• Die Bundeswehr prüft Corona-Hilfe für Portugal
Immer strengere Auflagen für Reisen ins Ausland sollen die grenzüberschreitende Verbreitung des Coronavirus eindämmen. Jetzt gibt es wieder neue Corona-Regeln für Urlaub und Reise, die auch einige sehr beliebte Reiseziele der Deutschen betreffen - wie Portugal. Risikogebiet, Reisewarnung und Corona-Zahlen - wie ist die aktuelle Lage in Portugal?

Corona in der EU: Auswärtiges Amt erklärt Portugal und weitere Länder zu Hochinzidenzgebieten

Die Bundesregierung hat die Reiseauflagen wegen der Corona-Pandemie verschärft. Seit dem 24.1.21 werden mehrere EU-Länder als Hochinzidenzgebiete "mit besonders hohen Infektionsrisiko" eingestuft, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Betroffen sind davon:
  • Portugal
  • Spanien
  • Estland
  • Lettland
  • Litauen
  • Slowenien
  • und Tschechien.
Menschen aus solchen Staaten müssen deshalb noch vor Reiseantritt einen negativen Covid-19-Test vorlegen.
Diese Staaten haben alle eine Inzidenz von über 200. Die Vorgabe wurde auch auf mehrere Drittstaaten außerhalb der EU ausgeweitet, darunter:
  • USA
  • Ägypten
  • Israel
  • Bosnien
  • und Kosovo

Höchste Corona-Risiko-Warnstufe für Portugal wegen Coronavirus-Mutation

Das beliebte Urlaubsziel der Deutschen, Portugal, galt lange Zeit in der Corona-Krise als Vorbild im Kampf gegen das Virus. Doch jetzt ist die Situation vor Ort alarmierend - extrem hohe Corona-Zahlen haben zur Einstufung in die höchste Risiko-Warnstufe mit besonders gefährlichen Virus-Mutationen geführt. Bisher zählten dazu nur Großbritannien, Irland, Brasilien und Südafrika.

In Portugal sind alle Intensivbetten belegt

Wie der Sender ntv schreibt, grassiert in Portugal die britische Virusvariante besonders heftig. Das Gesundheitssystem des Landes ist inzwischen an ihre Grenzen gekommen. Laut offiziellen Angaben sind die Kapazitäten auf den Intensivstationen vollkommen ausgeschöpft. Die Lage ist verheerend. Kaum ein anderes Land hat zuletzt im Verhältnis zur Bevölkerungszahl mehr Neuinfektionen und mehr Todesfälle im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gemeldet. DIe 7-Tage-Inzidenz liegt in Portugal bei 700. Deutschland hat ein Bundeswehrteam entsandt, um den Ärzten und Pflegern zu helfen.

Reisewarnung und Einschränkungen für Risikogebiet Portugal

Risikogebiet ist nicht gleich Reisewarnung. Gilt ein Staat als Risikogebiet, spricht das Auswärtige Amt aber sehr wahrscheinlich auch eine Reisewarnung dafür aus. Wie ist die Corona-Lage in Portugal aktuell (Stand 27.1.21, 15 Uhr) und was gilt für Urlauber und Reisende?
  • Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung (seit 25.1.21) ausgesprochen
  • Portugal gilt als Risikogebiet
  • Seit 27.1.21 Einstufung als Virusvarianten- und Hochinzidenzgebiet
  • Für Reiserückkehrer besteht eine Quarantäne-Pflicht
  • keine Einreisebeschränkung auf dem portugiesischen Festland für Deutsche Urlauber
  • Reisende müssen Zielort, Reisegrund und Erreichbarkeit nennen
  • Kein Corona-Test bei Rückreise nach Deutschland auf dem Festland

Reisewarnung des Auswärtigen Amtes wegen hoher Infektionsgefahr mit Corona in Portugal

Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Portugal derzeit aufgrund hoher Corona-Zahlen und Infektionsgefahr mit dem Coronavirus. Die Reisewarnung gilt für Portugals Festland sowie die autonomen Regionen Madeira und Azoren.
Mittlerweile ist das portugiesische Festland besonders stark von Corona betroffen und das Gesundheitssystem im Land ist überlastet. Die Ärzte müssen über Leben und Tod entscheiden und die Wahl treffen, wer ein Beatmungsgerät bekommt und wer nicht. Die Inzidenz im Land beträgt mehr als 200 pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage.

Coronavirus-Einreiseverordnung vom 13. Januar 2021: Immer negativen Covid-19-Test dabei haben

Wie das Auswärtige Amt mitteilt, müssen Reise-Rückkehrer aus Portugal in Deutschland neben der bestehenden Anmeldepflicht und grundsätzlichen Quarantänepflicht auch immer den Nachweis eines negativen Covid-19-Tests mit sich führen.

Corona-Hochrisikogebiet Portugal riegelt sich ab

Das Corona-Hochrisikogebiet Portugal hat sich zur Eindämmung der Pandemie abgeriegelt. Seit Sonntag, 24.1. ist in dem auch bei Deutschen beliebten Urlaubsland die Ein- und Ausreise ohne triftigen Grund untersagt. An der Landgrenze zum Nachbarn und EU-Partner Spanien wurden - wie bereits im Frühjahr 2020 - wieder Kontrollen eingeführt. An Häfen und Flughäfen wurden zudem nach dem Regierungsdekret die Kontrollen verschärft. Ausnahmen gelten unter anderem für
  • Menschen, die zur Arbeit fahren,
  • an ihren Hauptwohnsitz zurückkehren oder beruflich unterwegs sind,
  • für den Warentransport
  • sowie für medizinische Notfälle oder humanitäre Hilfe.

Einreisebeschränkungen in Portugal für Reisende aus Deutschland

Aktuell gibt es Einreisebeschränkungen für Reisende aus Deutschland, die auf dem Luft- oder Landweg auf dem portugiesischen Festland einreisen. Folgendes gilt für die Einreise:
  • Reisende aus Deutschland müssen einen negativen PCR-Test (max. 72 Stunden alt) gegenüber der Fluggesellschaft vor Abflug nachweisen.
  • Über Land kann ab dem 31.1. nur noch einreisen, wer einen Wohnsitz in Portugal hat oder aus beruflichen Gründen ins Land muss.
  • Über Ausnahmen wie etwa einen familiären Notfall entscheiden Beamte an der Grenze.
  • Außerdem wird die Körpertemperatur gemessen.
  • Übersteigt sie 38 Grad ist mit Quarantäne zu rechnen.

Deutschland will Flüge aus Portugal drastisch einschränken

Das Kabinett beschloss ein Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bahn-, Bus- und Schiffsunternehmen bis zum 17. Februar, das aber zahlreiche Ausnahmen unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebenden Ausländer sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr vorsieht, wie das Bundesinnenministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage bestätigte. Betroffen sind zunächst Großbritannien, Irland, Portugal, Südafrika und Brasilien, ab Sonntag auch die kleinen afrikanischen Staaten Lesotho und Estwani.

Corona-Regeln Portugal: Welche Beschränkungen gelten vor Ort aktuell?

Es gilt Ausnahmezustand. Dieser wird bis auf weiteres meist alle 15 Tage verlängert. Das Land ist in vier Risikostufen mit unterschiedlichen Maßnahmen eingeteilt. Unterschieden wird zwischen Landkreisen (concelhos) mit:
  • gemäßigtem Risiko (risco moderado)
  • erhöhtem Risiko (risco elevado)
  • erheblich erhöhtem Risiko (risco muito elevado)
  • und außerordentlich erhöhtem Risiko (risco extremamente elevado)
Zudem gilt seit dem 22.1. zunächst für einen Monat ein weiter verschärfter Corona-Lockdown des öffentlichen Lebens. Die Bewegung im öffentlichen Raum ist nur noch in folgenden Fällen erlaubt:
  • Einkaufen von Lebensmitteln, pharmazeutischen Produkten, den Angeboten der Tankstellen und Produkten zur Sicherung von Grundbedürfnissen
  • Banken-, Arzt- und Krankenhausbesuchen
  • Weg zur Arbeit (mit Bescheinigung des Arbeitgebers)
  • Rückkehr an den Ort des gewöhnlichen Aufenthalts
  • zur Unterstützung von hilfebedürftigen Personen oder Minderjährigen
  • aus Gründen höherer Gewalt
An den Wochenenden, freitags ab 20 Uhr bis montags 5 Uhr, ist der Bewegungsradius auf den eigenen Landkreis (concelho) beschränkt. Ausnahme gilt nur bei oben genannten triftigen Gründen.
Menschenleere Strände in Portugal: Die Corona-Lage vor Ort ist dramatisch, das Gesundheitswesen völlig überlastet. Trotzdem reizt das beliebte Reiseziel der Deutschen viele Urlauber, denn die Reisebedingungen sind trotz Reisewarnung für das Risikogebiet unverhältnismäßig angesichts der hohen Fallzahlen vor Ort.
Menschenleere Strände in Portugal: Die Corona-Lage vor Ort ist dramatisch, das Gesundheitswesen völlig überlastet. Trotzdem reizt das beliebte Reiseziel der Deutschen viele Urlauber, denn die Reisebedingungen sind trotz Reisewarnung für das Risikogebiet unverhältnismäßig angesichts der hohen Fallzahlen vor Ort.
© Foto: Julian Hacker Pixabay

Kontaktbeschränkungen, Alkohol- und Feier-Verbot in Portugal wegen Corona

Die Kontakte sind auf den eigenen Haushalt zu beschränken. Spaziergänge und sportliche Betätigung ist nur für kurze Dauer, im Umfeld der eigenen Wohnung erlaubt. Menschenansammlungen in Parks, öffentlichen Sportanlagen oder an den Uferpromenaden sind verboten. Alle Kultur- und sämtliche Freizeit- und Sporteinrichtungen sind geschlossen. Private Feiern, sowie der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum sind untersagt.

Homeoffice-Pflicht gegen Ausbreitung des Coronavirus in Portugal

Die Arbeit im Homeoffice ist bei Machbarkeit für Arbeitnehmer verpflichtend. Bürgerämter und Bildungseinrichtungen sind geschlossen, nicht notwendige Gerichtsverfahren ausgesetzt. Gottesdienste werden nicht mehr abgehalten.Mit Ausnahme der Geschäfte des täglichen Bedarfs sind gewerbliche Einrichtungen und Dienstleister geschlossen.
Restaurants, Cafés und Bars dürfen nur für außer Haus Verkauf und für Lieferdienste öffnen. Gastronomiebetriebe in Einkaufszentren sind hingegen komplett geschlossen. Die Öffnungszeiten der Geschäfte des täglichen Bedarfs sind eingeschränkt, werktags bis 20 Uhr und samstags und sonntags bis 13 Uhr. Lebensmittelgeschäfte dürfen samstags und sonntags bis 17 Uhr geöffnet bleiben. Bei Hotels und Campingplätzen ist mit Einschränkungen zu rechnen.

Corona-Regeln Portugal: Maskenpflicht und Bußgelder bei Verstößen

Im öffentlichen Raum gilt grundsätzlich der Mindestabstand von zwei Metern zu allen Personen, die nicht im selben Haushalt leben. Die Maskenpflicht gilt in Geschäften und in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Freien im gesamten öffentlichen Raum gilt die Maskenpflicht überall dort, wo der empfohlene Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Kinder unter zehn Jahren sind von der Maskenpflicht ausgenommen - und Personen mit einem ärztlichen Attest.
Bei Verstoß drohen Bußgelder von bis zu 500 Euro für Einzelpersonen und von bis zu 5000 Euro bei Gruppen. Strafen für Verstöße von kommerziellen Einrichtungen können sich auf bis zu 10.000 Euro belaufen. Es ist mit verstärkten Kontrollen zu rechnen.

Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unterstützen Portugal in der Pandemie

Die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die ab Mittwoch das strauchelnde Hochrisikoland Portugal im Kampf gegen die Corona-Pandemie unterstützen, werden mit Erleichterung empfangen werden. Der Europaabgeordnete Paulo Rangel sprach von einem „Beispiel europäischer Solidarität“. Auch Österreich und Spanien wollen helfen, aber „Die Deutschen sind die ersten“, titelte das Renommierblatt „Público“ anerkennend mit. Leser der Zeitung schrieben, sie seien bewegt und dankbar für die Hilfe aus Berlin. „In schwierigen Stunden erkennt man die echten Freunde“, lautete ein Eintrag in der Kommentarspalte. „Público“ erinnerte daran, dass Deutschland schon in der ersten Corona-Welle anderen Ländern geholfen habe. Auch die EU-Kommission habe Hilfe angeboten, berichtete die Zeitung „Diário de Noticias“.

Regierung in Portugal bestreitet „formellen“ Hilferuf an EU

In Lissabon bestritt die sozialistische Regierung unterdessen, dass es bereits einen „formellen“ Hilferuf an die EU gegeben habe. Der werde zwar in Erwägung gezogen, sei aber noch nicht abgesetzt worden, sagte Gesundheitsstaatssekretär António Lacerda Sales vor Journalisten in Lissabon. Er erklärte: „Solange wir Antworten finden und die Kapazitäten haben, um auf die Bedürfnisse der Portugiesen zu reagieren, tun wir das. Natürlich sind wir auf alle Szenarien vorbereitet und halten uns immer die Möglichkeit offen, die Mechanismen der europäischen Zusammenarbeit zu aktivieren.“
Die Boulevardzeitung „Correio da Manha“ schrieb unter Berufung auf Regierungsquellen, Deutschland und Spanien hätten Portugal von sich aus Hilfe bei der Bekämpfung der Pandemie angeboten. Es gehe dabei konkret um den Transport und die Aufnahme von Covid-Kranken sowie um die Verstärkung der Ärzte- und Pflegerteams in Portugal. Eine Mitteilung der spanischen Regierung gab es dazu vorerst aber nicht.

Österreich bietet Portugal Hilfe an

Österreich will dem Corona-Hochrisikoland Portugal zehn Patienten aus überlasteten Kliniken abnehmen. Das Angebot gelte für fünf Covid-19-Patienten und fünf Menschen mit schweren Erkrankungen oder bevorstehenden Operationen, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag mit. Es sei ein Gebot der europäischen Solidarität, rasch und unbürokratisch zu agieren. „So wie wir bereits bisher Intensivpatienten aus Frankreich, Italien sowie Montenegro aufgenommen haben, wollen wir nun Portugal in dieser schwierigen Situation helfen“, sagte Kurz.
Bisher hatte Gesundheitsministerin Marta Temido versichert, eine Entsendung von Covid-19- oder anderen Patienten ins Ausland werde vorerst nicht erwogen. Auch Ärzte sagen, es gebe innerhalb Portugals Regionen mit weniger ausgelasteten Kliniken, in die man Patienten aus den inländischen Hotspots schicken könne. Zudem sollen Privatkliniken stärker herangezogen werden. Mehr als 900 Covid-Kranke wurden zuletzt auf Intensivstationen behandelt. Im staatlichen System hat Portugal nach eigenen Angaben 1250 bis 1300 Intensivbetten, die aber auch für andere Fälle benötigt werden.

Trotz Lockdown: Autoreisende müssen Vignettenpflicht beachten

Schon Urlaub für die Zeit nach dem Lockdown geplant? Auch wenn gerade nicht die Zeit für Urlaubsreisen ist - in vielen Nachbarländern Deutschlands besteht weiterhin eine Vignettenpflicht. Wer mit dem Auto in die Alpen fahren möchte, der braucht in Österreich, der Schweiz und Slowenien eine gültige Vignette. Die Aufkleber aus 2020 waren in Österreich, der Schweiz und Slowenien nur noch bis 31. Januar 2021 gültig, informiert der ADAC. Ab 1. Februar werden ausschließlich die neuen Vignetten für 2021 anerkannt. Das gelte auch für die Digitalvariante in Österreich.
Wer ohne eine gültige Vignette unterwegs ist, dem drohen Bußgelder. In Slowenien können dem ADAC zufolge bis zu 500 Euro fällig werden. In Österreich seien es mindestens 120 Euro – und bei Manipulationen an dem Mautnachweis sogar doppelt so viel. In der Schweiz sind den Angaben nach rund 180 Euro zuzüglich Vignettenkosten zu zahlen.
Folgende Preise nennt der ADAC für die Vignetten 2021: In Österreich sind es für das gesamte Jahr 92,50 Euro, für zwei Monate 27,80 Euro und für zehn Tage 9,50 Euro. In der Schweiz kostet die neue Jahresvignette 38,50 Euro. In Slowenien sind es 110 Euro für ein Jahr, 30 Euro für einen Monat und 15 Euro für sieben Tage.