Die Corona-Zahlen in Deutschland sind aktuell sehr hoch. Das RKI-Dashboard weist seit Wochen Fallzahlen aus, die die Werte der Vorwochen-Tage in aller Regelmäßigkeit übertreffen. Nun soll die Bundes-Notbremse über einheitliche Regeln Abhilfe schaffen, auch wenn Bundesländer wie Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg oder Sachsen bereits ihre Maßnahmen bereits verlängert haben.
Der Bundestag beschloss am Mittwoch in Berlin entsprechende Änderungen des Infektionsschutzgesetzes. Die Abgeordneten lieferten sich einen leidenschaftlichen Schlagabtausch über die neuen Vorschriften. Nach der Befassung des Bundesrats und der Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten könnten die Regeln frühestens am Samstag greifen. Die Wirkung wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Hier sind die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland laut RKI-Dashboard mit Inzidenz und Neuinfektionen am Donnerstag, 22.04.2021?

Corona-Zahlen in Deutschland heute: Inzidenz, Neuinfektionen und R-Wert laut RKI-Dashboard

Neuinfektionen: Das RKI meldet am heutigen Donnerstag (22.04.2021) 29.518 Neuinfektionen in Deutschland. Am Vortag (Mittwoch, 21.04.2021) waren knapp unter 25.000 Neuinfektionen gemeldet worden.  Zum Vergleich: Am Donnerstag vor einer Woche, 15.04.2021, waren fast 30.000 neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet worden. In seinem aktuellen Lagebericht schreibt das RKI: „Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort.“ Besonders stark seien sie in den jüngeren Altersgruppen gestiegen.
„Zeit Online“ berichtet, dass es 28.180 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Heute wird der Wert mit 161,1 angegeben. Am Vortag hatte sie bei 160,1 gelegen.
Der bundesweite Inzidenzwert ist vor allem von symbolischer Bedeutung und hat keine zwingenden Folgen für den Umgang mit der Pandemie. Entscheidend für das Inkrafttreten der Notbremse - Aufhebung von Lockerungen der Corona-Maßnahmen - ist die jeweilige Inzidenz in einzelnen Regionen Deutschlands. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12.2020, mit 197,6 erreicht worden.

Corona-Fallzahlen laut RKI: Zahlen der Toten, Genesenen und Infizierten in Deutschland

Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland 3.217.710 positiv getestete Fälle registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
Tote: Nach Angaben des RKI wurden am Donnerstagmorgen 259 neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Insgesamt gibt es in Deutschland damit 80.893 Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. „Zeit Online“ meldete 307 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen.
Höchststand der Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen in Deutschland binnen eines Tages war am Donnerstag, 14.01.2021, erreicht worden.
Genesene: Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit rund 2,8 Millionen Menschen an.
R-Wert: Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert liegt am Mittwoch bei 0,94 (Vortag: 0,95).

Aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland, USA und Co. - Fallzahlen der Johns-Hopkins-Universität

Die Corona-Karte der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore liefert globale Corona-Daten. Am Donnerstagmorgen (22.04.2021, 6 Uhr) haben sich seit Pandemie-Beginn weltweit insgesamt 143.511.162 Menschen mit Corona infiziert, 3.055.760 Millionen Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.
  • USA: 31.862.076 Infizierte und
569.407 Tote.
  • Indien: 15.616.130 Infizierte und 182.553 Tote.
  • Brasilien: 14.122.795 Infizierte und 381.475 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 3.205.939 Infizierten und 80.793 Toten.

RKI-Fallzahlen laut Dashboard: Aktuelle Corona-Zahlen und Inzidenz für die Kreise in Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das RKI-Dashboard liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an.
In seinem Dashboard weist das RKI jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland aus.
In seinem Dashboard weist das RKI jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland aus.
© Foto: Screenshot; Quelle RKI

Inzidenz, Neuinfektionen, R-Wert und Co.: Die wichtigsten Corona-Kennzahlen erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

7-Tage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.

Priorisierung soll ausgesetzt werden

Aktuell gilt noch eine strenge Priorisierung nach Alter, Beruf und für bestimmte Vorerkrankungen. Dadurch sind nicht alle Erwachsenen in Deutschland impfberechtigt. Wird die Priorisierung gestrichen, könnten sich alle Erwachsenen in Deutschland impfen lassen. Das plant die Regierung nach Bild-Informationen für Ende Mai bzw. Anfang Juni. A