – der Tag hat viele Namen. Dabei geht es hier um den gleichen Tag: Der Donnerstag vor Rosenmontag bzw. vor Aschermittwoch, je nach Region der Höhepunkt des Karnevals. Im Rheinland, wo der Karneval gefeiert wird, markiert die Weiberfastnacht den Wechsel vom Sitzungskarneval zum Straßenkarneval. Der Tag läutet also die großen Feierlichkeiten ein.
  • Wann findet die Weiberfastnacht 2022 statt?
  • Was und wie wird an diesem Tag gefeiert?
  • Was ist der Schmotzige Donnerstag?
  • Karneval oder Fasching – was ist der Unterschied?

Wann ist Weiberfastnacht 2022?

Die Weiberfastnacht findet dieses Jahr am 24. Februar statt. Es ist der letzte Donnerstag vor dem Aschermittwoch, an dem traditionell im Christentum die Fastenzeit beginnt. Der Tag ist kein gesetzlicher Feiertag. Im Rheinland ist es aber nicht ungewöhnlich, dass ab mittags an diesem Tag nicht mehr gearbeitet wird. Um 11:11 Uhr wird der Straßenkarneval offiziell begonnen – ab da wird auf den Straßen gefeiert.

Weiberfasnacht: Traditionen und Bräuche

Im Rheinland gilt die Weiberfastnacht als Tag, an dem vom Sitzungskarneval auf den Straßenkarneval gewechselt wird. Es gibt an diesem Tag keine Umzüge, aber es ist durchaus üblich, dass man sich kostümiert und auf der Straße oder in Kneipen und Bars feiert.
Traditionell gilt die Weiberfastnacht als Tag, an dem die Frauen die Macht bekommen. Das hieß früher, dass die Frauen den Haushalt und die Kinder ihren Männer überließen und feiern gingen. Heutzutage entspricht das nicht mehr der Lebensrealität vieler Menschen – doch gibt es einen Brauch, der die alte Tradition widerspiegelt. Am Altweiber ist es nämlich üblich, dass Frauen den Männern die Krawatte abschneiden. Dabei ist es durchaus normal, dass Frauen ihren Kollegen oder Vorgesetzten die Krawatte durchtrennen.

Schmotziger Donnerstag 2022: Fasching im Schwäbisch-Alemannischen

Im schwäbisch-alemannischen Fasching wird die Weiberfastnacht Schmotziger Dunschtig oder Schmotziger Donnerstag genannt. Häufig wird der Tag auch einfach nur „Schmotziger“ genannt. Der Name erinnert daran, dass dies traditionell der letzte Tag vor der Fastenzeit war, an dem man seine Tiere schlachten konnte. Außerdem ist es der Tag, an dem gebacken wurde, um vor dem Fasten noch einmal Fettiges und Süßes zu sich zu nehmen. Traditionell wird daher in Süddeutschland an diesem Tag Süßes gegessen: Berliner, Fasnachtsküchle oder Nonnenfürzle werden beispielsweise gegessen.
Im Gegensatz zur Weiberfastnacht gibt es am Schmotzigen Donnerstag durchaus Umzüge. In vielen Gemeinden gibt es auch den Rathaussturm, bei dem die Bürgermeister „gezwungen“ werden, den Schlüssel zum Rathaus an die Narren zu übergeben. In einigen Gemeinden, wie Konstanz, werden die Bewohner der Stadt am Schmotzigen Dunschtig mit Trommeln von den Narren geweckt, um die Fasnet einzuläuten.

Unterschied zwischen Karneval und Fasching

Ganz genau kann man natürlich nicht sagen, wo Karneval und wo Fasching bzw. Fasnet gefeiert wird. Als Richtlinie wird aber oft gesagt: Nördlich der Linie Bonn-Erfurt gibt es nur noch Karnevalsvereine. Südlich davon kann es beides geben: Im Rheinland ist aber der Karneval vorherrschend, im Schwäbisch-Bayerischen Raum spricht man von Fasching, Fastnacht oder Fasnet.