• Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK): Gibt es bundesweit einheitliche Regeln für die Schule?
  • Vor der MPK wurden härtere Regeln an Schulen diskutiert
  • Was sind die Vorschläge bei der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) heute?
  • Werden die Weihnachtsferien 2021/22 vorgezogen? Und was gilt bezüglich der Maskenpflicht?
Die Maskenpflicht an allen Schulen in Deutschland kommt zurück. Das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) verkündet. Zu verlängerten Weihnachtsferien wurde nichts verkündet, das bleibt Ländersache. Verschiedene Politikerinnen und Politiker sprachen sich dafür aus, zum Beispiel Grünen-Chef Robert Habeck. Als erste Bundesländer hatten Brandenburg und Sachsen-Anhalt beschlossen, ihre Ferien ein paar Tage früher beginnen zu lassen. Habeck sagte am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“: „Ich halte es für richtig, wenn die Weihnachtsferien in den Ländern, wo die Inzidenzen sehr hoch sind, vorgezogen werden.“ Bildungsgewerkschaften und -verbände lehnen einen solchen Schritt allerdings ab.
Bereits am Wochenende hatte die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina angesichts der Lage sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen und vorgezogene Weihnachtsferien empfohlen. Auch der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Bundestag, Ralph Brinkhaus, hatte sich dafür ausgesprochen, die Ferien überall eine oder zwei Wochen früher beginnen zu lassen.

Corona Schule Bayern: Beginnen die Weihnachtsferien früher?

In Bayern sollen die Weihnachtsferien nicht früher als geplant starten. Das sagten Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Freitag (03.12.) nach einer Kabinettssitzung in München. Auch die Präsenzpflicht für Schülerinnen und Schüler soll demnach nicht ausgesetzt werden.

Wann starten die Weihnachtsferien in Baden-Württemberg?

Bisher ist nichts dazu bekannt, dass die Weihnachtsferien in BW vorverlegt werden sollen. Stand 01.12. beginnen sie wie geplant.

Maskenpflicht im Unterricht? Diese Regeln gelten in Bayern, BW und Brandenburg

Nach Angaben des Bayerischen Innenministeriums gilt die Maskenpflicht im Freistaat ohnehin auch im Unterricht sowie bei „sonstigen Schulveranstaltungen“ und in der Mittagsbetreuung. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen gilt die Regel auch am Sitzplatz und im Sportunterricht. Von der Maskenpflicht befreit sind Schülerinnen und Schüler nur „nach Genehmigung des aufsichtsführenden Personals aus zwingenden pädagogisch-didaktischen oder schulorganisatorischen Gründen“.
In Baden-Württemberg gilt dagegen nach Angaben des Kultusministeriums seit dem 18. Oktober für Schülerinnen und Schüler keine Maskenpflicht mehr am Platz. Kinder, die eine Grund- oder Sonderschule besuchen, müssen sogar im ganzen Schulgebäude keine Maske tragen. Allerdings hatten einzelne Städte und Kreise wegen hoher Inzidenzen die Maskenpflicht teilweise wieder eingeführt. Im Sport- und Musikunterricht gilt sie grundsätzlich nicht, auch schwangere Schülerinnen und Lehrerinnen sind ausgenommen.
Wie das Brandenburgische Bildungsministerium mitteilt, gilt seit dem 15. November für alle Schüler und Lehrer die Maskenpflicht im Schulgebäude, auch am Platz.
Ausnahmen gelten für
  • den Außenbereich der Schule
  • den Sportunterricht
  • den Musikunterricht (Mindestabstand: zwei Meter)
  • die Zeiten, zu denen der Klassenraum gelüftet wird
  • Klausuren, die mindestens vier Stunden dauern
  • Sonderschüler (Schule kann sie aus pädagogischen Gründen von der Maskenpflicht befreien)
  • Kinder unter 14 Jahren – wenn ihnen die medizinische Maske nicht passt, dürfen sie eine Alltagsmaske tragen. Die Eltern dürfen entscheiden.
  • gehörlose und schwerhörige Menschen

Ab wann gelten die neuen Corona-Regeln – noch vor den Weihnachtsferien?

Für die Ministerpräsidentinnen und -Präsidenten ist es beschlossene Sache: Bald gelten in ganz Deutschland strengere Corona-Regeln, darauf haben sich die Länder heute beim Corona-Gipfel geeinigt. Die Frage ist nur: Wann ist „bald“? Ab wann gelten die beschlossenen Maßnahmen wir 2G im Einzelhandel, Maskenpflicht an Schulen und Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte? Alle Infos im folgenden Artikel:

Impfung der Schülerinnen und Schüler – Söder ist offen für Impfpflicht ab 12

„Generell wäre es natürlich gut, wenn die Impfpflicht zumindest bei denen, bei denen der Impfstoff schon erprobt ist - ab zwölf - auch stattfinden würde“, sagte Söder. Das würde schnell gehen und die Schulen „absolut sicher machen“. Zudem sei sein Gefühl bei den jungen Leuten: „Die wollen auch geimpft werden, weil sie sagen: "Dann habe ich Freiheit".“ Allerdings betonte Söder am Donnerstag, 02.12.21, nach den Bund-Länder-Beratungen, dass er sich offen für eine Diskussion gezeigt habe: „Ich habe nicht gesagt, es muss so sein.“ Dafür spreche aber, dass die Inzidenzen bei den Kindern und Jugendlichen besonders hoch seien, sie sich über Impfungen freuten und Impfungen in den Schulen gut umsetzbar seien. Söder fügte hinzu: „Wichtig ist: Wer und wie, auch welche Altersgruppen, da haben wir uns jetzt darauf verständigt, da soll der Ethikrat einen Vorschlag machen. Ich halte das für richtig. Ich bin da offen in allen Bereichen.“

Corona Schule Deutschland: Das sagen Lehrer-Verbände und Gewerkschaften zu Schluschließungen und Weihnachtsferien

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagte, verlängerte Ferien taugten als isolierte Maßnahme zur Pandemiebekämpfung nicht. Außerdem seien das immer auch komplette Schulschließungen. „Da findet ja auch kein Distanzunterricht statt.“ Auch der Grundschulverband kann sich längere Ferien nur als „Ultima Ratio“ vorstellen. Der Vorsitzende Edgar Bohn sagte, die vergangenen Schulschließungen hätten gezeigt, wie wichtig die Einrichtungen im sozial-emotionalen Bereich oder auch für die Bewegung der Kinder seien. „Es ist darum alles daran zu setzen, um Schulschließungen zu vermeiden.“
Der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Udo Beckmann sagte, die Politik habe, trotz aller Warnungen aus der Wissenschaft, erneut zu lange auf das Prinzip Hoffnung gesetzt, anstatt alle technischen Möglichkeiten zur Infektionsbekämpfung in den Schulen zu nutzen. „Deshalb führen wir die gleichen Debatten wie vor einem Jahr.“ Vorgezogene oder verlängerte Weihnachtsferien seien nichts anderes als Schulschließungen.
Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, warnte vor einer Situation wie im letzten Winter: Wenn Absagen oder Einschränkungen bei Massenveranstaltungen nicht reichten, könne es sein, dass in Einzelfällen darüber nachgedacht werden müsse, „Schulen für ein, zwei Wochen in den Distanzunterricht zu schicken“. „Aber es darf auf keinen Fall eine Schließung für mehrere Wochen oder Monate werden, so wie wir das im vergangenen Winter hatten.“

93.500 bekannte Corona-Fälle bei Schülern in Deutschland

Die Zahl der Corona-Fälle an Schulen in Deutschland steigt weiter. Nach am Mittwoch (01.12.) veröffentlichten Zahlen der Kultusministerkonferenz (KMK) waren in der vergangenen Woche 93.487 Corona-Fälle bei Schülerinnen und Schülern bekannt. In der Vorwoche waren es rund 72.000. Darüber hinaus waren rund 152.000 von 10 Millionen Schülern in Quarantäne.
Die KMK legt im Wochenrhythmus Zahlen vor. Grundlage sind Rückmeldungen aus den Bundesländern aus mehr als 28.000 allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen mit etwa 10 Millionen Schülerinnen und Schülern. Insgesamt gibt es in Deutschland etwa 11 Millionen Schülerinnen und Schüler und rund 40.000 Schulen und Berufsschulen. An fast 1500 Schulen gab es demnach in der vergangenen Woche Einschränkungen im Präsenzbetrieb (Vorwoche: 1000 Schulen). 140 Schulen waren geschlossen (Vorwoche: 66).
Die Statistik für die Woche vom 22. bis 28. November weist außerdem 7300 Corona-Fälle bei Lehrkräften aus (Vorwoche 5670) und zusätzlich rund 4000 Quarantäne-Fälle (Vorwoche 3400). Zugrunde liegen hier Angaben zu etwa 885.000 Lehrkräften.