• Wie viele Intensivbetten in Baden-Württemberg sind aktuell mit Covid-19-Patienten belegt?
  • Die Auslastung der Krankenhäuser ist zusammen mit der Zahl der Neuinfektionen und der Inzidenz ein wichtiges Kriterium bei der weiteren Bewertung der Corona-Pandemielage
  • Bei steigenden Zahlen werden die Corona-Regeln strenger – vor allem für Ungeimpfte
  • Ab dem 15.10. gilt eine neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg
Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg orientiert sich vor allem an der Hospitalisierungsinzidenz sowie der Auslastung der Intensivbetten mit Covid-Patienten. Übersteigen die beiden Kennzahlen ein bestimmtes Maß, treten strengere Maßnahmen vor allem für Ungeimpfte in Kraft.

Neue Corona-Verordnung in BW gilt ab dem 15.10.

Baden-Württemberg verschärft mit der neuen Corona-Verordnung die Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte in Unternehmen mit Publikumsverkehr. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter etwa in der Gastronomie oder in Friseursalons müssen sich künftig zweimal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen, wie das Sozialministerium am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Geimpfte und genesene Beschäftigte müssen sich nicht testen lassen. Bisher galt eine solche Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte mit Außenkontakt nur dann, wenn sich die Corona-Lage im Südwesten deutlich verschärft, also in der sogenannten Warn- und der Alarmstufe. Die neue Verordnung tritt an diesem Freitag, 15. Oktober in Kraft.
Schon länger bekannt ist, dass das Land auch größere Veranstaltungen ohne Maskenpflicht und Abstandsregeln erlaubt, wenn nur Geimpfte und Genesene zugelassen sind. Mit diesem 2G-Optionsmodell, das es in einigen Bundesländern schon länger gibt, kann es auch wieder volle Säle und volle Fußballstadien geben. „Neben geimpften oder genesenen Personen sind auch Schülerinnen und Schüler sowie Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, zugelassen“, schreibt das Ministerium. Bisher lag die Obergrenze für Großveranstaltungen bei maximal 25 000 Besuchern unter 3G-Bedingungen.

Intensivbettenbelegung als Maßstab: Hier gilt die 2G-Regel in BW?

Die momentan gültigen Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg orientieren sich an einem Warnstufen-System. Eine erste sogenannte Warnstufe soll landesweit gelten, sobald 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder 8 von 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Corona-Symptomen in eine Klinik eingeliefert worden sind. Mit den neuen Regeln würden Ungeimpfte weitestgehend vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden und hätten dann nur noch mit einem negativen PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen. Die Aktualisierung der Verordnung und damit der Corona-Regeln im Land hat sich bereits um ein paar Tage verzögert. Allerdings wird die Einführung der strengeren Regeln an der Intensivbettenbelegung im Land festgemacht. Sind mehr als 390 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt, soll die 2G-Regel in allen öffentlichen Bereichen außer in Läden der Grundversorgung eingeführt werden.

Aktuelles zur Belegung der Intensivbetten in Baden-Württemberg

Wie hoch die Zahl der belegten Intensivbetten aktuell sind, kann auf der Seite DIVI-Intensivregister eingesehen werden. Demnach sind (Stand: 14.10.2021):
  • Corona-Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden: 173
  • davon invasiv beatmet: 104
  • Intensivbetten belegt: 1982
  • Anteil der Intensivbetten, die von Covid-19-Patienten belegt sind: 7,55 Prozent
  • Intensivbetten frei: 310
  • Intensivbetten insgesamt: 2292
Laut Deutscher Presseagentur liegt die aktuelle Zahl der Klinikeinweisungen von Covid-Patienten in der Regel höher, als sie von der Hospitalisierungsinzidenz ausgewiesen wird. Durch einen Meldeverzug liegen die vollständigen Werte oft erst ein bis zwei Wochen später vor.

Die Hospitalisierungsinzidenz in Baden-Württemberg

Die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz liegt im Landes-Durchschnitt aktuell (Stand 05.10) bei 2,05.

Warnstufe 1 in BW gilt ab 250 belegten Intensivbetten

Sobald 250 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt sind oder die Hospitalierungsrate bei acht liegt, gilt die erste Warnstufe. Das heißt in , dass von 100.000 Einwohnern innerhalb von einer Woche acht Menschen mit Corona-Symptomen in eine Klinik eingeliefert worden sind. Zuerst hatte die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Werden diese Werte überschritten, sollen Ungeimpfte nur noch mit einem PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen haben. Außerdem dürfen sich dann - ebenfalls im Falle von Ungeimpften - nur noch zwei Familien treffen.

Alarmstufe in BW: Die 2G-Regel gilt ab 390 belegten Intensivbetten

Zu der Warnstufe 1 plant Baden-Württemberg einen weiteren Grenzwert. Werden 390 Patientinnen oder Patienten auf Intensivstationen behandelt oder wenn die Zahl der Hospitalisierung bei zwölf liegt, gibt es eine Alarmstufe. Von da an gilt im Land die 2G-Regel. Dann dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene etwa Restaurants, Bars oder Diskotheken besuchen.

So stark ist die Auswirkung der Impfquote auf die Intensivbettenbelegung laut RKI

Was für Auswirkungen auf die Intensivbetten-Belegung der kommenden Monate eine Steigerung der Impfquote in der Gruppe der 12- bis 59-Jährigen haben könnte, zeigen Schätzungen des RKI:
  • Mit einer Impfquote von 65 Prozent wäre demnach noch mit einem sehr starken Anstieg der 7-Tage-Inzidenz auf bis zu 400 und mit bis zu etwa 6000 Covid-19-Patienten zeitgleich in intensivmedizinischer Behandlung zu rechnen.
  • Für eine Impfquote von 75 Prozent zeigt das RKI-Modell schon weit niedrigere Inzidenzen unter 150 und lediglich 2000 belegte Intensivbetten an.
  • Sowohl bei einer 85-prozentigen als auch bei einer 95-prozentigen Impfquote in dieser Gruppe steigt demnach die Inzidenz nicht mehr über 100 beziehungsweise 50 und die Intensiv-Auslastung nicht mehr über 1000 Betten.
Laut RKI sind bei den Schätzungen zum Einfluss der Impfquote viele Faktoren wie etwa die Dominanz hochinfektiöser Coronavirus-Mutationen, wie die Delta-Variante sowie die Reaktion der Menschen auf steigende Infektionszahlen mit ausschlaggebend.