• Wie viele der in Baden-Württemberg verfügbaren Intensivbetten sind aktuell mit Covid-19-Patienten belegt?
  • Die Auslastung der Krankenhäuser ist neben der Zahl der Neuinfektionen und der Inzidenz ein wichtiges Kriterium bei der weiteren Bewertung der Corona-Pandemielage
  • Bei steigenden Zahlen werden die Corona-Regeln strenger – vor allem für Ungeimpfte
  • Eine aktualisierte Version der Corona-Verordnung gilt in Baden-Württemberg seit Donnerstag, den 16.09.2021

Intensivbettenbelegung als Maßstab: Wann und wo gilt die 2G-Regel in BW?

Ab Donnerstag sollen in Baden-Württemberg strengere Corona-Maßnahmen in Kraft treten. Eine erste sogenannte Warnstufe soll landesweit gelten, sobald 250 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sind oder 8 von 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen mit Corona-Symptomen in eine Klinik eingeliefert worden sind. Mit den neuen Regeln würden Ungeimpfte weitestgehend vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden und hätten dann nur noch mit einem negativen PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen. Die Aktualisierung der Verordnung und damit der Corona-Regeln im Land hat sich bereits um ein paar Tage verzögert. Allerdings wird die Einführung der strengeren Regeln an der Intensivbettenbelegung im Land festgemacht. Sind mehr als 390 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt, soll die 2G-Regel in allen öffentlichen Bereichen außer in Läden der Grundversorgung eingeführt werden.

Aktuelle Belegung der Intensivbetten in Baden-Württemberg

Wie hoch die Zahl der belegten Intensivbetten aktuell sind, kann auf der Seite DIVI-Intensivregister eingesehen werden. Demnach sind (Stand: 21.09.2021):
  • Corona-Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden: 207
  • davon invasiv beatmet: 107
  • Intensivbetten belegt: 2012
  • Anteil der von Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten, die von Covid-19-Patienten belegt sind: 10,57 Prozent
  • Intensivbetten frei: 284
  • davon Covid-spezifische Intensivbetten frei: 170
  • Intensivbetten insgesamt: 2296

Warnstufe 1 in BW: bei 250 belegten Intensivbetten

Sobald 250 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt sind oder die Hospitalierungsrate bei acht liegt, gilt die erste Warnstufe. Das heißt in , dass von 100.000 Einwohnern innerhalb von einer Woche acht Menschen mit Corona-Symptomen in eine Klinik eingeliefert worden sind. Zuerst hatte die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Werden diese Werte überschritten, sollen Ungeimpfte nur noch mit einem PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen haben. Außerdem dürfen sich dann - ebenfalls im Falle von Ungeimpften - nur noch zwei Familien treffen.

Alarmstufe in BW: Ab 390 belegten Intensivbetten gilt die 2G-Regel

Zu der Warnstufe 1 plant Baden-Württemberg einen weiteren Grenzwert. Werden 390 Patientinnen oder Patienten auf Intensivstationen behandelt oder wenn die Zahl der Hospitalisierung bei zwölf liegt, gibt es eine Alarmstufe. Von da an gilt im Land die 2G-Regel. Dann dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene etwa Restaurants, Bars oder Diskotheken besuchen.

So stark ist die Auswirkung der Impfquote auf die Intensivbettenbelegung laut RKI

Was für Auswirkungen auf die Intensivbetten-Belegung der kommenden Monate eine Steigerung der Impfquote in der Gruppe der 12- bis 59-Jährigen haben könnte, zeigen Schätzungen des RKI:
  • Mit einer Impfquote von 65 Prozent wäre demnach noch mit einem sehr starken Anstieg der 7-Tage-Inzidenz auf bis zu 400 und mit bis zu etwa 6000 Covid-19-Patienten zeitgleich in intensivmedizinischer Behandlung zu rechnen.
  • Für eine Impfquote von 75 Prozent zeigt das RKI-Modell schon weit niedrigere Inzidenzen unter 150 und lediglich 2000 belegte Intensivbetten an.
  • Sowohl bei einer 85-prozentigen als auch bei einer 95-prozentigen Impfquote in dieser Gruppe steigt demnach die Inzidenz nicht mehr über 100 beziehungsweise 50 und die Intensiv-Auslastung nicht mehr über 1000 Betten.
Laut RKI sind bei den Schätzungen zum Einfluss der Impfquote viele Faktoren wie etwa die Dominanz hochinfektiöser Coronavirus-Mutationen, wie die Delta-Variante sowie die Reaktion der Menschen auf steigende Infektionszahlen mit ausschlaggebend.