Luca App BW: Neue Kontaktverfolgung in Baden-Württembergs Gastronomie und Kultur - wann und wie?

Mal eben mit der Luca-App im Restaurant oder Museum einchecken? Das ist in Baden-Württemberg bald Geschichte. Wie geht es mit der Kontaktverfolgung in BW weiter und wie lange gilt die Luca-App noch im Restaurant?
Bernd Weißbrod, dpa- In Baden-Württemberg gelten Lockerungen der Corona-Regeln ab Freitag, den 28.01.2022
- Auch in der Gastronomie in BW ändert sich was
- Das Land hat beschlossen, künftig nicht mehr die Luca-App zur Kontaktverfolgung zu nutzen
- Doch wann gilt die Luca-App in Baden-Württemberg nicht mehr und wie geht es weiter?
Gerade erst wurde die Verlängerung der Alarmstufe II in Baden-Württemberg geprüft – und rechtlich für ungültig erklärt. Deshalb gibt es neue Corona-Regeln und Lockerungen in BW. Zum Unmut des Ministerpräsidenten, Winfried Kretschmann. Nun folgt die nächste Nachricht im Zusammenhang mit Corona im Land, die viele Bürgerinnen und Bürger aufhorchen lasst: Gesundheitsminister Manne Lucha verkündet das Aus der Luca-App als Werkzeug für die Kontaktverfolgung in der Gastronomie. Damit stehen plötzlich wichtige Fragen im Raum:
- Ab wann gilt die Luc-App nicht mehr zum Check-in beim Restaurant-, Café- oder Museumsbesuch in BW?
- Müssen Gastronomen und Betreiber dann wieder Zettel ausfüllen lassen, um die Kunden und Besucher zu registrieren?
- Warum wird die Luca-App künftig nicht mehr genutzt?
- Wie geht es weiter für Gastronomie und Co.?
Aus für Luca-App in Baden-Württemberg - Kontaktverfolgung in der Gastro und Kultur in BW
Das Aus für die Luca-App in Baden-Württemberg kam für viele unvermittelt. Doch die Software zur Kontaktverfolgung in Restaurants und Museen soll laut zahlreicher Kritik der jüngsten Tage und Wochen ungenau und überflüssig sein. Die Landesregierung loggt sich darum jetzt aus. Doch was bedeutet das für Besucher der Gastronomie und die Betreiber? Zurück zur Zettelwirtschaft? Und wann gilt die Luca-App nicht mehr als Nachweis zur Kontaktverfolgung in der Gastronomie?
„Wir werden nun in einem geordneten Verfahren aus der Nutzung der Luca-App aussteigen“, sagte Lucha (Grüne) in Stuttgart. Der Vertrag mit dem privaten Anbieter culture4life laufe Ende März aus und werde nicht verlängert. Zuvor informierte Lucha den Sozialausschuss über die schon erwartete Entscheidung der Regierung. „Wir mussten eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen und haben unsere Entscheidung genau abgewogen“, versicherte der Minister. Doch wie geht es jetzt weiter? Geplant ist der Einsatz der staatlichen und kostenlosen Corona-Warn-App. Ob das für eine klare Dokumentation über den Status der Besucher ausreicht, wird von manchen Experten bezweifelt.
Nachfolger der Luca-App? Kontaktverfolgung in BWs Gastronomie künftig mit Corona-Warn-App
Viele Restaurantbesitzer und Veranstalter hatten im vergangenen Jahr mit Hilfe der Luca-App die gesetzlich vorgeschriebene Erfassung der Kontakte ihrer Besucher ohne Zettelwirtschaft erledigt. Nun sollen die Menschen die staatliche und kostenlose Corona-Warn-App nutzen. Ob das für eine klare Dokumentation über den Status der Besucher ausreicht, wird von manchen Experten bezweifelt. Zuletzt war bei einer Anhörung im Südwesten herausgekommen, dass viele Gesundheitsämter die Luca-App für überflüssig halten.
20 Millionen Euro insgesamt für Luca-App – weitere Bundesländer kündigen
Fast ganz Deutschland nutzte bisher die Luca-App zur Kontaktverfolgung. Mit entsprechend großen Erwartungen war sie vor gut einem Jahr gestartet worden. An dem System entzündete sich aber immer wieder heftige Kritik. Luca-Skeptiker stören sich vor allem am Konzept einer zentralen Datenspeicherung. Außerdem bezweifeln sie, dass das Luca-System die Gesundheitsämter tatsächlich wirkungsvoll unterstützen kann. Die Verträge mit 13 Bundesländern (alle außer Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen) hatten bislang ein Jahresvolumen von 20 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer. Schleswig-Holstein hat schon gekündigt, am Mittwoch kündigte kurz nach Baden-Württemberg auch Hessen an, die Zusammenarbeit nicht zu verlängern.
Wann gilt die Luca-App in Baden-Württemberg nicht mehr?
Noch bis Ende März2022 könne die Luca-App zum Eichecken im Restaurant oder Museum weiterverwendet werden, sagte Lucha. Diese Zeit könne von Anwendern genutzt werden, sich auf die neue Situation einzustellen. Der Minister verteidigte die Entscheidung der Regierung von vor einem Jahr, die Luca-App angeschafft zu haben. Damit sei den Menschen mehr Freiraum ermöglicht worden, weil sie etwa wieder ins Restaurant oder Theater konnten.
Impfungen und Infektionen in Baden-Württemberg – aktuelle Corona-Lage in BW
Doch die Pandemielage habe sich verändert. „Mehr als 70 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg sind geimpft, gleichzeitig sind die Inzidenzen durch die Omikron-Variante exponentiell gestiegen, und die Kontaktpersonennachverfolgung der Gesundheitsämter konzentriert sich nunmehr auf gefährdete Gruppen und große Ausbrüche.“ Dadurch würden die Luca-Daten kaum mehr durch die Gesundheitsämter abgefragt.
Liveblog zur aktuellen Corona-Lage in BW und Bayern
Alle Infos zum aktuellen Geschehen in der Corona-Pandemie in Baden-Württemberg und dem Nachbarland Bayern gibt es mit neuesten Zahlen, Hintergründen und exklusiven Berichten in unserem Liveblog.
Ist die Luca-App in BWs Gastronomie nach Ende März trotzdem weiter gültig?
Doch was ist bei Restaurantbesuchen nach Ende März? Wie wird der Besuch in der Gastronomie in Baden-Württemberg nach dem angekündigten Aus von Luca dann erfasst werden? Die Landesregierung werde nun beraten, ob man weitere Hilfsmittel für die Kontaktverfolgung brauche. „Bis zu einer Änderung der weiterhin gültigen Regelungen zur Datenerfassung, beispielsweise in der Gastronomie, wird Luca allerdings weiter genutzt werden können.“
Appell der Landesregierung: Kontaktverfolgung mit Eigenverantwortung der Bevölkerung
Die individuelle Kontaktverfolgung scheine nicht mehr zwingend erforderlich und auch nicht mehr leistbar zu sein, sagte der Minister. Der Blick richte sich jetzt auf die Gesamtbevölkerung. „Diese Strategie kann auch mit Hilfe der kostenfreien Corona-Warn-App des Bundes, die anonyme Warnungen ausspielt und auf eigenverantwortliches, umsichtiges Handeln der Nutzenden abzielt, unterstützt werden.“
