In ganz Europa steigt die Zahl der Neuinfektionen. Österreich, Griechenland und Spanien melden fast täglich Rekordwerte an Neuinfektionen. Die zweite Corona-Welle trifft aber auch Frankreich hart.
In ganz Frankreich wurden erneut mehr als 13.000 Neuansteckungen binnen 24 Stunden registriert, der bisherige Höchststand vom Samstag liegt bei fast 13.500 Fällen. Für besonders problematisch halten Experten die Überlastung der Testlabore: Da Infizierte die Ergebnisse oftmals erst nach einer Woche erhalten, lassen sich die Infektionsketten nicht effektiv durchbrechen. Nun wurden drei weitere Regionen in Frankreich zu Risikogebieten erklärt.

Auswärtiges Amt spricht Reisewarnung für drei weitere Regionen in Frankreich aus

In Frankreich wurde schon in den letzten Wochen eine Region nach der anderen zum Risikogebiet erklärt. Jetzt kommen drei weitere hinzu, die zwar nicht an der deutschen Grenze liegen, aber bei Urlaubern dennoch bekannt und beliebt sind:
  • Die Normandie
  • die Bretagne
  • und das Loire-Tal
Zudem wurde für diese Gebiete eine Reisewarnung ausgesprochen. Unter den acht Nachbarländern Deutschlands gibt es übrigens nur noch zwei, die noch ohne Risikogebiet sind: Luxemburg und Polen.

Frankreich: Verschärfte Corona-Regeln in Marseille, Bordeaux, Paris und Nizza

In Frankreich verschärften nach Marseille und Bordeaux am Freitag auch Paris, Nizza und Toulouse ihre Corona-Maßnahmen. Die Gesundheitsbehörden riefen die Pariser dazu auf, auf private Zusammenkünfte von mehr als zehn Menschen, also auf Geburtstagsfeiern und Treffen mit Familie und Freunden, künftig zu verzichten. Auch im öffentlichen Raum sollen Feste und Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern vermieden oder vorher bei den Behörden angemeldet werden. Trotz aller Corona-Rekorde kommen unterdessen Zweifel am Sinn und Unsinn von Reisewarnungen für vermeintliche „Risikogebiete“ auf.

Zahl der Corona-Todesfälle in Frankreich nimmt zu

Erstmals seit Ende der strikten Ausgangssperre im Mai nahm auch die Zahl der Todesfälle in Frankreich wieder zu. Die Behörden meldeten am Freitagabend 123 neue Corona-Todesfälle in 24 Stunden. Damit starben an einem Tag fast so viele Menschen wie in der gesamten Vorwoche, als 129 Todesfälle verzeichnet wurden. Insgesamt sind in Frankreich seit März mehr als 31.240 Corona-Infizierte gestorben.
Das Dashboard der Johns-Hopkins-Universität zeigt die aktuelle Corona-Entwicklung in Frankreich.
Das Dashboard der Johns-Hopkins-Universität zeigt die aktuelle Corona-Entwicklung in Frankreich.
© Foto: Screenshot Johns Hopkins University

Corona-Zahlen in Frankreich: So hoch sind die Zahlen

Die Corona-Zahlen in Frankreich steigen sprunghaft an. So ist die Lage im Land nach Informationen des Dashboards der Johns Hopkins Universität (Stand 22.09, 8:33 Uhr):
  • 467.974 nachgewiesene Infektionen
  • 31.346 Tote
  • 94.431 Menschen sind genesen
Das Dashboard der Johns Hopkins Universität zeigt, dass die Zahlen sprunghaft ansteigen.
Das Dashboard der Johns Hopkins Universität zeigt, dass die Zahlen sprunghaft ansteigen.
© Foto: Screenshot Johns Hopkins University

WHO nennt wöchentliche Todesfälle „immens hoch“

Die Weltgesundheitsorgansiation (WHO) bezeichnete die Zahl der weltweiten Todesfälle in dieser Woche als inakzeptabel hoch. Die Zahl der Todesfälle wachse zwar nicht exponentiell, 50.000 Tote pro Woche seien jedoch „eine immens hohe Zahl“, sagte WHO-Notfallkoordinator Michael Ryan. „Das ist nicht, wo wir sein wollen.“ Weltweit wurden bereits mehr als 30 Millionen Corona-Infektionen nachgewiesen, etwa 950.000 Infizierte starben.

Ulm/Strasbourg

Corona-Quarantäne in Frankreich von 14 auf 7 Tage verkürzt

Der wissenschaftliche Corona-Beirat in Frankreich hatte vor Kurzem ein „Scheitern“ der Quarantäne-Regeln eingeräumt, da sich viele Franzosen aus Angst um den Arbeitsplatz nicht an die vorgeschriebene Selbstisolation hielten. Um die Akzeptanz zu verbessern, wurde die Quarantäne daher von 14 auf 7 Tage verkürzt.
Véran machte aber auch noch einmal deutlich, dass sich die aktuelle Situation deutlich von der im Frühjahr unterscheide. „Wir kämpfen nicht mit den gleichen Waffen und kennen unseren Gegner besser“, sagte er. Das Virus verbreite sich außerdem langsamer. „In dieser Woche haben wir in einer einzigen Woche mehr als 1,2 Millionen Tests durchgeführt“, betonte er.
Am Dienstag, 14. September, waren „nur“ noch 7852 Neuansteckungen in Frankreich gemeldet. Am Mittwoch stieg die Zahl dann wieder auf 9784 an. Das Gesundheitswesen bereitet sich bereits auf einen baldigen Höhepunkt der zweiten Welle vor. In der Metropolregion Straßburg wehrt man sich unterdessen gegen eine mögliche Schließung der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich wegen Corona. Unterdessen hat es im September auch auf der rechten Rheinseite Corona-Ausbrüche in Karlsruhe gegeben.
Reisewarnung Risikogebiete 1. Oktober Willkür bei deutschen Reisewarnungen?

Berlin

Diese Regionen in Frankreich gelten als Risikogebiete

Folgende französische Regionen wurden vom Robert-Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft und vom Auswärtigen Amt mit einer Reisewarnung versehen:
  • Île-de-France (Paris und Umgebung)
  • Auvergne-Rhône-Alpes
  • Nouvelle-Aquitaine
  • Occitanie
  • Provence-Alpes-Côte d’Azur (PACA)
  • Korsika
In den genannten Gebieten überschreitet die Zahl der Neuinfektionen flächendeckend 50 Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche. Reiserückkehrer müssen in Quarantäne und/oder einen negativen Corona-Test nachweisen.

Risikogebiete in Frankreich: Auswärtiges Amt verhängt Reisewarnung

Seit Mittwoch gilt eine weitere französische Region als Risikogebiet. Das RKI erklärte die nordfranzösische Region Hauts-de-France zum Risikogebiet. Es gilt eine entsprechende Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Das Überseegebiet La Réunion ist nun ebenfalls Risikogebiet.

Coronavirus in Frankreich: Italien verlangt von Franzosen Virus-Tests

Italien verlangt künftig von Einreisenden aus Paris und mehreren anderen französischen Gebieten mit hohen Corona-Infektionsraten einen Virus-Test. Das teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Montag auf Facebook mit. Die Situation in Europa dürfe nicht unterschätzt werden. Italien gehe es heute besser als anderen Ländern, aber es sei große Vorsicht geboten.
Besucher aus Griechenland, Malta, Spanien und Kroatien müssen in Italien bereits seit längerem einen negativen Covid-19-Test vorlegen - oder sie lassen sich bei der Einreise testen. Italien war zu Beginn besonders hart von der Pandemie getroffen. Seither konnte das Land die Infektionsraten unter Kontrolle bringen. Inzwischen sind die Werte wieder gestiegen, wenn auch nicht so drastisch wie in Frankreich und Spanien.