Trotz neuer Reisewarnungen für Tirol und Vorarlberg hat Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz in Wien einen Plan für den Wintertourismus präsentiert, der auch in Risikogebieten möglich sein soll. Unter anderem ist ein „Après-Ski-Verbot“ vorgesehen. Eine Bewirtung ist demzufolge nur im Sitzen erlaubt. Tanz oder Bewegung im Stehen auf engem Raum sei hingegen ein potenzieller Corona-Infektionsherd und könne nicht erlaubt werden, hieß es bei einer Pressekonferenz in Wien.
Reisewarnung Tirol Vorarlberg Risikogebiete Österreich Tirol und Vorarlberg trotz Reisewarnung weiter erreichbar

Bregenz/Ulm

Maskenpflicht in Seilbahnen und Liften in Tirol, Vorarlberg und ganz Österreich

An den Seilbahnen und Liften wird wie im öffentlichen Nahverkehr eine Maskenpflicht gelten. Advents- und Weihnachtsmärkte seien indes gerade für Städte sehr wichtig und sollen im Dezember stattfinden können, so die Ansage von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), der im Übrigen 832 neue Corona-Infektionen für die letzten 24 Stunden in Österreich zu vermelden hatte. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sprach von einer „durchaus schwierigen Phase“.

Kanzler Kurz glaubt nicht an Retourkutsche oder Zusammenhang

Kanzler Kurz zeigte sich optimistisch, dass die Reisewarnungen für Österreich bald wieder aufgehoben werden. Die Vermutung, dass es sich dabei teilweise um Retourkutschen für die radikale Abriegelung Österreichs im März handeln könnte, wies er zurück.
Auffällig ist indes der zeitliche Zusammenhang zwischen dem österreichischen Startschuss für die Wintersaison und den deutschen Reisewarnungen für Tirol und Vorarlberg. Auf die Pläne für den Ski-Winter in Bayern, und ob Markus Söder diesen überhaupt zulassen will, darf man jedenfalls gespannt sein.
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat ein Après-Ski-Verbot für Regionen wie Tirol und Vorarlberg angekündigt.
Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hat ein Après-Ski-Verbot für Regionen wie Tirol und Vorarlberg angekündigt.
© Foto: Robert Jaeger / dpa
In Tirol sei jeder vierte Arbeitsplatz direkt oder indirekt vom Tourismus betroffen, erklärte Landeshauptmann Günther Platter, der im März beim Corona-Ausbruch in Ischgl eine durchaus zweischneidige Rolle gespielt hatte, nun bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Kurz in Wien.
„Das Virus ist nicht in Tirol entstanden“, so Platter, der gefragt wurde, warum er sich bisher nicht für die Vorfälle in Ischgl entschuldigt hätte. Platter wies auf die laufende Aufarbeitung hin. Die Todesfälle täten ihm sehr leid.

Neue Regeln für den Ski- und Wintertourismus in Österreich

Folgende Regeln gelten für den Ski-Winter 2020/2021 in Österreich:
  • Mindestabstand 1 Meter zwischen Menschengruppen
  • 1-Meter-Sicherheitsabstand beim Anstehen an Liften
  • Maskenpflicht in Gondeln
  • Maskenpflicht für Gäste in allgemein zugänglichen Räumen sowie für Mitarbeiter mit Kundenkontakt
  • Strikte Sitzplatzpflicht auch im Außenbereich der Gastronomie
  • enge Abstimmung zwischen Tourismus- und Gesundheitsbehörden in Verdachtsfällen
  • Risikoanalyse und Regulierung der Besucherzahl bei Weihnachtsmärkten

Corona Österreich: Tirol, Vorarlberg, Jungholz und Kleinwalsertal abgeschnitten

Deutschland stuft Vorarlberg und Tirol als Risikogebiete ein und verhängt eine Reisewarnung. Die Ein- und Durchreise ist jedoch weiter möglich. Erst nach 48 oder 72 Stunden Aufenthalt muss man sich bei der Rückkehr in der Regel einem Corona-Test oder einer häuslichen Zwangsquarantäne unterziehen. Hart getroffen sind vor allem die Bewohner Österreichs bei der Einreise nach Deutschland. Das Einkaufen und Essengehen in der Bundesrepublik ist ihnen verboten, und auch die Bootsmesse Interboot in Friedrichshafen ist für sie tabu. An Exklaven wie Jungholz (Tirol) oder das Kleinwalsertal (Vorarlberg), die trotz minimaler Infektionszahlen nun ebenfalls als Risikogebiete gelten, wurde bei der Reisewarnung offensichtlich kein Gedanke verschwendet.

Corona Zahlen: Coronaampel in Österreich steht auf Orange

Die Zahl der aktiven Fälle einer Infektion mit dem Coronavirus ist weiter hoch. So sehen die zahlen für Österreich nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Detail aus (Stand 28.09., 13:00Uhr):
  • Zahl der Infizierten: 43.560
  • Aktive Fälle: 8590
  • Zahl der Genesenen: 34.052
  • Zahl der Toten: 790
Von den über 8500 aktiven Fällen entfallen 4538 auf Wien. Im Dashboards des Gesundheitsministeriums werden die Fallzahlen für die einzelnen Bundesländer getrennt ausgewiesen. Die österreichische Regierung hat zusätzlich dazu eine Corona-Ampel aufgelegt, um die Situation in den einzelnen Städten und Regionen besser beurteilen zu können. Am Montag standen alle Städte maximal auf Orange. Die höchste Warnstufe wird durch die Farbe rot angezeigt.
Besonders Wien und Landeck sind betroffen. Auch Innsbruck in Tirol weist hohe Corona-Zahlen auf.
Besonders Wien und Landeck sind betroffen. Auch Innsbruck in Tirol weist hohe Corona-Zahlen auf.
© Foto: Screenshot Dashboard Gesundheitsministerium.

Corona-Regeln Österreich: Registrierungspflicht in Lokalen in Wien

Seit Montag müssen sich Gäste in der Gastronomie in Wien beim besuche in Lokalen oder Bars registrieren. Das berichtete der ORF. Das soll die Kontaktverfolgung im Falle einer Coronainfektion erleichtern.