• In Deutschland werden laut RKI immer mehr Tote im Zusammenhang mit Corona gemeldet
  • Ein Rekord aus der vergangenen Woche wurde nun nochmal leicht übertroffen
  • In Sachsen müssen in der Stadt Zittau derweil angesichts der hohen Todeszahlen Leichen außerhalb eines Krematoriums gelagert werden
Die Zahl der Toten, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen, hat einen neuen Rekordwert erreicht in Deutschland. Dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden binnen eines Tages von den deutschen Gesundheitsämter 962 neue Todesfälle übermittelt, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Dies ist etwas höher als der bisherige Rekord. Er lag bei 952 Verstorbenen und war vor einer Woche vom RKI bekanntgegeben worden.
Zahlen von „Zeit Online“ zufolge hat es binnen 24 Stunden 951 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona gegeben. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die RKI-Statistiken von verzögerten Meldeketten betroffen - und können deshalb abweichen.

Corona-Tote in Deutschland: Viele Menschen sterben in Regionen, die stark vom Virus betroffen sind

Die Zahl der Todesfälle war in der Tendenz zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet worden war. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Mittwoch auf 27.968.
Dem Zeit-Bericht nach sind viele Menschen in den Regionen gestorben, die auch stark von dem Virus betroffen sind. In Berlin waren es 42 Tote, im sächsischen Zwickau 31, im Erzgebirgskreis in Mittelsachsen 24 sowie im bayrischen Kreis Passau 20.

Corona in Sachsen: Wegen der hohen Todeszahlen werden Leichen außerhalb des Krematoriums gelagert

Derweil spitzt sich im Corona-Hotspot Sachsen die Situation weiter zu. Wegen der dramatisch hohen Todeszahlen im ostsächsischen Zittau müssen dort Leichen außerhalb des Krematoriums zwischengelagert werden. Die Toten sollen „im Bereich des Hochwasserstützpunkts“ gelagert und „bei Freigabe zur Einäscherung“ ins Krematorium gefahren werden, teilte die Stadt Zittau am Dienstagabend mit. Darauf habe sich die Geschäftsführung des Krematoriums mit Oberbürgermeister Thomas Zenker kurzfristig geeinigt. Am Hochwasserstützpunkt befindet sich eine große Halle, in dem Materialien gelagert werden, die im Fall eines Hochwassers gebraucht würden.
Besonders im Dezember explodierte nach Angaben der Stadt die Zahl der Toten. Während im vergangenen Jahr im Dezember 45 Menschen starben, waren es in diesem Monat bislang schon 115. Die Zahl der notwendigen Einäscherungen übersteige derzeit „mitunter die Kapazitäten des Zittauer Krematoriums“, hieß es. Es gebe deutlich höhere Sterbefallzahlen, mehr Aufnahmegespräche, Leichenschauen und Beurkundungen in den Standesämtern. Alle Beteiligten seien an den „Belastungsgrenzen“.

Corona in Zittau: Sonderschichten im Standesamt angesichts der Totenzahlen

Oberbürgermeister Zenker erklärte: „Die Kolleginnen in unserem Standesamt haben inzwischen Sonderschichten übernommen, um die anfallenden Sterbefälle ordnungsgemäß zu beurkunden. Wir sind organisatorisch an unseren Leistungsgrenzen angekommen und bitten alle Betroffenen um Verständnis.“ Zittau liegt im äußersten Südosten Sachsens im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien. Vor einer Woche hatte ein Arzt aus der Stadt mit Äußerungen über eine sogenannte Triage für Aufsehen gesorgt. Der Begriff bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen.
Sachsen ist seit Wochen mit großem Abstand der Corona-Hostspot in Deutschland. Für sechs der zehn Landkreise im Freistaat meldete das Robert Koch-Institut am Dienstag einen Inzidenzwert von mehr als 500. Der Wert gibt an, wie viele Menschen sich je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen mit dem Virus infiziert haben. An der Spitze lagen demnach am Dienstag der Landkreis Bautzen (637,5) und Zwickau (620), gefolgt vom Landkreis Görlitz (582,1), in dem Zittau liegt. Bundesweit meldete das RKI für Dienstag eine Inzidenz von 198.

Corona-Zahlen Deutschland: So viele Neuinfektionen gibt es am 23.12.

Außerdem wurden 24.740 Neuinfektionen gemeldet. Vergangenen Mittwoch, am 16.12., waren 27.728 Neuinfektionen verzeichnet worden. Den Höchstwert mit 33.777 gemeldeten Infektionen hatte es am Freitag gegeben, darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.
Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) sank bis Mittwoch leicht auf 195,1. Tags zuvor war mit 197,6 ein Höchststand erreicht worden. Den mit Abstand höchsten Wert erreicht Sachsen: Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 414,1, also mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Es folgt Thüringen mit einem Wert von 319,6. Der niedrigste Wert wird in Mecklenburg-Vorpommern mit 96,3 verzeichnet.

RKI meldet Corona-Zahlen: Inzidenz und Infizierte, Stand 23.12.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 1.554.920 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 23.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 1.160.100 Menschen inzwischen genesen.
Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,95 (Vortag: 0,98). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.