Corona Regel Weihnachten
: Lockdown an Feiertagen: Ab wann ist Reisen wieder möglich?

Fällt Weihnachten und Silvester dieses Jahr aus? Kann man Familie und Verwandte besuchen? Und wie sieht es mit Reisen prinzipiell aus? Der aktuelle Stand und offene Fragen im Überblick.
Von
Iris Simon, dpa, afp
Stuttgart
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Die Feiertage zum Jahresende werden wohl nur unter strengen Auflagen stattfinden können - wie werden die Menschen in Deutschland reisen können? (Symbolbild)Die Feiertage zum Jahresende werden wohl nur unter strengen Auflagen stattfinden können - wie werden die Menschen in Deutschland reisen können?

Friso Gentsch / dpa

Aktuelle Infektionszahlen in Deutschland:

  • Deutschlandweit haben sich, laut RKI, mindestens 18.633 Personen mit dem Coronavirus infiziert.
  • Die Zahl der Todesfälle, die mit oder im Zusammenhang mit Corona starben, liegt bei 14.771. Das sind 410 Tote mehr als am Vortag.
  • Auf dem Coronagipfel am Mittwoch, 25.11, soll entschieden werden, ob und wie der Lockdown verlängert werden soll.
  • Was bedeutet das für Reisen an Weihnachten? Kann man seine Verwandten besuchen? Wie sieht es mit Ski–Urlaub aus. Was bisher bekannt ist...

Weihnachten und Silvester mit Familie und/oder Freunden verbringen? Zwischen den Jahren verreisen, die Großeltern besuchen oder in der Stammkneipe in der Heimat zusammenkommen? Bisher gängige Traditionen, doch in diesem Jahr werden diese Zusammenkünfte wie der momentane Lockdown wohl „light“ ausfallen.

Corona Regelungen für die Feiertage — Was bisher bekannt ist

Vor dem nächsten Coronagipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben die Länderregierungschefs ihre Linie festgezurrt. Lockerungen sind derzeit nicht absehbar — im Gegenteil sollen ab Dezember verschärfte Regeln gelten, wie aus der Beschlussvorlage der Länder für die Beratungen am Mittwoch hervorgeht. Weihnachten soll im kleinen Kreis zwar gefeiert werden können, für Silvester könnte es allerdings schlecht aussehen. Der derzeitige Stand im Überblick:

  • Die derzeit geltenden Maßnahmen sollen bis zum 20. Dezember beibehalten werden.
  • Hotels, Restaurants oder Fitnessstudios bleiben bis dahin weiter geschlossen.
  • Reisen und Ausflüge sollen unterlassen bleiben.
  • Bei einer Inzidenz von weniger als 35 Neuinfektionen pro Woche auf 100.000 Einwohner sollen die Länder eigenständig Lockerungen verfügen dürfen.
  • Nach dem 20. Dezember sollen die Maßnahmen im Zweiwochenrhythmus verlängert werden, sofern sich die Lage nicht bessert. Länder mit einer Inzidenz unter 50 sollen dann eigenständig entscheiden können.
  • Vom 1. Dezember bis zum 17. Januar — mit Zwischenregeln für Weihnachten und eventuell den Jahreswechsel — sollen private Treffen auf zwei Hausstände und höchstens fünf Menschen begrenzt bleiben (Kinder unter 14 Jahren ausgenommen).
  • In öffentlich zugänglichen Gebäuden, Bus und Bahn sowie an stark frequentierten Orten im Freien soll weiterhin eine generelle Maskenpflicht gelten.

Trotz Corona — Reisen und Besuche von Verwandten eingeschränkt an Weihnachten

Vom 23. Dezember bis 1. Januar sollen Treffen eines Haushaltes mit haushaltsfremden Menschen bis maximal zehn Personen ermöglicht werden. Für die Zeit nach den Feiertagen soll eine mehrtägige Selbstquarantäne empfohlen werden. Mit den Kirchen sollen Vereinbarungen für die anstehenden Feierlichkeiten getroffen werden — dabei soll als Leitlinie gelten, dass große Gottesdienste zu vermeiden sind.

Reisen mit der Deutschen Bahn — Das ist geplant für die Sitzplätze und Reservierungen

Vor dem Corona–Gipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länderregierungschefs am Mittwoch wird — gerade mit Blick auf Weihnachten und Silvester — auch über Maßnahmen für mehr Abstand zwischen Bahnreisenden beraten. Die Sitzplatzkapazität solle „deutlich erhöht“ werden, heißt es in der jüngsten Beschlussvorlage, die der Nachrichtenagentur AFP am späten Dienstagabend vorlag. Parallel dazu solle „die Reservierbarkeit beschränkt“ werden.

Kein Feuerwerk und Böllerei an Silvester, dafür Besuche möglich?

Eine ähnliche Verordnung wie an Weihnachten könnte auch für den Jahreswechsel möglich sein. Ob Silvesterfeiern mit fünf oder zehn Menschen aus mehr als zwei Haushalten in diesem Jahr möglich sind, ist allerdings noch unklar. Die Beschlussvorlage sieht in Klammern vor, die Weihnachtsregeln möglicherweise bis zum 1. Januar gelten zu lassen — darüber besteht noch keine Einigkeit. Bereits klar ist jedoch, dass es kein Feuerwerk geben soll. Der Verkauf, der Kauf und auch das Zünden sollen verboten werden, um Einsatzkräfte zu entlasten, das Gesundheitssystem nicht weiter zu belasten und Gruppenbildungen zu vermeiden.

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Corona–Lockdown auch in Nachbarländern — Ski–Urlaub ohne Après–Ski?

Ob und wie im neuen Jahr ein Winterurlaub in Europa möglich ist, ist noch unklar. Die Einreise nach Österreich und in die Schweiz sind zwar möglich, allerdings empfiehlt das Auswärtige Amt dies nicht zu tun. In Österreich gilt momentan ebenfalls ein Lockdown. In der Schweiz gelten sehr strenge Auflagen bezüglich der Unterbringung. Beide Länder starten Corona–bedingt ebenso erst später und nur mit Einschränkungen in die Winter–Saison. Das Auswärtige Amt warnt prinzipiell weiterhin vor touristischen Reisen in beide Länder.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, erklärte der „Heilbronner Stimme“ am Samstag, 21. November, dass es Winterurlaube wohl geben könnte. „Ich bin sicher, dass Skifahren möglich sein wird. Nur unter anderen Bedingungen, mit mehr Abstand beispielsweise. In Gondeln werden sicher weniger Menschen als üblich zusteigen dürfen. Das wird mit einem großen Aufwand für die Unternehmen vor Ort verbunden sein.“ Klar sei auch: „Auf die Après–Ski–Party wird man verzichten müssen.“

Der Entwurf der Länder schlägt vor, dass die häusliche Quarantäne bei Reiserückkehrern und Kontaktpersonen einheitlich auf zehn Tage im Regelfall festgelegt werden soll — gerechnet ab dem Tag der Einreise beziehungsweise dem letzten Tag des Kontaktes.

Menschen in Sorge um Weihnachten — Corona drückt die Festtagsstimmung

Die Corona–Krise beeinflusst auch die Sorgen der Bevölkerung mit Blick auf Weihnachten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) unter rund 1000 Menschen in Deutschland. Mehr als die Hälfte der von Forsa Befragten (54 Prozent) bedrückt die Angst, dass ein Familienmitglied die Feiertage im Bett oder gar in einer Klinik verbringen muss — sei es wegen Covid–19 oder einer anderen Krankheit.

41 Prozent befürchten, das Fest wegen der Pandemie im kleinen Kreis oder sogar allein feiern zu müssen. Fast jeder Vierte (23 Prozent) sorgt sich, über die Feiertage nicht verreisen zu können. In einer vergleichbaren Umfrage vor zwei Jahren hatten 44 Prozent Angst vor Krankheit an Weihnachten, nach Einsamkeit oder Reisen wurde damals nicht gefragt.

Ausgangsbeschränkungen ab Inzidenz von 200?

Wie Bild berichtet, denken Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer beim Corona–Gipfel am Mittwochnachmittag über eine Ausgangsbeschränkung in deutschen Corona–Hotspots nach. Sobald die 7–Tages–Inzidenz vor Ort über 200 ist, können Einschränkungen drohen.