Bundestagswahl 2025: Michael Donth (CDU) gewinnt den Wahlkreis 289 Reutlingen

Michael Donth (CDU) gewinnt das Direktmandat im Wahlkreis Reutlingen.
Thomas Kiehl- Bundestagswahl 2025 im Wahlkreis 289 Reutlingen: Ergebnisse folgen, sobald verfügbar.
- Neuwahlen am 23. Februar, neuer Bundeskanzler wahrscheinlich.
- Wahlrechtsreform: Keine Überhangmandate, einige Politiker verlieren Plätze trotz Wahlsieg.
- Betroffene Gemeinden: Reutlingen, Bad Urach, Metzingen und weitere.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Gewinner des Wahlkreises Reutlingen heißt Michael Donth und kommt von der CDU. Donth gehört dem Bundestag seit 2013 ununterbrochen an. Die Wahlrechtsreform zur Verkleinerung des Bundestags hat ihm vor der Wahl ein mulmiges Gefühl der Unsicherheit beschert, denn der Gewinn des Direktmandats ist nun nicht mehr gleichbedeutend mit dem Einzug ins Parlament. Weil es keine Überhangmandate mehr gibt, werden einige Politikerinnen und Politiker nach den Neuwahlen nicht mehr den Sprung ins Parlament schaffen, obwohl sie den Wahlkreis gewonnen haben.
Doch das Ergebnis des 57-jährigen Römersteiners Donth reicht allemal. Er hat den Wahlkreis dominiert, ob in den Städten oder in den ländlichen Regionen, und, wie er am Wahlabend hoffnungsvoll gesagt hat, seine Wohnung in Berlin noch nicht gekündigt. Er ist wieder in Berlin vertreten. Sein Erststimmenergebnis liegt über dem, was seine Partei im Wahlkreis an Zweitstimmen geholt hat. Ein Indiz dafür, dass die Wählerinnen und Wähler taktierten. Sie wollten einerseits Donth als sichere Bank im Bundestag, andererseits sollen mit gezielter Zweitstimmen-Vergabe noch mehr Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Wahlkreis nach Berlin geschickt werden.
Für Kober wird es wohl nicht reichen
Davon hat insbesondere Pascal Kober (FDP) profitiert. Der noch amtierende Opferbeauftragte der Bundesregierung liegt, ebenso wie Donth, mit seinem persönlichen Wahlergebnis über dem Bundesdurchschnitt. Dank seines aussichtsreichen Listenplatzes vier wäre er im Bundestag vertreten, sofern seine FDP die Fünfprozenthürde schafft. Danach sieht es momentan nicht aus, doch, darauf hat Pascal Kober am Wahlabend noch hingewiesen: Bei der Wahl 2021 musste er bis vier Uhr morgens warten, bis er sicher sein konnte, den Sprung nach Berlin geschafft zu haben. Damals allerdings hatte die FDP kein Problem mit den fünf Prozent, lediglich Kober einen nicht ganz so guten Listenplatz. Jetzt, danach sieht es aus, schafft die FDP die fünf Prozent nicht.
Anne Zerr von der Partei Die Linken konnte mit ihren Parteifreunden indes ganz beruhigt Sektflaschen mit dem symbolträchtig lauten Plopp öffnen. Sie ist drin, denn ihr Listenplatz fünf reicht der Verdi-Gewerkschaftssekretärin. Weil die Linke vermutlich bei 8,5 Prozent landet, das ist weit mehr, als die sieben Prozent, die sie zum Einzug in den Bundestag bräuchte.
Zweitstärkste Kraft im Wahlkreis Reutlingen ist allerdings die AfD. 2021 blieb die Rechtsaußen-Partei mit zehn Prozent noch hinter CDU, SPD, Grüne und FDP auf Platz fünf im Wahlkreis. Jetzt hat die AfD ihren Stimmenanteil verdoppelt. Der Metzinger Rudolf Grams ist mit seinem Abschneiden dennoch nicht zufrieden. Berlin war für ihn, der keinen Platz auf der Landesliste hatte, ohnehin kein Thema, aber 23 bis 25 Prozent hätte er sich schon gewünscht. Seine politische Karriere ist, wie er noch am Wahlabend bekannt gab, zu Ende.
Der bundespolitische Newcomer Jaron Immer (Bündnis90/Die Grünen) bleibt deutlich hinter dem Ergebnis, das seine Vorgängerin Beate Müller-Gemmeke bei der Wahl 2021 geholt hat. Er leidet freilich unter dem Trend, wonach alle an der Ampel beteiligten Parteien von den Wählern abgestraft wurden. 12,3 Prozent Zweitstimmen, das entspricht exakt dem bundesweiten Ergebnis. Allerdings: Damit hat er keine Chance, den Wahlkreis in Berlin zu vertreten, was Beate Müller-Gemmeke von 2009 bis jetzt immer gelungen war.
SPD-Kandidat Sebastian Weigle hat etwas schwächer abgeschnitten als die Bundes-SPD, bleibt aber vor den Grünen. Für ihn war stets klar, dass sein Listenplatz nicht ausreichen würde. Ein sozialdemokratisches Wunder hätte es dazu gebraucht, stattdessen erlebte er ein sozialdemokratisches Desaster, für das er den Spitzenkandidaten und amtierenden Kanzler Olaf Scholz verantwortlich macht. Scholz, so Weigle enttäuscht, habe versprochen, den Wahlkampf zu rocken. Ein Versprechen, das er den Genossen schuldig geblieben ist.
Gewiss ist indes, dass Jessica Tatti (BSW) den Wahlkreis Reutlingen nicht mehr, wie bislang, zunächst als Vertreterin der Linken, danach als parteilose Abgeordnete vertreten wird. Sie zieht mit ihrem Büro nach Stuttgart, zudem trat sie gar nicht als Direktkandidatin für den Wahlkreis Reutlingen an. Obendrein ist fraglich, ob das BSW überhaupt die erforderlichen fünf Prozent schafft. Bis das endgültige Wahlergebnis vorliegt, heißt es auch für sie: zittern.
