• Die aktuellen Fallzahlen für Freitag, 27.11.2020
  • Laut Robert-Koch-Institut jetzt mehr als 1 Million Corona-Infektionen in Deutschland
  • Wie sieht es in den einzelnen Bundesländern und Landkreisen aus?
Die Corona-Zahlen in Deutschland durchbrechen am heutigen Freitag, 27.11.2020, eine weitere - wenn auch traurige - Marke: Mehr als eine Million Menschen haben sich hierzulande seit Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus infiziert. Dass diese Zahl nun auch in Deutschland erreicht ist, hat auch mit dem hohen Infektionsgeschehen der vergangenen Monate zu tun, als die Zahl der Neuinfektionen exponentiell anstieg.
Dieser steile Anstieg konnte zwar durch die Maßnahmen des Lockdown Light Anfang November in den vergangenen vier Wochen in eine „stabile“ Seitwärtsbewegung überführt werden. Eine Trendwende ist das kaum. Die Zahlen seien weiter „viel zu hoch“, wie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf ihrer Regierungserklärung am Donnerstag nach dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern sagte.
Es bedürfe - gerade auch mit Blick auf Weihnachten und Silvester - weiterer Anstrengungen und der Disziplin der Bevölkerung, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Die Umsetzung der neuen Corona-Regeln obliegt nun den einzelnen Bundesländern.
Die Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) für Baden-Württemberg und Markus Söder (CSU) für Bayern haben die Strategie für ihre jeweiligen Bundesländer am Donnerstag bekanntgegeben. Nun wird es in den kommenden Tagen und Wochen spannend sein zu beobachten, ob die Verlängerung und Erweiterung der Maßnahmen Wirkung zeigen und die Infektionszahlen nach unten gehen.
Wie also sind die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland heute, am Freitag, 27.11.2020? Und wie hoch liegen sie im Vergleich zum Freitag der Vorwoche, dem 20.11.2020?
Das Dashboard des RKI: Die Corona-Kurve in Deutschland zeigt weiter nach oben.
Das Dashboard des RKI: Die Corona-Kurve in Deutschland zeigt weiter nach oben.
© Foto: Sceenshot RKI

Corona-Zahlen in Deutschland heute: So hoch liegen Neuinfektionen und Inzidenz am 27.11.

Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst kontinuierlich die aktuelle Corona-Lage für Deutschland, bewertet nach eigenen Angaben auf der Homepage „alle Informationen und schätzt das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland ein“. Zudem stellt das RKI Empfehlungen für die Fach­öffentlich­keit zur Verfügung wie Fallzahlen und Informationen zu allgemeinen Infektionsschutzmaßnahmen, Diagnostik und Teststrategie und Prävention in Gesundheitseinrichtungen.
  • Laut Daten von „Zeit Online“ registrierten die Ämter 22.132 neue Fälle, das sind 1.716 mehr als am Vortag. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • 7-Tage-Inzidenz: Zeit Online meldet am Freitagmorgen eine 7-Tage-Inzidenz von 153,4. Laut RKI liegt die 7-Tage-Inzidenz am Freitag bei 136 Fällen pro 100.000 Einwohner. Am Donnerstag betrug der Wert noch 138. Die Zahl schwankt seit mehr als zwei Wochen um 140.
  • Infizierte: Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland laut den jüngsten Zahlen des Instituts 1.006.394 Infektionsfälle registriert - Damit ist die 1-Million-Grenze überschritten.
  • Zeit Online meldet einen Wert von bisher insgesamt 1.008.019 Millionen Infizierten.
  • Tote: Die Zahl der Todesfälle, die mit oder im Zusammenhang mit Corona starben, liegt bei 15.586. Das sind 426 Tote mehr als am Vortag. Das ist ein Rekord seit Beginn der Pandemie. Zeit Online meldete 400 Tote binnen 24 Stunden und insgesamt 15.786 Todesfälle.
  • Zeit Online berichtet, dass es zurzeit 293.730 aktive Corna-Fälle in Deutschland gebe.
  • Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut RKI auf etwa 696.100
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,90 (Vortag: 0,87). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten stieg nach RKI-Angaben vom 15. Oktober bis 15. November von 655 auf 3395 Erkrankte stark an. Seitdem habe sich der Anstieg etwas verlangsamt und lag laut RKI am Donnerstag bei 3826 Patienten (Stand: 26.11., 12.15 Uhr). 60 Prozent davon wurden beatmet. 5575 (20 Prozent) der Intensivbetten seien aktuell frei. Deren Zahl sinkt seit Mitte Oktober.

1-Million-Grenze laut Johns-Hopkins-Universität schon Donnerstag überschritten

Das Überschreiten der 1-Million-Marke hatte die Johns Hopkins University (JHU) in Baltimore (USA) bereits am Donnerstag angezeigt.
  • Für Freitag, 27.11.2020, nennt die JHU, dass es in Deutschland bisher 1.017.830 Corona-Infizierte gegeben habe.
  • Die Zahl der Toten bisher beziffert die JHU auf 15.640.
  • Laut JHU steht Deutschland im weltweiten Ranking auf Platz 12.
  • Die höchste Zahl der bisher Infizierten haben die USA mit 12.883.264.
Die Daten der JHU-Forscher werden regelmäßig aktualisiert und zeigen daher häufig einen höheren Stand als offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der betroffenen Länder. In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch nachträglich korrigiert.

Passau ist der neue Corona-Hotspot in Bayern

Die Stadt Passau ist der neue Corona-Hotspot in Bayern. Das Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gibt einen Inzidenzwert von weit über 400 an. Die Corona-Regeln in Passau sollen nun verschärft werden.

RKI-Zahlen für Bundesländer und Landkreise im Dashboard

Wer sich über die bundesweiten Zahlen hinaus für das Infektionsgeschehen in seiner näheren Umgebung - also in seinem Bundesland oder in seinem Landkreis - interessiert, findet jeden Tag aktuelle Daten im Dashboard des RKI.

Appell an Bürger: Achtsamkeit vor Weihnachten

Die Bundesregierung setzt in der Vorweihnachtszeit auch auf die Eigenverantwortung der Bürger, um persönliche Kontakte zu reduzieren und die Corona-Pandemie besser in den Griff zu bekommen. Weihnachten sei als „Fest der Privatheit“ eine „gewisse Unbekannte“ in der Risikoabschätzung, sagte Kanzleramtschef Helge Braun am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. „Ob wir Weihnachten so vorbereiten und so leben im Familienkreis, dass es zum Ansteckungsproblem wird, oder wir eben genau das Gegenteil erreichen - das haben wir wirklich alle selber in der Hand.“
Kontakte auf ein „absolutes Minimum“ zu reduzieren sei die Voraussetzung dafür, Verwandte sicher treffen zu können, sagte der CDU-Politiker. „Keiner möchte gerne seine liebsten Angehörigen und Verwandten anstecken.“ Deshalb komme es sehr auf das Verhalten eines jeden in der Vorweihnachtswoche an.

Corona-Zahlen in Deutschland: Merkel bittet Bevölkerung um Verständnis

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bürger um Verständnis für die ausgeweiteten Corona-Auflagen gebeten. Angesichts der anhaltend hohen Infektionszahlen wären Lockerungen "noch nicht verantwortbar", da die "so dringend notwendige Trendumkehr nach unten" weiter auf sich warten lasse, sagte Merkel am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Bundestag. Die Opposition kritisierte das Vorgehen von Bund und Ländern und forderte eine stärkere Einbindung des Bundestags.
Am Vorabend hatte sich Merkel mit den Regierungschefinnen - und -chefs der Länder darauf geeinigt, den Teil-Lockdown bis mindestens zum 20. Dezember zu verlängern und an manchen Stellen zu verschärfen. Zwar sei das "dramatische, exponentielle Wachstum" gestoppt, sagte Merkel im Bundestag. Es gebe aber nun lediglich eine "Seitwärtsbewegung" und keine Senkung der Zahlen, deswegen seien weitere Maßnahmen nötig.
"Unser Ziel ist und bleibt es, die Infektionszahlen so weit zu senken, dass die Gesundheitsämter wieder in der Lage sind, Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen", betonte Merkel. Dies sei dann erreicht, wenn die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen unter 50 sinke. In den meisten Regionen liegt der Wert derzeit deutlich darüber.

Opposition zu Corona-Regeln: Viel Ablehnung und Kritik sowie leise Zustimmung

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte das Vorgehen von Bund und Ländern: Die Spitzenrunde aus Kanzlerin und Ministerpräsidenten sei "nicht legitimiert", zur Corona-Bekämpfung Grundrechtseingriffe zu beschließen - dies müsse der Bundestag tun.
FDP-Fraktionschef Christian Lindner warf der Bundesregierung eine falsche Schwerpunktsetzung vor. Sie setze bisher auf Maßnahmen "in der Breite", um ein Übergreifen auf besonders gefährdete Gruppen zu vermeiden.
Die AfD übte fundamentale Kritik. "Die Kollateralschäden sind jetzt schon größer als die, die das Virus anrichtet", sagte Fraktionschefin Alice Weidel. Der derzeitige Lockdown werde viele endgültig um ihre Existenz bringen.
Prinzipielle Zustimmung kam von Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. Die Beschlüsse seien "richtig". Allerdings sei er "mal eher vorsichtig, ob die Maßnahmen ausreichen".