Weiberfastnacht 2022: Sprüche, Bräuche, Grüße – Alles zum Altweiber 2022

Weiberfastnacht oder Schmotziger Donnerstag – wann findet er 2022 statt? Was sind die Bräuche und was ist der Unterschied?
Roberto Pfeil/dpaDie Karnevalssession hat offiziell begonnen! Ob Weiberfastnacht, Weiberfasching, Altweiber oder Schmotziger Dunschtig – Der Donnerstag vor Rosenmontag hat viele Namen und ist der Startschuss zum Sessionshöhepunkt der Karnevalisten. Traditionell gehört der Tag den Damen.
Während Jecken und Narren an diesem Tag normalerweise die Karnevals- und Faschingstage mit vielen Feiern, bunten Kostümen und lauten Umzügen einläuten, werden die Feste 2022 erneut nur stark eingeschränkt stattfinden – mal wieder wegen der Corona-Pandemie. Dennoch bleiben die Traditionen, wenn auch in kleinerem Umfang, erhalten. Im Rheinland, wo der Karneval besonders gerne gefeiert wird, markiert die Weiberfastnacht den Wechsel vom Sitzungskarneval zum Straßenkarneval. Der Tag läutet also die großen Feierlichkeiten ein.
- Wann findet die Weiberfastnacht 2022 statt?
- Was und wie wird an diesem Tag gefeiert?
- Was ist der Schmotzige Donnerstag?
- Wie grüßt man sich und was für lustige Sprüche gibt es?
- Karneval oder Fasching – was ist der Unterschied?
Wann ist Weiberfastnacht 2022?
Die Weiberfastnacht findet dieses Jahr am 24. Februar statt. Es ist der letzte Donnerstag vor dem Aschermittwoch, an dem traditionell im Christentum die Fastenzeit beginnt.
Ist Altweiber 2022 ein Feiertag?
Der Tag ist kein gesetzlicher Feiertag. Im Rheinland ist es aber nicht ungewöhnlich, dass ab mittags an diesem Tag nicht mehr gearbeitet wird. Um 11:11 Uhr wird der Straßenkarneval offiziell begonnen – ab da wird auf den Straßen gefeiert.
Weiberfastnacht Sprüche und Grüße
Hier eine Auswahl an lustigen Sprüchen und Grüßen, die man an Altweiber an seine Freunde und Kollegen schicken könnte:
In der Zeitung steht, dass an Weiberfastnacht die Frauen die Herrschaft über die Männer nehmen. Als wäre das was Neues.
Der Karneval ist ein Fest, dass dem Volk nicht gegeben wird, sondern dass sich das Volk selbst nimmt.
An Karneval maskiert man sich, damit man die Maske fallen lassen kann
Ein Leben ohne Alaaf ist möglich, aber sinnlos
Schmotziger Donnerstag 2022: Schwäbisch-Alemannische Fasnet
Im schwäbisch-alemannischen Fasching wird die Weiberfastnacht Schmotziger Dunschtig oder Schmotziger Donnerstag genannt. Häufig wird der Tag auch einfach nur „Schmotziger“ genannt. Der Name erinnert daran, dass dies traditionell der letzte Tag vor der Fastenzeit war, an dem man seine Tiere schlachten konnte. Außerdem ist es der Tag, an dem gebacken wurde, um vor dem Fasten noch einmal Fettiges und Süßes zu sich zu nehmen. Traditionell wird daher in Süddeutschland an diesem Tag Süßes gegessen: Berliner, Fasnachtsküchle oder Nonnenfürzle werden beispielsweise gegessen.
Im Gegensatz zur Weiberfastnacht gibt es am Schmotzigen Donnerstag durchaus Umzüge. In vielen Gemeinden gibt es auch den Rathaussturm, bei dem die Bürgermeister „gezwungen“ werden, den Schlüssel zum Rathaus an die Narren zu übergeben. In einigen Gemeinden, wie Konstanz, werden die Bewohner der Stadt am Schmotzigen Dunschtig mit Trommeln von den Narren geweckt, um die Fasnet einzuläuten.
Schmotziger Dunschtig startet 2022
Mit Musik, Glocken und Rätschen haben zahlreiche Narren die Menschen in Konstanz zum „Schmotzigen Dunschtig“ geweckt. Zum Auftakt in die Hochsaison der Fastnacht zogen am Donnerstag schon gegen 6.00 Uhr viele Narren im „Häs“ - den traditionellen Kostümen - durch die Stadt am Bodensee, um den Beginn des närrischen Treibens zu markieren. Höhepunkt war am Morgen der traditionelle „Laternentanz“, der dieses Jahr coronabedingt auf einem abgesperrten Gelände mit 3G-Zugangsbeschränkungen stattfand.
Mit unterschiedlichen Bräuchen starten viele Narrenzünfte im Südwesten am Donnerstag in die Hochphase der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Nachdem das närrische Treiben im vergangenen Jahr coronabedingt überwiegend virtuell stattfand, dürften nun in vielen Städten wieder Narren im „Häs“ zu sehen sein. Der Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN), Roland Wehrle, rechnete im Vorfeld vor allem mit kleineren Veranstaltungen.
Weiberfastnacht: Traditionen und Bräuche
Im Rheinland gilt die Weiberfastnacht als Tag, an dem vom Sitzungskarneval auf den Straßenkarneval gewechselt wird. Es gibt an diesem Tag keine Umzüge, aber es ist durchaus üblich, dass man sich kostümiert und auf der Straße oder in Kneipen und Bars feiert.
Traditionell gilt die Weiberfastnacht als Tag, an dem die Frauen die Macht bekommen. Das hieß früher, dass die Frauen den Haushalt und die Kinder ihren Männer überließen und feiern gingen. Heutzutage entspricht das nicht mehr der Lebensrealität vieler Menschen – doch gibt es einen Brauch, der die alte Tradition widerspiegelt. Am Altweiber ist es nämlich üblich, dass Frauen den Männern die Krawatte abschneiden. Dabei ist es durchaus normal, dass Frauen ihren Kollegen oder Vorgesetzten die Krawatte durchtrennen. Aber Vorsicht, nicht alle Männer finden das Abschneiden der Krawatte lustig. Juristisch betrachtet ist es eine Sachbeschädigung. Eigentlich müssten die Frauen nachfragen, ob sie die Krawatte abschneiden dürfen.
Weiberfastnacht im Rheinland und Rheinhessen
Unter strengen Corona-Auflagen eröffnen die Karnevalshochburgen im Rheinland und in Rheinhessen am Donnerstag (11.11 Uhr) den Straßenkarneval. In Köln gilt zum Höhepunkt der Session von Weiberfastnacht bis Rosenmontag im ganzen Stadtgebiet eine 2G-Plus-Regelung. Zudem müssen auch Geboosterte einen negativen Schnelltest vorlegen, wenn sie in einer Kneipe feiern wollen. Die Einhaltung der Regeln soll stichprobenartig überprüft werden.
In Düsseldorf gelten in der gesamte Altstadt strenge Regeln, um ein ausschweifendes Feiern im öffentlichen Raum zu verhindern. In Mainz wurde der Straßenkarneval abgesagt, Alternativveranstaltungen gibt es online. Auch in Aachen fällt der traditionelle Straßenkarneval weitgehend aus, gefeiert werden soll stattdessen in den Gaststätten. Verstöße gegen die in den „Brauchtumszonen“ geltenden Regeln wollen die Hochburgen streng ahnden.
Karneval und Fasching: Was sind die Unterschiede?
Ganz genau kann man natürlich nicht sagen, wo Karneval und wo Fasching beziehungsweise Fasnet gefeiert wird. Als Richtlinie wird aber oft gesagt: Nördlich der Linie Bonn-Erfurt gibt es nur noch Karnevalsvereine. Südlich davon kann es beides geben: Im Rheinland ist aber der Karneval vorherrschend, im Schwäbisch-Bayerischen Raum spricht man von Fasching, Fastnacht oder Fasnet. Die Bräuche unterscheiden sich sehr stark voneinander, sind aber mit dem gleichen Ursprung verbunden: Das Einläuten der christlichen Fastenzeit. Wobei der schwäbisch-alemannische Fasnet viel mit Brauchtum und Tradition zusammenhängt, liegt der Fokus beim rheinischen Karneval eher auf das satirische, politische veräppeln der Obrigkeit.


