Der Streit um die sogenannte Hotspot-Regelung für weitergehende Corona-Auflagen in Gebieten mit kritischer Lage reißt nicht ab. Den Ländern sind ab Sonntag, 2. April 2022, nur noch wenige allgemeine Schutzregeln erlaubt. Mit dem Wegfall er meisten Corona-Regeln, fragen sich viele, wie es um das Tragen einer Maske steht.
  • Gibt es nach dem 02. April 2022 noch eine Maskenpflicht?
  • Oder entfällt sie damit komplett?
  • Wo muss man nach wie vor eine Maske tragen?
  • Und wie stehen die Bundesländer aktuell zur Maskenpflicht angesichts sehr hoher Inzidenz?
Hier eine Übersicht zu den neuen Corona-Maßnahmen zum Thema Maskenpfllicht.

Maskenpflicht fällt nach dem 02. April 2022

Masken in Supermärkten, Schulen, 3G- oder 2G-Zugangsregeln - am Wochenende läuft die bundesrechtliche Grundlage für diese Corona-Maßnahmen aus. Die Bundesländer können zwar daran festhalten, wenn sie Hotspot-Regionen ausrufen, doch die meisten planen das nicht.
Alle Infos zur Maskenpflicht beim Einkaufen gibt es hier:

Besteht die Maskenpflicht in einigen Bundesländern nach 2. April fort?

Der Groll in den Ländern sitzt noch tief, dass der Bund im Alleingang den Instrumentenkasten zum Eindämmen der Pandemie verkleinerte und es komplizierter wird. In einigen Regionen soll er jetzt genutzt werden. Wegen hoher Infektionszahlen bereiten erste Länder längere Schutzauflagen vor.
Die Bundesländer können für regionale Hotspots weitergehende Beschränkungen etwa mit mehr Maskenpflichten und Zugangsregeln verhängen, wenn das Landesparlament dort eine kritische Lage feststellt. Mehrere Länder beklagen, dass dafür rechtssichere Kriterien fehlten. Schwellenwerte, ab wann eine Region ein Hotspot ist, sind im Gesetz nicht beziffert.
Die Grünen im Sächsischen Landtag etwa sind für eine Fortsetzung der FFP2-Maskenpflicht in Innenräumen auch nach Ende der aktuellen Corona-Schutzverordnung am 2. April.

Entfällt die Maskenpflicht in BW nach dem 02.04.?

Das Land Baden-Württemberg hat sich wegen weiter hoher Ansteckungszahlen energisch gegen den Wegfall fast aller Corona-Schutzmaßnahmen gewehrt - doch am kommenden Sonntag ist es soweit. Dann müssen in Innenräumen keine Masken mehr getragen werden und die Zugangsbeschränkungen fallen weg. Die Landesregierung aus Grünen und CDU sieht die Verantwortung beim Bund, der den Ländern die Rechtsgrundlage für diese Auflagen entzogen habe.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) appellierte an die Menschen im Land, freiwillig in Innenräumen Maske zu tragen. «Damit schützen wir nicht nur die eigene Gesundheit, sondern zeigen auch Solidarität in der Gemeinschaft.» Die Gewerkschaften fürchten massive Folgen für Schulen und Polizei, weil sich ohne Masken noch viel mehr Lehrkräfte und Polizisten anstecken würden und ausfielen.

Maskenpflicht in Bayern: Wird sie aufgehoben oder verlängert?

 Nun ist es endgültig: Trotz landesweit immer noch hoher Infektionszahlen laufen auch in Bayern am Wochenende die allermeisten Corona-Beschränkungen aus. Die Staatsregierung verzichtet darauf, ganz Bayern oder auch nur einzelne Regionen zu Hotspots zu erklären, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag mitteilte. Das allerdings wäre die einzige Möglichkeit gewesen, um weiterhin beispielsweise an einer Maskenpflicht in sämtlichen Innenräumen festzuhalten. Über eine bloße Empfehlung dazu geht die Staatsregierung nun aber nicht mehr hinaus.

Wo muss man künftig überhaupt noch Maske tragen?

Das geänderte Infektionsschutzgesetz sieht nur noch wenige staatliche Vorgaben zum Maskentragen im Alltag vor. Bundesweit gilt das in ICE, Intercity und Flugzeugen. Die Länder können Maskenpflichten außerdem allgemein für Einrichtungen anordnen, in denen gefährdete Menschen wohnen oder sich aufhalten: Arztpraxen, Kliniken, Pflegeheime sowie Gemeinschaftseinrichtungen etwa für Asylbewerber. Im Nahverkehr mit Bussen und Bahnen gilt dann ebenfalls Maskenpflicht. Breiter gefasste Maskenvorgaben etwa auch wieder in Schulen oder Geschäften sind nur möglich, wenn ein Land samt Landtagsbeschluss die Hotspot-Regel für Regionen in besonders kritischer Lage zieht. Vorerst machen das von den 16 Bundesländern nur Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg.

Kritik am Ende der Maskenpflicht in Deutschland

Der Deutsche Städtetag erwartet eine rasche Korrektur der neuen Corona-Regeln. Eine Maskenpflicht in Innenräumen über den 2. April hinaus wäre „absolut richtig“. Städtetags-Präsident Markus Lewe erwartet einen Flickenteppich an Regelungen. „Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass das Gesetz bald wieder korrigiert werden muss“, sagte er zudem den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Maskenpflicht: Was sagt die Wissenschaft?

Insbesondere wegen der derzeit noch so hohen Inzidenzen wird der weitgehende Wegfall der Masken von der Wissenschaft als verfrüht gewertet. Für den besten Schutz vor Ansteckung raten Fachleute zu FFP2-Masken. „Wenn Sie sich und andere vor Ansteckung schützen wollen, sollten Sie auf jeden Fall eine Maske tragen“, sagt der Physiker Eberhard Bodenschatz vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Wegen der derzeit hohen Infektionsraten sei der zusätzliche Schutz sinnvoll, da es sehr wahrscheinlich sei, dem Virus ausgesetzt zu sein. Am besten sei eine Maske mit guter Filterung und einem guten, dichten Sitz auf dem Gesicht.

Österreich: FFP2-Maskenpflicht in Innenräumen wieder eingeführt

Nachdem mehrere Länder in Europa Corona-Regeln weitgehend abgeschafft haben, zieht Österreich wegen stark steigender Infektionszahlen die Zügel erneut an. Während in Deutschland weitgehende Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen beschlossen worden sind, sollen diese in Österreich wieder verschärft werden. Ab Mitte dieser Woche werde im Nachbarland wieder eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in Innenräumen gelten.