• Fitnessstudios sind aktuell geschlossen
  • Beim Corona-Gipfel am 03.03. wurden vereinzelt Lockerungen beschlossen
  • Der allgemeine Lockdown aber wird bis 28. März verlängert
  • Eine wesentliche Rolle bei Lockerungen werden Schnelltests spielen.
  • Wann können die Fitnessstudios in Hessen, Bayern, BW oder NRW und anderen Bundesländern wieder öffnen?
Joggen gehen oder ein Workout zuhause: Mehr ist derzeit nicht möglich. Sport im Verein ist verboten und die Fitnessstudios haben geschlossen. Das ärgert sowohl die Kunden als auch die Betreiber. Sie hofften darauf, dass beim Corona-Gipfel am Mittwoch, 03.03.2021, Öffnungen oder zumindest Lockerungen beschlossen werden. Jetzt gibt es mehr Klarheit.

Corona-Gipfel Beschlüsse: Ergebnisse des Bund-Länder-Treffens - Die neuen Regeln im Überblick

Die Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten war lang und zäh. Um viele Beschlüsse wurde hart gerungen. Nach über neun Stunden standen die Ergebnisse fest, aus denen die Bundesländer nun regional neue Regeln formen. 

Schrittweise Lockerungen für Sport - auch für Fitnessstudios?

Laut dem Beschlusspapier aus der Bund-Länder-Konferenz sind zumindest im deutschen Amateur- und Breitensport erste Lockerungen möglich.
Abhängig von regionalen Inzidenzwerten - generell sind wohl 50 vorgesehen - können die Bundesländer demnach als erste Maßnahme kontaktfreien Sport unter freiem Himmel in kleinen Gruppen mit maximal zehn Personen vorsehen. Dies gilt, wenn in einem Land oder eine Region eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern erreicht wird.
Sollte es eine stabile oder sinkende Inzidenz von unter 100 geben, kann zumindest „Individualsport alleine oder zu zweit und Sport in Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich“ ermöglicht werden.
So sehen die Öffnungsschritte laut Stufenplan des Corona-Gipfels aus.
So sehen die Öffnungsschritte laut Stufenplan des Corona-Gipfels aus.
© Foto: Bundesregierung

Fitnesstudios dürfen erst unter Bedingungen wieder öffnen

Erst in einem weiteren Schritt, wenn die vorherige Stufe nach 14 Tagen nicht zu einer Verschlechterung der 7-Tage-Inzidenz geführt hat, wäre wieder kontaktfreier Sport im Innenbereich oder Kontaktsport draußen möglich. Damit könnte zum Beispiel der Besuch eines Fitnessstudios wieder ermöglicht werden.
In dem Beschluss sind kontaktfreier Sport und Kontaktsport nicht näher definiert. Nach weiteren zwei Wochen wäre dann ebenfalls abhängig von der Inzidenz auch Kontaktsport in der Halle wieder denkbar - auch hier könnte, so berichtet die Nachrichtenagentur DPA, mit tagesaktuellen Tests früher gelockert werden.

Sport in der Krise: Trainieren im Freien

Die Krise macht kreativ: Die Fitnessstudio-Kette McFit bietet ihren Mitgliedern Trainingsmöglichkeiten im Freien an. Dazu werden Geräte auf die Parkplätze vor ausgewählten Studios gebracht und auf einer Fläche von jeweils 200 bis 300 Quadratmetern aufgestellt. So weitergehen kann es aber nicht. Was fordern die Betreiber von Fitnessstudios?
McFit bietet seinen Kunden an, draußen auf den Parkplätzen zu trainieren. Die Öffnung der Fitnessstudios wäre aber allen lieber.
McFit bietet seinen Kunden an, draußen auf den Parkplätzen zu trainieren. Die Öffnung der Fitnessstudios wäre aber allen lieber.
© Foto: John Macdougall/AFP

Fitnessstudio Öffnung 2021: Das fordert der Arbeitgeberverband DSSV

Der Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) hat einen Brief an Wirtschaftsminister Peter Altmaier geschrieben.
  • Der Verband ist für einen Stufenplan zur Wiederöffnung. Es soll ein „verbindlicher Rahmen mit konkreten Schritten“ geschaffen werden.
  • Sicherheits- und Hygienekonzepte sollen ein sicheres Training ermöglichen.
  • Die digitale Erfassung der Trainierenden sowie das Buchen von Trainingsslots soll eine Kontrolle garantieren.
  • Der Verband betont, dass Sport wichtig für die psychische und körperliche Gesundheit ist.

Das sagt der Deutsche Industrieverband für Fitness und Gesundheit

Auch der Deutsche Industrieverband für Fitness und Gesundheit betont in einer Stellungnahme zum zweiten Corona-Lockdown, dass Fitnessstudios keine Corona-Hotspots sind. Zu diesem Ergebnis kämen verschiedene Studien. Die Fitnessstudios würden einen wichtigen Beitrag für die Gesunderhaltung der Bevölkerung leisten.
Trainieren drinnen in Gym oder Fitnessstudio? Noch ist das ein Traum vieler Sportler und Betreiber. Eine Öffnungsperspektive gibt es dennoch mit Blick auf den kommenden Corona-Gipfel am 22. März. Vieles hängt ohnehin von den regionalen Corona-Zahlen und Inzidenzen ab.
Trainieren drinnen in Gym oder Fitnessstudio? Noch ist das ein Traum vieler Sportler und Betreiber. Eine Öffnungsperspektive gibt es dennoch mit Blick auf den kommenden Corona-Gipfel am 22. März. Vieles hängt ohnehin von den regionalen Corona-Zahlen und Inzidenzen ab.
© Foto: DPA

Öffnung Fitnessstudios und Sportstätten: Mehr Gegner als Befürworter

In einer Umfrage des Insa-Meinungsforschungsinstituts für die „Bild am Sonntag“ sprachen sich 75 Prozent dafür aus, dass die Geschäfte im März wieder öffnen, 17 Prozent waren dagegen. Bei Restaurants wollen 54 Prozent der Befragten eine Öffnung im März, 35 Prozent lehnten dies ab. Auch bei Hotels (45 zu 37 Prozent), Kosmetiksalons (44 zu 32 Prozent) und Museen (42 zu 35 Prozent) überwogen die Öffnungsbefürworter. Anders sah es bei Kinos und Theatern aus. Hier sind 35 für eine Öffnung im März, aber 46 Prozent dagegen. Auch bei der Öffnung von Sportstätten und Fitnessstudios (40 zu 41) gab es mehr Gegner als Befürworter einer Öffnung.

Sport im Lockdown: Yoga als Trend

Immer mehr Leute machen Sport zuhause, zum Beispiel in Form von Yoga. Yoga-Kurse wurden während des ersten Lockdowns genauso verboten wie Besuche im Fitness-Studio. Aber Yoga wurde gleichzeitig für viele zur letzten Chance auf etwas Bewegung nach stundenlanger Arbeit im Homeoffice - mit oder ohne Yoga-Trainer aus dem Youtube-Video.

Verwaltungsgerichtshof lehnt Klage von Fitnessstudio-Betreiber ab

Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim hat Klagen gegen die Schließung von Fitness- und Tattoostudios abgelehnt. Jeweils ein Betreiber solcher Einrichtungen hatte Klage gegen die Untersagung seines Betriebs eingelegt.
Warum wurden die Klagen abgelehnt? Da die Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro Woche bundesweit über dem Wert von 50 lägen, seien „bundesweit abgestimmte umfassende, auf eine effektive Eindämmung des Infektionsgeschehens abzielende Schutzmaßnahmen anzustreben“, begründete das Gericht die Entscheidung. Einzelnen Betrieben eine Öffnung zu erlauben, „führe zu einem erheblichen Anstieg der Sozialkontakte und der Infektionsgefahren über die Kreisgrenzen hinweg“.
Auch aus dem Umstand, dass die sogenannte 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg mittlerweile unter dem Wert von 50 liege, folge nichts anderes. Zudem betonte das Gericht, dass der Wert im Südwesten „erst seit wenigen Tagen und bislang auch nur geringfügig unterschritten“ werde.

Fitnessstudio in Neu-Ulm: Verwirrung um Öffnung

Ebenfalls vor Gericht ist ein Fitnessstudio-Betreiber aus Neu-Ulm gezogen. Das Landratsamt Neu-Ulm hatte Benjamin Nurkovic erst erlaubt, sein Geschäft für medizinisch notwendige Übungen zu öffnen - und das dann später widerrufen. Der Betreiber hat Klage eingereicht. Das Verwaltungsgericht Augsburg äußerte sich am Dienstag zu der Klage.

Kündigung Fitnessstudio Corona: Muss man Beiträge weiter zahlen?

Da die Leistung nicht erbracht wird, muss man die Beiträge für Fitnessstudios nicht zahlen. Wer trotz ausgesetzter Beiträge doch kündigen möchte, sollte auf jeden Fall auch in Corona-Zeiten auf die Fristen achten. Denn es gibt wegen Corona kein Sonderkündigungsrecht. Die fristgerechte Kündigung sollte man nachweisen können, in dem man beispielsweise die Kündigung als Einschreiben verschickt.
Die Betreiber dürfen ihre Dienstleistung aufgrund der Vorgaben derzeit nicht anbieten. Im Prinzip dürften sie für nicht erbrachte Leistungen aber auch kein Geld verlangen.
Laut Verbraucherzentrale müssen Mitglieder während der Schließungsdauer keine Beiträge entrichten. "Wenn Mitglieder dennoch gezahlt haben, haben sie einen Erstattungsanspruch", heißt es auf der Webseite der Verbraucherzentrale. Zugleich müssten Kunden aber auch Wertgutscheine akzeptieren.

Um was ging es auf dem Corona-Gipfel am 03.03.2021?

Angela Merkel (CDU) sagte vor dem Gipfel, die Sehnsucht der Bürger nach einer Öffnungsstrategie sei groß, das verstehe sie. Allerdings müssten solche Schritte gekoppelt mit vielen Tests klug eingeführt werden. Sie sehe drei Bereiche:
Alle Entwicklungen des Tages im Überblick: