In Österreich ist die Corona-Situation kritisch, die Zahlen steigen massiv. Am Montag registrierten die Behörden landesweit 1121 Neuinfektionen binnen 24 Stunden.
Deutschland hat unter anderem Vorarlberg zum Risikogebiet erklärt, mit Ausnahme des Kleinwalsertals/der Gemeinde Mittelberg. Die Folge: Wer aus dieser Region nach Deutschland einreisen wolle, müsse sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen oder in Deutschland in Quarantäne, berichtet das Vorarlberger Portal vol.at. Das ändert sich jetzt – ebenso wie im Elsass, das mitsamt Straßburg und der gesamten Region Grand Est in Frankreich überraschend zum Corona-Risikogebiet erklärt worden ist.

Stuttgart

Einreise aus Grenzregionen: Kurzaufenthalte in Deutschland wieder möglich

Für mehrere Grenzregionen in Europa (Östereich, Liechtenstein, Schweiz und Frankreich) wurde am Samstag eine Ausnahmeregelung für Kurzaufenthalte eingeführt, diese betrifft auch Vorarlberg. Ausnahmen für Vorarlberger von der Quarantänepflicht sind laut dem Sozialministerium Baden-Württemberg vorgesehen für
  • Einreisen nach Baden-Württemberg aus Grenzregionen für weniger als 24 Stunden
  • den beruflich bedingten grenzüberschreitenden Personen-, Waren- und Güterverkehr,
  • beruflich notwendige Einreisen aus dem Risikogebiet (zum Beispiel Berufspendler, Kindergartenkinder, Schülerinnen und Schüler, Studierende, Werkleistungs- sowie Dienstleistungserbringer),
  • für notwendige medizinische Behandlungen,
  • sowie für Personen, die sich nur kurzzeitig (weniger als 48 Stunden) im Risikogebiet aufgehalten haben (Auspendler).
  • Auch Beschäftigte, die unaufschiebbar beruflich veranlasst in das Risikogebiet einreisen müssen, beispielsweise Montagearbeiter, müssen nach der Wiedereinreise nicht in Quarantäne. Insbesondere Berufs- und Bildungspendler sind daher von Vorneherein von der Quarantänepflicht ausgenommen.
  • Auch Verheiratete oder Partner einer festen Beziehung sind von der Quarantänepflicht befreit.

Lockerungen im Grenzverkehr für Österreich, Schweiz, Frankreich, Liechtenstein

Die Lockerung gilt für betroffene Teile Österreichs, der Schweiz und Frankreichs. Das sind die Regionen:
  • Österreich: das Land Vorarlberg
  • Fürstentum Liechtenstein: das gesamte Staatsgebiet
  • Schweiz: die Kantone Appenzell, Aargau, Basel, Basel-Landschaft, Jura, Schaffhausen, Solothurn, Sankt Gallen, Thurgau und Zürich
  • Frankreich: die Départements Bas-Rhin und Haut-Rhin

Sozialminister Manne Lucha: Infektionsschutz ernst nehmen

Was Baden-Württemberger betrifft, so dürfen sich diese derzeit noch 48 Stunden quarantänefrei und ohne Begründung in Risikogebieten in Österreich, der Schweiz oder Frankreich aufhalten. Am 8. November sollen dann jedoch die 5-Tages-Quarantäne und die digitale Einreiseanmeldung in Kraft treten, womit das Reisen weiter erschwert wird. Ein unbeschwerter Aufenthalt im Nachbarland bis zu 24 Stunden bleibt Schwaben und Badenern aber genau so möglich wie Elsässern, Zürchern und Vorarlbergern in die umgekehrte Richtung. Ob es auch Ausnahmen für die digitale Einreiseanmeldung geben wird, ist noch nicht geklärt. Zudem ist inzwischen bekannt, dass Sicherheitskräfte und das Bundesinnenministerium auf Grenzkontrollen dringen, obwohl diese eigentlich nicht mit den Schengen-Regeln vereinbar sind. Eine entsprechende Forderung kam unter anderem von der Gewerkschaft der Polizei.

Belastende Quarantäne für Reisende

Landesgesundheitsminister Manne Lucha sagte zu den Lockerungen: „Uns ist bewusst, dass Quarantänemaßnahmen in vielerlei Hinsicht für die betroffene Bevölkerung belastend sind. Dies gilt vor allem in europäischen Grenzregionen, die vorbildlich zusammengewachsen sind und deren Grenzen heutzutage erfreulicher Weise im Alltag kaum mehr wahrgenommen werden.“

Wien

Trotz der Lockerungen appelliert das Ministerium für Soziales und Integration an die Menschen in Baden-Württemberg und in allen Grenzregionen, den Infektionsschutz sehr ernst zu nehmen und sich entsprechend freiwillig zu beschränken. Minister Lucha: „Nicht alles, was erlaubt ist, ist derzeit auch empfehlenswert. Die Eindämmung der Corona-Pandemie ist eine Aufgabe, die nur gelingen kann, wenn alle im wahrsten Sinne des Wortes grenzüberschreitend zusammenhalten.“