• Kanzlerin Angela Merkel und die Länderschefs treffen sich am Dienstag, 5.1.21, zum nächsten Corona-Gipfel.
Wie geht es weiter? Langfristig, das heißt, bis zum Sommer 2021, sollen die bereits angelaufenen Impfungen gegen das Coronavirus die Epidemie eindämmen - und letztlich auch beenden. Kurzfristig jedoch hilft nur die Reduzierung von Kontakten, um die Fallzahlen in Deutschland zu senken und so zumindest mittelfristig Lockerungen möglich zu machen.
Doch ist das nach mehr als zwei Wochen Lockdown, verstärkten Familientreffen an Weihnachten, mutmaßlichen illegalen Festen an Silvester - und angesichts des eskalierten Besucheransturms in den Ausflugsgebieten nach Weihnachten realistisch? Selbst am Samstag ignorierten tausende Ausflügler in Skigebieten die Appelle, Abstand zu halten.

Der Überblick: Die Corona Zahlen des RKI zu Inzidenz, Neuinfektionen, Todesfälle am Samstag

Alles hängt also von den aktuellen Zahlen ab - nicht nur mit Blick auf den Gipfel am Dienstag. Mutmaßlich mehr denn je dürften die Deutschen sich deswegen heute fragen: Wie ist die Lage in der Corona-Krise am Samstag, 2.1.21, in Deutschland? Der Überblick:
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter in ganz Deutschland sehr hoch. Der Wert beschreibt die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt laut Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell bei 141,2. Am Freitag betrug die Inzidenz 141,9 und am Donnerstag 157,8. Die bisher höchste Inzidenz gab es am Dienstag, 22.12.20, mit 197,6.
  • Neuinfektionen: Wie das RKI berichtet, wurden binnen 24 Stunden mindestens 12.690 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland registriert. Zum Vergleich: Am Freitag waren 22.924 Neuinfektionen gemeldet worden, und am Donnerstag waren es 32.552 gewesen.
  • „Zeit Online“ berichtet, dass es heute 16.526 neue Infizierte gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts (RKI) von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit“ haben sich in den letzten sieben Tagen 128.533 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt.
  • Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 1.755.351 positive Test-Fälle registriert.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 33.960 Personen. Das sind 336 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 322 neue Todesfälle zu verzeichnen. Bei den Todesfällen war ein Höchststand von 1129 am Mittwoch, 30.12.2020 registriert worden.
  • Laut „Zeit“ werden aktuell 5598 Menschen wegen Covid-19 auf Intensivstationen behandelt.
  • Dem RKI zufolge wurden bis Samstag in Deutschland 188.500 Menschen gegen Corona geimpft.
  • In Baden-Württemberg haben bisher gut 20.000 Menschen den Impfstoff von Biontech gegen das Coronavirus injiziert bekommen.
  • Genesene: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI 1.368.100 Menschen von der Covid-19-Erkrankung erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde am Donnerstag mit 0,8 (Dienstag: 0,68) angeben. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI verweist in seinem Bericht am Samstag aber darauf hin, dass während der Feiertage Covid-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert zudem ggf. unterschätzt wird“.

Die Corona-Zahlen weltweit von der Johns-

Hopkins-Universität

Eine wichtige Informationsquelle für die Corona-Lage international sind die Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore. Die JHU erfasst die Corona-Daten weltweit. Die US-Universtät meldet am Samstagmorgen (Stand 6:00 Uhr) weltweit
  • fast 84 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
  • Gestorben sind demnach auf der Welt bisher beinahe 1,82 Millionen Menschen. Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 20.128.693 Infizierte und 347.788 Tote
  • Indien: 10.286.709 Infizierte und 148.994 Tote
  • Brasilien: 7.700578 Infizierte und 195.411 Toten
  • Deutschland folgt auf dem 10. Rang mit laut JHU 1.762.637 bisher Infizierten und 34.145 Toten

Forderungen nach längerem Lockdown werden lauter

Aktuell werden fast 5600 an Covid-19 erkrankte Menschen auf Intensivstationen behandelt. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert am Samstag angesichts der Lage in den Krankenhäusern eine Verlängerung des harten Lockdowns. Die Belastung durch die Versorgung von Covid-19-Patienten sei auch über die Feiertage weiter angestiegen, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Susanne Johna der Funke-Mediengruppe. Die Kliniken hätten keine Atempause. "Das Gesundheitssystem braucht dringend eine Entlastung, die nur durch eine Verlängerung der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung zu erreichen ist. Anders werden wir die Lage nicht in den Griff bekommen", sagte Johna.

Experte für teilweise Öffnung von Schulen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der zu den strikten Lockdown-Befürwortern zählt, befürwortet unter bestimmten Bedingungen eine Wiederöffnung von Kitas und Grundschulen ab der zweiten Januarhälfte. „Voraussetzung wäre, dass alle anderen Klassenstufen geteilt würden und wechselnd Präsenz- und Digitalunterricht erhalten. Oder der Präsenzunterricht ganz ausgesetzt wird“, sagte Lauterbach.
Generell warnen Wissenschaftler jedoch vor weitgehenden Lockerungen des seit 14. Dezember geltenden sogenannten Lockdowns mit strikten Kontaktbegrenzungen und weitgehenden Schließungen von Geschäften, Freizeiteinrichtungen, Gastronomie und Hotellerie.

Fehler bei Corona-Tests im Kreis Heidenheim

Einem Labor, das für den Kreis Heidenheim Corona-Tests vorgenommen hat, ist ein Fehler unterlaufen. Wie Medien berichten, soll das Labor dem Gesundheitsamt falsche Laborbefunde übermittelt haben. Grund des Fehlers seien Probleme bei der Laboranalyse gewesen, berichtet der Sender unter Berufung auf eine Mitteilung des Gesundheitsamts Heidenheim. Die Testergebnisse und Fallzahlen sind korrgiert worden.