• Die Corona-Zahlen in Deutschland gehen zwar allmählich runter
  • Es gibt aber eine große Sorge angesichts von Corona-Mutationen
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer wollen offenbar Reisen nach Deutschland drastisch einschränken
Wird das Reisen nach Deutschland deutlich eingeschränkt? Das scheint zumindest der Plan der Bundesregierung zu sein. Wie „Bild“ berichtet, hat Innenminister Horst Seehofer (CSU) Kanzlerin Angela Merkel Pläne vorgelegt, wie man das Reisen nach Deutschland drastisch einschränken könnte, um eine Verbreitung des mutierten Coronavirus zu verhindern.
Kanzlerin Merkel schlägt vor, Reisen so unangenehm wie möglich zu machen.
Kanzlerin Merkel schlägt vor, Reisen so unangenehm wie möglich zu machen.
© Foto: Fabrizio Bensch / DPA

Merkel: Reisen so unangenehm wie möglich machen

Auch die Auslandsreisen vieler Deutscher hat Merkel kritisiert, berichtet Bild. Weihnachten seien jeden Tag 50.000 Menschen auf die Kanaren und die Malediven geflogen. „Warum können wir die Reisen nicht verbieten?“, soll die Regierungschefin gefragt haben. Man müsse „den Flugverkehr so ausdünnen, dass man nirgendwo mehr hinkommt“, sagte Merkel nach Angaben von Zuhörern der Schalte. Weiter sagt sie: „Man kann nur Reisen unattraktiv unangenehm machen, etwa durch Quarantäne.“ Sie fügte auch an, Deutschland brauche ein härteres Grenzregime.

Reisen trotz Corona: Bundesregierung besorgt über Regel-Verstöße von Airlines

Nach Informationen der Bild ging es bei dem Einreise-Gipfel im Kanzleramt darum, europäische Maßnahmen zu entwickeln, zum Beispiel Einflugverbote für ganz Europa aus Gebieten, in denen die Mutation wütet.
Besondere Sorgen bereitet der Regierung dem Bericht zufolge, dass Airlines sich nicht an die strengen Corona-Regeln halten. So gab es demnach von 16 Airlines alleine an einem einzigen Tag 250 Verstöße gegen die Einreisebestimmungen.

Einreise-Beschränkungen nach Deutschland: Reduzierung des Flugverkehrs und „deutlich schärfere Grenzkontrollen“?

Zu konkreten Planungen für neue Einreise-Regelungen wollte sich das Bundesinnenministerium am Dienstag zunächst nicht äußern. Unklar blieb daher, unter welchen Voraussetzungen härtere Maßnahmen beschlossen werden könnten. Dazu gehörten „deutlich schärfere Grenzkontrollen“, besonders an den Grenzen zu Hochrisikogebieten, „aber auch die Reduzierung des Flugverkehrs nach Deutschland auf nahezu Null“.
Laut „Bild“ fügte er hinzu: „Die Menschen, die in Deutschland harte Einschränkungen akzeptieren, erwarten von uns, dass wir sie bestmöglich vor einer Explosion der Infektionszahlen schützen.“ Seehofer hatte im März 2020 zur Eindämmung der Pandemie vorübergehend an mehreren Grenzabschnitten stationäre Kontrollen angeordnet. Diese wurden am 15. Juni wieder beendet. Aktuell muss, wer aus Gebieten mit besonders hohen Infektionszahlen oder aus einem sogenannten Corona-Mutationsgebiet nach Deutschland reisen will, einen negativen Corona-Test vorweisen.

Corona-Mutation im Raum München nachgewiesen

Im Raum München breiten sich Corona-Mutationen aus England und Südafrika rasant aus. Auch im Kreis Neu-Ulm ist offenbar zudem eine Mutation aus Dänemark entdeckt worden.

Einreise nach Deutschland: Berlins Senatorin Kalayci für Verschärfung der Regeln

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat sich für eine Verschärfung der Quarantäneregeln bei Einreisen nach Deutschland ausgesprochen. „Ich will an dieser Stelle einen kritischen Punkt in den Regelungen ansprechen, die ich gerne verändert haben würde“, sagte sie am Dienstag nach einer Sitzung des Senats. „Zurzeit gibt es in den Quarantäneregelungen auf Bundesebene die Möglichkeit, dass man sich nach fünf Tagen freitesten kann nach Einreise.“ Das sei jedoch insbesondere im Hinblick auf Mutationsvarianten sehr kritisch zu sehen. „Dieses Freitesten müssen wir relativ zügig aufheben“, forderte die SPD-Politikerin.
Es gebe noch zu wenig Erkenntnisse, was die Inkubationszeit der neuen Virusmutationen angehe, sagte Kalayci. Solche Regelungen stammten noch aus dem Sommer und passten nicht mehr angesichts der aktuellen Lage. „Deswegen gehe ich davon aus, dass diese Regelung bundesweit korrigiert wird.“ Coronavirus-Varianten, die als gefährlicher als das bekannte Virus gelten, sind unter anderem in Südafrika, Brasilien und in Großbritannien aufgetaucht.
Kalayci begrüßte die bereits beschlossenen Verschärfungen der Bundesregierung bei Einreiseregeln zur Eindämmung des Coronavirus. Für fast 30 Länder mit besonders hohen Infektionszahlen oder besonders gefährlichen Virusvarianten gilt seit Sonntag eine Testpflicht vor der Einreise. Zu diesen Hochrisikogebieten zählen das Nachbarland Tschechien, die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA. „Dass diese Liste da ist, ist sehr gut“, sagte Kalayci, die ausdrücklich befürwortete, dass Einreisende aus solchen Ländern sich bereits vorher testen lassen müssen.