• In Teilen Bayerns gibt es keine freien Intensivbetten mehr.
  • Das zeigt eine Grafik des DIVI-Intensivregisters.
  • Wie viele der in Bayern verfügbaren Intensivbetten sind aktuell mit Covid-19-Patienten belegt? Wo gibt es keine Betten mehr?
  • Die Belegung der Intensivstationen beeinflusst die Corona-Ampel in Bayern und damit die Bewertung der Corona-Situation
Seit dem 2. September sind schärfere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Bayern stärker von der Intensivbettenbelegungn als von der bisher wichtigsten Coronazahl - der Inzidenz - abhängig. Nach der neuen Verordnung ist die Zahl, wie viele Betten auf den Intensivstationen bayerischer Krankenhäuser belegt sind, in der Corona-Ampel berücksichtigt. Die Farbe der Krankenhaus-Ampel ist ausschlaggebend dafür, ob die Maßnahmen in Bayern gegen Corona verschärft werden müssen. Die Inzidenz in Bayern ist aktuell die dritthöchste in Deutschland hinter Thüringen und Sachsen. Allerdings sind die fünf Landkreise mit den höchsten Werten in Bayern, allen voran Mühldorf am Inn mit 522,8. Parallel dazu steigt die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Bayerns Krankenhäusern. In 17 der insgesamt 96 Landkreise und kreisfreien Städte Bayerns gab es am Montag, 25.10.2021, kein einziges freies Intensivbett mehr.

Intensivbettenbelegung Bayern: Keine freien Betten in Teilen Oberbayerns und Franken

In rund 35 Kommunen - und damit mehr als einem Drittel - waren zuletzt weniger als zehn Prozent der Intensivbetten frei. Ein Sprecher der bayerischen Krankenhausgesellschaft sagte, regional sei die Situation an einer zunehmenden Zahl von Kliniken angespannt. An ersten Häusern müssten geplante Operationen verschoben werden, sofern dies medizinisch vertretbar sei. Das Intensivbettenregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) zeigt, wie viele Intensivbetten derzeit belegt sind. Dabei kann die Belegung von Intensivbetten bis auf die Kreisebene in den einzelnen Bundesländern nachverfolgt werden. Eine Grafik zeigt, dass es in einigen Regionen und Städten in Bayern keine freien Intensivbetten mehr gibt. Diese sind (Stand 26. Oktober 2021, 09:30 Uhr):
  • Aschaffenburg
  • Landkreis Hof
  • Schwabach
  • Regensburg
  • Regen
  • Deggendorf
  • Altötting
  • Landshut
  • Eberbsberg
  • Dachau
  • Landsberg am Lech
  • Kempten
  • Aichach-Friedberg
  • Haßberge
Trotz der Auslastung dieser Krankenhäuser steht die Corona-Ampel in Bayern weiterhin auf „grün“. Derzeit sind weiterhin 10,7 Prozent der Intensivbetten in ganz Bayern frei. Das sind 335 freie Betten im Freistaat, wovon 185 Betten für Covid-19-spezifische Fälle sind.

Corona-Ampel Bayern: So viele Intensivbetten sind aktuell belegt

Wie ist die Situation der Intensivbettenbelegung in den Krankenhäusern in Bayern generell?
Stand 26. Oktober 2021, 09:30 Uhr:
  • Corona-Patienten und -Patientinnen, die intensivmedizinisch behandelt werden: 351
  • davon invasiv beatmet: 190
  • Intensivbetten belegt: 2.766
  • Intensivbetten frei: 339
  • davon Covid-spezifische Intensivbetten frei: 185
  • Intensivbetten insgesamt: 3.105
  • Notfallreserve: innerhalb von 7 Tagen zusätzlich aufstellbare Intensivbetten: 997

Intensivbettenbelegung in Deutschland: Die aktuelle Lage deutschlandweit und in BW

Die höchste Intensivbettenbelegung in Deutschland verzeichnet derzeit Bayern mit aktuell 323 Covid-19-Fällen in Behandlung. Am wenigsten Corona-Fälle in Krankenhäusern gibt es aktuell in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, dort sind es jeweils lediglich 14. In Baden-Württemberg werden aktuell 230 Menschen mit Covid-19 intensivmedizinisch behandelt, davon werden 127 Menschen invasiv beatmet. In Deutschland gesamt befinden sich (Stand: 26.10.2021) 1690 Menschen in intensivmedizinischer Behandlung. Invasiv beatmet werden von diesen Menschen 52,4 Prozent, also 886.

Zweifel an Krankenhaus-Ampel: Klaus Holetscheck verteidigt System

Die Krankenhaus-Ampel in Bayern stützt sich auf die 7-Tage-Fallzahl der Hospitalisierten, was jüngst zu Kritik geführt hat. Denn die Hospitalisierungszahl wird laut Experten ungenau berechnet und somit unterschätzt. Laut des Münchner Statistikprofessors Helmut Küchenhoff liegen die tagesaktuellen Werte für Bayern bis zu 80 Prozent zu niedrig. Der Grund: Der Übermittlungsverzug bei den Fallzahlen, mit denen die Kenngrößen berechnet werden. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek verteidigt das Konzept der Krankenhaus-Ampel-Regelung trotzdem: „Mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) als Ampelwächter und Wissensknotenpunkt in Bayern haben wir ein so umfassendes und weitreichendes Monitoring aufgesetzt, dass wir die Corona-Lage Bayern sowohl kurz- wie mittelfristig verlässlich einschätzen können“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Zudem würden auch weitere verfügbare Parameter in die tägliche Beobachtung der Situation miteinfließen.

Gesundheitsministerium: Bayerische Krankenhausampel notwendig und richtig

Auch nach Angaben des Gesundheitsministeriums gibt es keinen Grund zur Sorge: „Hospitalisierungsinzidenz und Bayerische Krankenhausampel sind heute angesichts von Millionen erfolgreicher Impfungen notwendige und richtige Parameter zur Beurteilung der Pandemie in Deutschland und in Bayern“, sagte ein Sprecher. Es sei eine bewusste Entscheidung gewesen, bei der Ampel auf Klarheit und Nachvollziehbarkeit zu setzen. Bei der Überprüfung der Pandemie werde die weiter ansteigende Impfquote, die Belastung der Krankenhäuser und die 7-Tage-Inzidenz verschiedener Altersgruppen jeden Tag zur Einschätzung der Lage einbezogen, hieß es weiter. Die Krankenhausampel orientiere sich - so der Sprecher - „nominal nachvollziehbaren Werten fest - im Fokus die 7-Tage-Hospitalisierungsrate Bayern und die Auslastung der Intensiv-Versorgungskapazitäten“.

Clubs und Discos in Bayern haben ab 1. Oktober 2021 wieder geöffnet

Nach knapp eineinhalb Jahren coronabedingter Zwangspause dürfen ab Freitag, 1. Oktober, Clubs und Diskotheken in Bayern wieder öffnen, und zwar ohne Abstand und Maske. Das teilte die Staatskanzlei am Donnerstag nach einem Kabinettsbeschluss im Umlaufverfahren mit. Für Besucher sowie Beschäftigte mit Kundenkontakt gilt eine verschärfte 3G-Regel.