In der bayerischen Landeshauptstadt München gab es in den vergangenen Tagen offenbar vermehrt Corona-Fälle, die im Zusammenhang mit Corona-Mutationen stehen. Wie die Apotheken-Umschau berichtet, handelt es sich um die in Großbritannien erstmals entdeckte Mutation namens B1.1.7 und um die in Südafrika entdeckte Mutation namens B1.351. Hinweise darauf habe das Labor „Becker & Kollegen“ in seinen verschiedenen Standorten gefunden.
  • Von den im Labor zwischen dem 28. Dezember und 7. Januar untersuchten positiven Proben wies zunächst nur eine Probe diese Mutation auf, also lediglich 0,2 Prozent.
  • Bei den positiven Abstrichen vom 20. Januar seien dem Bericht nach schon 4,7 Prozent den neuen Varianten zugeordnet.
  • Und bei den Abstrichen vom 21. Januar stieg der Wert auf 8,1 Prozent an.
  • Vom 22. bis 24. Januar wiesen dem Bericht zufolge 7 Prozent der positiven Proben eine Mutation auf.
Ohnehin gibt es, so eine Meldung der Nachrichtenagentur DPA vom Dienstag, „beunruhigende Nachrichten über neue bestätigte und neue Verdachtsfälle auf die britische Coronavirus-Mutation im Freistaat“.

Corona Mutation in München und Bayern: Tendenz steigend

Die Zahlen seien mit Vorbehalt zu betrachten, sagt Professor Jürgen Durner, Facharzt für Labormedizin und Chief Medical Officer von „Becker & Kollegen“, dem Bericht der Apotheken-Umschau zufolge. „Wir haben diejenigen unserer Proben auf die Mutation hin getestet, bei denen das Virus nachgewiesen werden konnte. In Bezug auf die positiven Tests in ganz Süddeutschland ist das natürlich nur eine sehr kleine Stichprobe, die auch nicht repräsentativ ist“, sagte Durner demnach.
Weiter erklärt er, dass die Tendenz ernstzunehmen sei: „Innerhalb von nicht einmal drei Wochen ist der Anteil der Varianten an den Infektionen von weniger als ein Prozent auf einen hohen einstelligen Prozentbereich geschnellt. Das ist schon ein klares Zeichen dafür, dass sich die neuen Varianten derzeit sehr schnell ausbreiten.“

So ist die aktuelle Corona-Lage in München

  • Neuinfektionen: In München wurden für Montag, 1. Februar, 81 neue Corona-Fälle und ein weiterer Todesfall gemeldet. Insgesamt sind in der Landeshauptstadt damit bislang 51.778 Infektionen bestätigt. Aufgrund der Nacherfassung von 133 Todesbescheinigungen aus den letzten beiden Monaten erhöht sich die Gesamtzahl der Todesfälle auf 967.
  • 7-Tage-Inzidenz: Der aktuelle Wert für München beträgt laut Robert-Koch-Institut 58,1. Sie entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom RKI ermittelt. Der auf dem RKI-Dashboard veröffentlichte Inzidenzwert ist der nach dem Infektionsschutzgesetz und der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung ausschlaggebende Wert.
  • R-Wert: Die Reproduktionszahl für München liegt bei 0,79 (Stand 2.2.) – das bedeutet, dass statistisch gesehen 100 Infizierte 79 Menschen neu anstecken. Je deutlicher die Reproduktionszahl über 1 liegt, umso schneller breitet sich das Coronavirus weiter aus. Je weiter sie unter 1 sinkt, umso weniger Neuinfektionen sind zu erwarten.

Ausbruch von Mutation auch in Bayreuth

Nicht nur in München breiten sich Mutationen des Virus aus, auch in anderen Teilen Bayerns. So gibt es einen Ausbruch der Mutation aus Südafrika im Klinikum Bayreuth. die Krankenhäuser wurden geschlossen, für mehr als 3000 Mitarbeiter gilt eine so genannte Pendel-Quarantäne. so Der Ausbruch in der Klinik in Bayreuth wurde bereits am Dienstag bekannt. Die Situation sei aber unter Kontrolle, hieß es am Mittwoch seitens der Klinikleitung.

Verdacht auf Mutation in Hof: Abschlussklassen weiter im Distanzunterricht

Wegen mehrerer Verdachtsfälle einer Corona-Mutation müssen die Abschlussklassen in Stadt und Landkreis Hof anders als im Rest Bayerns weiter im Distanzunterricht lernen. Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) betonte am Freitag, dies sei der ausdrückliche Wunsch der Schulen. Bevor die Schüler zurückkehrten, sollen alle getestet werden. Dafür müsse nun ein Konzept erarbeitet werden. Auch im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge sollen die Absolventen aufgrund der hohen Infektionszahlen zunächst eine Woche länger daheim bleiben.
In Stadt und Landkreis Hof bestand am Freitag in 14 Fällen der Verdacht auf eine hochansteckende Mutation. Die Behörden schließen einen Zusammenhang mit der Grenznähe zu Tschechien nicht aus.

Corona-Mutationen bei Saisonarbeitskräften - Strengere Regeln

Auch bei drei Arbeitskräften eines fränkischen Weinguts ist die hochansteckende Corona-Mutation aus Großbritannien nachgewiesen worden. Das Ergebnis eines weiteren Arbeiters des Betriebs in Iphofen (Landkreis Kitzingen) stehe noch aus, erklärte eine Sprecherin des Landratsamts am Montag.
Der Mann könnte sich bei einem Kollegen angesteckt haben, der schon bei der Einreise positiv getestet wurde. Von seinen acht Kontaktpersonen wurden vier positiv getestet - bei drei Proben bestätigte sich die Mutation B.1.1.7, bei einer Probe stand das Ergebnis am Montag noch aus. Die Betroffenen hätten keine oder nur leichte Symptome, versicherte das Landratsamt.
Aus Sorge vor Mutationen gelten im Landkreis Dingolfing-Landau bis vorerst Mitte Februar strengere Regeln für Saisonarbeiter: Sie müssen nach der Einreise alle in Quarantäne, positiv getestete Arbeiter und ihre Kontaktpersonen müssen isoliert untergebracht werden. Außerdem dürfen sie nur den Betrieb wechseln, wenn sie ein negatives Testergebnis vorweisen können und das Landratsamt über den Wechsel informiert wird.

Verdacht auf Corona-Mutation in Allgäuer Klinik

Im Allgäu gibt es in einem Krankenhaus den Verdacht auf eine Coronavirus-Mutation. In dem kommunalen Krankenhaus in Buchloe werden deswegen vorläufig keine neue Patienten aufgenommen oder Kranke in andere Häuser verlegt. Es seien strenge Schutzmaßnahmen getroffen worden, berichtete das Landratsamt in Marktoberdorf am Montag. Zuvor hatten mehrere Medien über den Verdachtsfall berichtet.

Corona Mutation Ulm: Schon 14 Virus-Mutationen gefunden

Die Auswertung der Reihentests im Donautal dauert noch an. Schon jetzt gibt es aber ein höhere Zahl an Mutanten.

Sorge vor Corona Mutation: Seehofer und Merkel prangern Reisen an und planen Verschärfungen

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass die Bundesregierung - insbesondere Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) - angesichts einer größer werdenden Sorge vor den verschiedenen Corona-Mutationen Verschärfungen bezüglich der Reisen von Deutschen bzw. der Einreise nach Deutschland planen. Diskutiert worden sein sollen unter anderem verschärfte Grenzkontrollen oder eine Einschränkung des Flugverkehrs. 

Österreich: Skitouristen umgehen mit Tricks das Reiseverbot

Mit dreisten Tricks haben sich zahlreiche Skifahrer aus Deutschland, Großbritannien und Skandinavien haben im bekannten Wintersportort St. Anton am Arlberg einquartiert. Viele, die trotz der verpflichtenden Corona-Quarantäne anreisten, seien auf den Skipisten anzutreffen und würden anschließend Aprés-Ski-Parties feiern, klagt Bürgermeister Helmut Mall. Die österreichische Polizei verstärkt ihre Kontrollen.

Norwegen schließt wegen Mutation die Grenzen

Norwegen zieht die Notbremse und schließt seine Grenzen für fast alle Ausländer. Bisher sind die Zahlen dort niedrig. Um die Ausbreitung der neuen Varianten des Coronavirus einzudämmen, ergreift das Land nun aber strenge Maßnahmen.

Corona Zahlen Bayern: Inzidenzen sinken

Die Sorge vor der Mutation in Bayern ist auch deshalb so groß, weil die Zahlen aktuell sinken. Nachdem Bayern im Herbst und Winter zu den absoluten Corona-Hotspots gehörte, liegt die landesweite Inzidenz am Montag, 1.2, laut RKI mit 92 bei unter 100. Nur sechs Städte und Kreise überschreiten den Wert von 200. Am Donnerstag waren es allerdings nur vier:
  • Kreis Tirschenreuth (316,5)
  • Kreis Hof (283,8)
  • Kreis Regen (244,2)
  • Stadt Passau (219,7)
  • Stadt Ansbach (217,7)
  • Stadt Hof (216)
  • Kreis Wunsiedel (249,1)