• Hohe Corona-Zahlen trotz erneutem Lockdown und Ausgangssperre in Deutschland
  • Immer mehr Todesfälle an oder mit Corona
  • So viele Neuinfektionen gibt es laut RKI heute, am 26.12.2020
Durch Corona war es ein Heiligabend wie nie zuvor in Deutschland. Nicht zuletzt wegen verschärfter Coron-Regeln im erneuten Lockdown. Auch wenn diese über Weihnachten gelockert wurden, verbrachten viele Menschen den 24. Dezember diesmal im kleinsten Kreis der Familie und verzichteten auf Besuche bei und von Verwandten sowie auf weitere Kontakte - dazu hatte RKI-Chef Lothar Wieler bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage kurz vor Weihnachten gemahnt. Dennoch werden die Corona-Fallzahlen laut RKI noch für mehrere Wochen auf einem hohen Niveau bleiben. Auch die zuletzt immer neuen Rekordzahlen der Corona-Toten in Deutschland (962 Corona-Todesfälle am 23.12.20), aber auch in Baden-Württemberg (132 Tote im Zusammenhang mit Corona am 22.12.20), gibt Anlass zur Sorge. Doch wie sind die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland heute?

Corona-Zahlen für Deutschland laut RKI-Dashboard heute: Aktuelle Fallzahlen und Neuinfektionen am 26.12.20

Wie viele Neuinfektionen gibt es? Wie viele Menschen sind im Zusammenhang mit Corona gestorben? Und wie hoch ist die 7-Tage-Inzidenz? In seinem Dashboard gibt das RKI die aktuellen Fallzahlen jeden Tag bekannt.
  • „Zeit Online“ nennt heute Morgen 17.717 Neuinfektionen. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Laut „Zeit“ gab es 162.974 bestätigte Neuinfektionen in den letzten 7 Tagen.
  • Infizierte: Die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie in Deutschland beträgt laut RKI 1.627.103 Fälle.
  • Tote: Die Zahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, liegt am Samstag bei 29.422. Zeit Online berichtet, dass die Zahl eigenen Recherchen nach bereits über der Marke von 30.000 Todesfällen im Zusammenhang mit Corona liegt.
  • Das sind 240 Tote mehr als am Vortag. Am Samstag vor einer Woche waren vom RKI 702 neue Todesfälle registriert worden. Laut Zeit Online gab es insgesamt 270 Tote zu verzeichnen.
  • Genesene: Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut RKI auf etwa 1.223.700.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde mit 0,97 (Vortag: 0,92) angeben. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz steigt stetig. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 170,7. Am Vortag hatte sie noch bei 188,8 gelegen. Am Dienstag war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden.

RKI-Dashboard zeigt aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland und die Bundesländer

In Zeiten der Corona-Pandemie liefert das Robert Koch-Institut in seinem Dashboard jeden Tag die aktuellen Fallzahlen - für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Hier geht es zum RKI-Dashboard.
Das RKI ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Ziel sei es, die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern. Daran arbeiten und forschen im RKI jeden Tag gemein­sam 1100 Menschen aus 90 verschiedenen Berufen.

Corona-Zahlen in Deutschland: Knapp 5400 Menschen intensivmedizinisch betreut

Die meisten Neuinfektionen gab es dem Bericht von Zeit Online nach mit 360 Fällen in Hamburg. Dahinter folgten die Rhein-Metropole Köln mit 343 Fällen und der Wetteraukreis in Hessen mit 340 Fällen. Die meisten Todesfälle registrierten die Gesundheitsämter demnach im sächsischen Dresden: Dort sind Zeit Online zufolge elf Menschen am Coronavirus gestorben. Deutschland überschritt am ersten Weihnachtstag die Grenze von 30.000 Pandemie-Toten; insgesamt sind 30.053 Menschen an Covid-19 gestorben.
Den Recherchen von Zeit Online zufolge werden derzeit 5388 Covid-19-Patientinnen intensivmedizinisch betreut. Das entspricht 20 Prozent der bundesweit zur Verfügung stehenden Intensivbetten. 60 Prozent sind mit anderen Patienten besetzt.

Corona Impfstoff in Deutschland: Start der Impfungen und Wirksamkeit gegen Mutation

Kurz nachdem der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer alle Testphasen erfolgreich durchlaufen und die Zulassung für den Einsatz zur Massenimpfung in der Europäischen Union erlangt hatte, bereitete eine neuartige und sehr komplexe Mutation des Coronavirus aus Großbritannien Sorgen. Nach Angaben von Ugur Sahin, Vorstandsvorsitzender und Mitgründer von Biontech, soll deren Impfstoff „Cominarty“ mit außerordentlicher Wahrscheinlichkeit auch gegen die Mutation wirken. Aktuell werde genau das erforscht. Die Ergebnisse würden laut Sahin veröffentlicht, sobald sie vorliegen. Doch auch wenn der Cominarty keine Wirkung zeige, könnte eine neue wirkungsvolle Impfstoff-Variante innerhalb von etwa sechs Wochen entwickelt werden. Doch wann kommt der Corona-Impfstoff in Deutschland zum Einsatz und wie läuft das ab?

Corona Impfung in Deutschland: Bayern und NRW nehmen erste Impfstoffdosen in Empfang

Einen Tag vor Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland sind am Samstagmorgen die ersten Impfstoffdosen in einzelnen Bundesländern eingetroffen. Ins bevölkerungsreichste Land Nordrhein-Westfalen wurden zunächst 9750 Dosen geliefert und in ein geheimes Zentrallager gebracht. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betonte: „Das ist ein wichtiger Moment der Zuversicht. Mit der Lieferung des ersten Corona-Impfstoffes entsteht Hoffnung auf ein normales Leben, wie wir es vor dem Virus gekannt haben.“
In Bayern nahmen Innenminister Joachim Herrmann und Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) die Lieferung in Erlangen in Empfang. Es handele sich um die Hälfte der für den Freistaat bestimmten ersten 9750 Impfdosen, sagte Huml. Die übrigen sollten in München ankommen. Von München und Erlangen aus wird der Impfstoff regional verteilt, alle 99 Impfzentren in Bayern sollen damit versorgt werden. Am Sonntag sollen die ersten mobilen Impfteams ausrücken, um vor allem in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern zu impfen.

Die wichtigsten Corona-Kennzahlen: Was bedeuten Neuinfektionen, Inzidenz und Co.?

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Zahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Doch was genau bedeuten die einzelnen Kennzahlen? Hier die Erklärung:

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

7-Tage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz (7-Tage-Inzidenz) ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden können, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.