Die Zahlen in Deutschland, Europa und der Welt ändern sich jeden Tag. Das Robert-Koch-Institut (RKI) und die US-amerikanische Johns-Hopkins-University (JHU) veröffentlichen jeden Tag die neuen Fallzahlen zu Neuinfektionen, Infizierten, Toten und Genesenen. Entsprechend der Entwicklung werden in verschiedenen Regionen Maßnahmen verschärft - oder gelockert.
  • Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen laut RKI seit Ende Juli konstant an.
  • Wie also ist das weitere Vorgehen in der Coronavirus-Krise?
  • Gleichzeitig bereiten sich viele Bundesländer bereits auf die Herbstferien vor. Während beliebte Reiseziele der Deutschen wie Tirol und Voralberg derzeit tabu sind, könnten Fernreisen in bestimmte Länder noch möglich.

RKI-Zahlen für Deutschland: So viele Neuinfektionen gibt es am 03.10.2020

Die Gesundheitsämter haben dem RKI 2563 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert-Koch-Institut am Samstagmorgen bekanntgab. Zuvor hatte der Wert in den vergangenen Tage bereits mehrmals die Schwelle von 2500 überschritten.
Zunächst hatte es am vergangenen Samstag und dann am Donnerstag mehr als 2500 Fälle gegeben. Am Freitag waren sogar 2673 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden - das sind so viele Fälle wie seit der zweiten Aprilhälfte nicht mehr.

Corona-Zahlen in Deutschland: RKI meldete Höhepunkt der Neuinfektionen im April

Der Höhepunkt bei den jeden Tag gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle zum ersten Mal wieder bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.
Am Montag und Dienstag hatte die Aufbereitung der RKI-Zahlen am Morgen zunächst länger gedauert. Sie waren nicht - wie sonst üblich - gegen 6 Uhr morgens, sondern mit gut zwei Stunden Verspätung gekommen. Das RKI sagte dazu auf Anfrage: „Es gab in der Tat technische Probleme mit dem Datenexport, wir gehen davon aus, dass in den nächsten Tagen die Datenbereitstellung für ESRI wieder regulär funktioniert.“
Das RKI verwies in seinem Epidemiologischen Bulletin vom Donnerstag zudem nochmals auf die Genauigkeit der Corona-Tests. Es komme äußerst selten vor, dass ein nichtinfizierter Mensch ein positives Testergebnis erhalte (falsch-positives Ergebnis). Wegen der hohen Qualitätsanforderungen liege die sogenannte analytische Spezifität bei nahezu 100 Prozent. Zudem würden die Ergebnisse fachkundig überprüft. Bei nicht plausiblen Befunden gebe es eine Wiederholung oder ein zusätzliches Testverfahren. Die Zahl der falsch-positiven Befunde sei daher so klein, dass sie die Einschätzung der Lage nicht verfälsche.

Coronavirus-Zahlen - So viele Neuinfektionen, Tote und Genesene gibt es heute in Deutschland

  • Infizierte: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 296.958 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI auf seiner Homepage bekannt gab (Stand Samstag, 03.10.2020, 0 Uhr). Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) hatte am Freitag 295.539 Infizierte gemeldet. Zahlen vom Samstag lagen zunächst nicht vor.
  • Tote: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt jetzt bei 9527. Das sind 19 mehr als am Vortag. Die JHU hatte am Freitag 9509 Tote gemeldet. Werte für den Samstag gab es zunächst nicht.
  • Genesene: Bis Freitagmorgen hatten etwa 259.500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Aktuelle Zahlen vom Samstag gab es zunächst nicht
Anmerkung: Das RKI weist nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern aus und aktualisiert diese einmal am Tag.

RKI-Zahlen für Deutschland: Der aktuelle R-Wert

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland bei 0,97 (Vortag: 0,90). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Mittwoch bei 1,08 (Vortag: 1,05). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

RKI-Dashboard: Die Entwicklung der Zahlen in Bundesländern und Landkreisen

Doch nicht nur die Corona-Zahlen in Deutschland interessieren die Menschen. Gerade auch die Entwicklung der Pandemie im eigenen Bundesland - etwa Bayern oder Baden-Württemberg oder seinem Landkreis informieren möchte - ist von Interesse. Daten und Zahlen dazu liefert das Dashboard des RKI
In seinem Dashboard liefert das RKI Zahlen zu den Bundesländern und Landkreisen.
In seinem Dashboard liefert das RKI Zahlen zu den Bundesländern und Landkreisen.
© Foto: Screenshot; Quelle: RKI

Corona in Deutschland: Intensivmedizinische Betreuung nimmt laut RKI wieder zu

Ein Anstieg zeichnet sich inzwischen bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht vom Donnerstag (Stand 12.15 Uhr) wurden Mitte dieser Woche 362 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 193 davon werden beatmet. Eine Woche zuvor waren es noch 296 Infizierte (166 beatmet) und eine Woche davor 238 Infizierte (135 beatmet). Rund 8700 der rund 30 540 registrierten Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.
Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hatte erst kürzlich auf den Zeitverzug zwischen Neuinfektionen und schweren Verläufen hingewiesen.

Corona in Deutschland: Berlin wird zum Hotspot - SH reagiert

Schleswig-Holstein hat die Berliner Bezirke Mitte und Neukölln wegen hoher Corona-Infektionszahlen als Risikogebiete im Inland ausgewiesen. Nach Mitte folgte am Samstagabend auch Neukölln. Das könnte Urlaubspläne mancher Berliner mit Blick auf die anstehenden Herbstferien durchkreuzen: Denn alle Einreisenden aus Risikogebieten müssen sich im Norden für zwei Wochen in Quarantäne begeben oder zwei negative Corona-Tests innerhalb von fünf Tagen vorweisen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag in Kiel sagte. Das gilt auch für Schleswig-Holsteiner, die aus Berlin-Mitte und -Neukölln zurückkehren.
Auch die Städte Hamm und Remscheid - beide in Nordrhein-Westfalen - gelten in Schleswig-Holstein als Risikogebiete.