• Doch schon seit dem 01.03.2021 gibt es erste Lockerungen des Lockdowns.
  • Diskutiert wird aktuell eine Erweiterung des Modells „Click and Collect“ hin zu „Click and Meet“ als Öffnungsperspektive für Läden des Einzelhandels
  • Wesentlich für Lockerungen ist eine Teststrategie mit Schnelltests.
Auf Druck der Länder ist Kanzlerin Angela Merkel anders als ursprünglich geplant zu weiteren Corona-Öffnungsschritten schon ab einer Inzidenz von 50 bereit. Der nach dpa-Informationen aus Teilnehmerkreisen geeinte Kompromissvorschlag, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sieht für den Fall landesweite oder regionale Öffnungen „des Einzelhandels mit einer Begrenzung von einer Kundin oder einem Kunden pro 10 qm für die ersten 800 qm Verkaufsfläche und einem weiteren für jede weiteren 20 qm“ vor.
Möglich wären dann auch die Öffnung von
  • Museen
  • Galerien
  • Gedenkstätten
  • zoologischen und botanischen Gärten
  • sowie auch kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen bis maximal zehn Personen im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen.
Ursprünglich hatte Merkel diese Lockerungen erst ab einer stabilen Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner akzeptieren wollen.

Corona-Gipfel Beschlüsse: Ergebnisse des Bund-Länder-Treffens - Die neuen Regeln im Überblick

Die Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten war lang und zäh. Um viele Beschlüsse wurde hart gerungen. Nach über neun Stunden standen die Ergebnisse fest, aus denen die Bundesländer nun regional neue Regeln formen. Hier geht`s zur Übersicht.

Welche Geschäfte dürfen öffnen? Buchhandlungen dürfen bundesweit öffnen

Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte können bei Einhaltung von Hygieneauflagen bundesweit wieder öffnen. Das haben Kanzlerin Angela Merkel. In einigen Ländern sind diese Geschäfte trotz der Corona-Pandemie bereits offen.
Der Ruf nach einem Ende des Lockdowns für Läden des Einzelhandels war im Vorfeld immer lauter geworden - und beim Corona-Gipfel zum Streitpunkt, der sogar zu einer Unterbrechung der Verhandlungen führte.

Was sind Geschäfte des täglichen Bedarfs?

Bislang war der Einzelhandel weitestgehend geschlossen. Nur Geschäfte des täglichen Bedarfs waren geöffnet. Das sind zum Beispiel:
  • Supermärkte
  • Optiker
  • Bäckereien
  • Drogerien
  • Autowerkstätten
  • Tankstellen
  • Fahrradreparaturläden
  • Babyfachmärkte
  • Apotheken

Öffnung des Handels wird beim Gipfel zum Streitpunkt

Der Handelsverband Deutschland hatte vor Beginn des Treffens eine rasche Öffnung der Einzelhandelsgeschäfte ab dem 8. März. „Wir brauchen jetzt den Einstieg in den Ausstieg aus dem Lockdown“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, in Berlin.
Mehr als 100 im „Gastgeberkreis“ zusammengeschlossen Gastronomen forderten unterdessen in einem Brandbrief, „dass die Restaurants parallel mit dem Einzelhandel wieder öffnen und für ihre Gäste da sein dürfen“. Der Deutsche Städtetag sieht dagegen „noch keinen Spielraum“ für eine umfassende Öffnung.

Corona-Gipfel: Handelsverband fordert verbindliche Öffnungsstrategie

Der HDE verlangte, Bund und Länder müssten auf dem Corona-Gipfel eine transparente, verbindliche und evidenzbasierte Öffnungsstrategie mit konkreten Maßnahmen beschließen. Die Wiedereröffnung der Innenstädte dürfe dabei nicht vom Erreichen einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in 7 Tagen abhängig gemacht werden. „Es muss mehr geben als ‚Geschlossen’ bis 35“, verlangte Genth.
Der HDE-Hauptgeschäftsführer plädierte für eine „Wiedereröffnung in Stufen“. Bei höheren Inzidenzen könnten strengere Vorgaben für Kundenzahl und Hygiene gelten, die dann bei sinkenden Infektionszahlen gelockert würden.

Ergebnis Corona-Gipfel heute: Geht der Lockdown weiter?

Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland soll grundsätzlich bis zum 28. März verlängert werden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus mehreren Quellen aus den Beratungen von Bund und Ländern. Ein endgültiger Beschluss über die künftigen Maßnahmen stand gegen 20 Uhr aber noch aus.

Handelsverband hat eigene Strategie für Öffnungen nach Stufenplan ab 08.03.2021

Kurz vor dem Gipfel am Mittwoch, 03.03.2021 haben der Handelsverband Deutschland (HDE) und große Einzelhandelskonzerne ein eigenes Konzept für Öffnungen vorgelegt. Der Stufenplan würde eine weitgehende Öffnung der Geschäfte bereits am 8. März ermöglichen, wie aus dem am Mittwoch bekanntgewordenen Papier hervorgeht.

Handel schlägt Alarm: Mindestens 50.000 Unternehmen in Insolvenzgefahr

Unterdessen betont HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth unter Berufung auf eine aktuelle Umfrage des Verbandes unter mehr als 2000 Händlern, dass die Lage im Handel dramatisch sei. Mindestens 50.000 Unternehmen seien akut in Insolvenzgefahr und jeder weitere Tag des Lockdown werde diese Zahl erhöhen. Rund 250.000 Jobs seien akut gefährdet. Eine Ursache dafür liege in den nach wie vor oft zu bürokratischen und zu langsamen staatlichen Hilfen. Inzwischen plant der HDE-Umfrage zufolge mehr als ein Viertel der Bekleidungshändler, gegen die Schließung des eigenen Geschäfts vor Gericht zu ziehen.
Der Chef der größten deutschen Buchhandelskette Thalia, Michael Busch, betonte: „Es gibt keine Argument gegen die Öffnung des Handels.“ Er sei kein Infektionshotspot. Das beweise jeden Tag der Lebensmittelhandel. Der Chef des Textilhändlers Ernsting's family, Timm Homann, verlangte mit Blick auf den Lockdown: „Diese politische Irrfahrt muss jetzt enden.“

Schnelltest-Konzept in Baden-Württemberg macht Händlern Hoffnung

In Baden-Württemberg macht den Händlern ein mögliches Schnelltest-Konzept Hoffnung. Die Landesregierung will den monatelangen Lockdown nun trotz der Gefahr einer dritten Corona-Welle schrittweise lockern. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72/Grüne) wird sich beim kommenden Gipfel von Bund und Ländern am 03.03.2021 für ein umfangreiches Schnelltest-Konzept einsetzen, das eine „sichere und schrittweise Öffnung besonders betroffener Branchen erleichtern“ soll, wie es in einer Mitteilung der Landesregierung BW heißt.
Das Konzept von Ministerpräsident Winfried Kretschmann sieht eine durch Tests flankierte Öffnung solcher Bereiche vor, in denen ein überschaubares Infektionsrisiko bestehe. Das bedeutet: Der Südwesten dringt auf eine schrittweise Lockerung des Corona-Lockdowns mit Hilfe von Schnelltests. Dazu zählten auch Selbsttests, die jeder selbst ohne die Hilfe von medizinisch geschultem Personal durchführen kann. Beide Test-Formen sollen bald massenhaft zur Verfügung stehen.
Lange war Winfried Kretschmann zuvor skeptisch gewesen: Man könne das Virus nicht wegtesten. Doch jetzt scheint das Testen in Kombination mit dem Impfen der einzige gangbare Weg aus dem Lockdown zu sein. In einem so genannten Impulspapier für den Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (66/CDU) und der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch, 03.03.2021 , schlägt das Land vor, unter anderem Teile des
  • Einzelhandels,
  • körpernahe Dienstleistungen
  • Gastronomie und Restaurants, perspektivisch auch
  • Hotels sowie
  • Freizeiteinrichtungen wie Museen und
  • Kultureinrichtungen
auf diese Weise zu öffnen. Auch bestimmte sportliche Aktivitäten könnten so wieder möglich werden, heißt es. Dadurch erhalte jeder wieder mehr Freiheiten, aber auch mehr Eigenverantwortung.

So sollen die Schnelltests zur Öffnung genutzt werden

Die Veranstalter und Betreiber der Einrichtungen „müssen dafür Sorge tragen, dass nur Besucherinnen und Besucher Zutritt erhalten, die einen negativen Test vorweisen können“, heißt es in dem Papier vom Donnerstag. Und weiter: „Dies kann entweder ein zertifizierter Test sein, der durch eine autorisierte Stelle für Schnelltests (Apotheke, Testzentrum oder Arztpraxis) durchgeführt wurde und nicht älter als zwölf Stunden ist oder ein vor Ort durchgeführter Test, für dessen Durchführung die Einrichtungen verantwortlich sind.“

Handel in der Corona-Krise: So ist die Lage in Baden-Württemberg

Handel in der Corona-Krise: So ist die Lage in Bayern

Entwicklungen und Beschlüsse beim Corona-Gipfel am 03.03.2021 im Liveticker

Die aktuellen Entwicklungen und Beschlüsse beim Bund-Länder-Treffen mit Angela Merkel am 03.03.2021- Was zu zu Lockdown, Regeln, Schule und Co. diskutiert und beschlossen wird, hier im Liveticker.