• Die Corona-Zahlen in Deutschland sind weiterhin sehr hoch.
  • Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Medien zufolge von weiteren Wochen des Lockdowns bis Ostern gesprochen.
  • Die Zahl der Todesfälle ist besonders bedenklich: Seit Tagen liegt sie rund um den Wert von 1000 Fällen pro Tag.
  • Der harte Lockdown ist aufgrund der aktuellen Lage bis Ende Januar verlängert worden.
Zeigt die auf dem Corona-Gipfel beschlossene Verlängerung des Lockdowns Wirkung? Vorerst sprechen die Zahlen nicht für eine Entspannung des Infektionsgeschehens. Sie lagen in Deutschland teils deutlich über den Fallzahlen der Vorwoche. Am Freitag meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) einen neuen Rekord bei den Todesfällen binnen eines Tages. Zu bedenken ist aber: Das kann noch immer mit den Verzögerungen bei Tests und Meldungen durch die Gesundheitsämter über die Feiertage an Weihnachten und Silvester zusammenhängen.
Werden die Werte allmählich „belastbarer“? Wie hoch sind die Corona-Zahlen heute, am Dienstag, 12.1.21, in Deutschland? Und wie hoch sind die Fallzahlen bei Neuinfektionen und Todesfällen im Vergleich zum Dienstag der Vorwoche, dem 5.1.21?

Corona-Zahlen in Deutschland heute: RKI & JHU melden Neuinfektionen, Tote und Inzidenz am 12.1.2021

  • Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Zahlen des RKI sonntags und montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen.
  • Zudem bleibt eine Interpretation der Daten weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden.
  • „Zeit Online“ berichtet, dass es heute 12.681 neue Infizierte gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektionen der letzten sieben Tage: Nach Angaben von „Zeit Online“ haben sich in den letzten sieben Tagen 145.543 Menschen mit dem Virus angesteckt.
  • Infizierte: Insgesamt wurden, wie das RKI berichtet, seit Beginn der Pandemie in Deutschland 1.933.826 positive Fälle registriert.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt heute deutschlandweit 41.577 Personen. Das sind 891 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 648 neue Todesfälle zu verzeichnen. Bei den Todesfällen wurde am Freitag, 8. Januar 2021, mit 1188 Fällen innerhalb von 24 Stunden ein neuer Höchstwert registriert. Bereits seit mehreren Tagen liegt die Zahl der gemeldeten täglichen Todesfälle um die Tausend.
  • Genesene: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI wieder 1.570.000 Menschen von der Erkrankung erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser Wert wurde mit 1,14 (Vortag: 1,18) angeben. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz ist weiter deutschlandweit sehr hoch. Der Wert beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 164,5. Gestern war ein Wert von 166,6 gemeldet worden. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.
  • Geimpfte: Insgesamt wurden laut RKI - Stand 8.1.2021 - 532.878 Menschen geimpft. Das entspricht einer Quopte von 6,4 Geimpften pro 1000 Einwohnern.

Aktuelle Corona-Zahlen in Deutschland laut RKI Dashboard: Bundesländer und Landkreise

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Während der Corona-Pandemie veröffentlicht das RKI in seinem Dashboard täglich die neuen Fallzahlen - für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise.
Im RKI arbeiten und forschen täglich 1100 Menschen aus 90 verschiedenen Berufen. Ihr gemeinsames Ziel: Die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern. Hier geht es zum RKI-Dashboard.
Das RKI Dashboard informiert täglich über die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen sowie die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland.
Das RKI Dashboard informiert täglich über die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen sowie die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland.
© Foto: Screenshot, Quelle: RKI Dashboard

Aktuelle Corona-Zahlen weltweit: Das meldet die Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität (JHU) in der US-Stadt Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am Dienstagmorgen (Stand 6 Uhr) weltweit
  • Rund 90.878.035 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
  • Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 1.944.583 Millionen Menschen. Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 22.613.310 Infizierte und 376.060 Tote
  • Indien: 10.466.595 Infizierte und 151.160 Tote
  • Brasilien: 8.131.612 Infizierte und 203.580 Tote
  • Deutschland folgt auf dem 10. Rang mit laut JHU 1.941.116 bisher Infizierten und 41.799 Toten

Corona Hotspots in Deutschland: Bundesländer und Kreise mit höchster und niedrigster Inzidenz

Seit Montag, 11. Januar, gelten in einigen Bundesländern Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit in Hotspots mit einer Inzidenz über 200. Folgende Kreise weisen am Dienstag die höchste Inzidenz auf:
  • Kreis Meißen in Sachsen (434,8)
  • Kreis Bautzen in Sachsen (510,4)
  • Kreis Saalfeld-Rudolstadt in Thrüringen (595,9)
Die niedrigsten Inzidenzen in Deutschland weisen Kreise im Norden auf:
  • Kreis Friesland in Niedersachsen (55,7)
  • Kreis Plön in Schleswig-Holstein (44,3)
  • Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein (62,3)
Sachsen bleibt der bundesweite Corona-Hotspot. Von Montag auf Dienstag wurden 2000 Neuinfektionen registriert, insgesamt schlagen für den Freistaat seit Beginn der Pandemie im vergangenen März 156.677 Corona-Infektionen zu Buche, wie aus den aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen liegt demnach bei 164,5, am Donnerstag lag die Inzidenz noch bei 269. Sachsen bleibt mit Blick auf die Inzidenz bundesweit negativer Spitzenreiter. Deutschlandweit lag der Wert am Dienstag bei 341,9. Den niedrigsten Wert aller Bundesländer erreichte der Stadtstaat Bremen mit einer Inzidenz von 86,3am Dienstag.

Kein Ende des Lockdowns vor Ostern?

Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt laut „Bild“ vor dramatisch explodierenden Corona-Zahlen wegen der Mutation. Der Lockdown in Deutschland ist bis 31.1.2021 geplant. Doch längst ist die Rede von der Verlängerung. Ist das Ende des Lockdowns erst an Ostern?

Corona-Virus-Mutation bietet Anlass zur Sorge: Analysen des neuen Typs sollen verstärkt werden

Angesichts neuer Varianten des Coronavirus sollen Untersuchungen zur Bestimmung des genauen Typs bundesweit verstärkt werden. Labore sollen Ergebnisse sogenannter Sequenzierungen künftig an das RKI übermitteln müssen, wie ein der Deutschen Presse-Agentur vorliegender Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vorsieht. Bei solchen Analysen wird das Erbgut des Erregers entziffert und kann dann mit Datenbanken abgeglichen werden. Die Labore sollen dafür eine Vergütung bekommen, die aus dem Bundeshaushalt bezahlt wird.
Bund und Länder hatten eine systematischere Bestimmung von Virus-Typen in der vergangenen Woche beschlossen. Ziel ist, Mutationen „mit möglichen pandemieverschärfenden Eigenschaften“ besser zu entdecken. Die Verordnung sieht vor, dass Labore, die solche Analysen vornehmen, pro gemeldeter Genomsequenz 200 Euro als Vergütung bekommen sollen. Je nach Infektionsgeschehen in Deutschland soll die Vergütung für bis zu fünf oder bis zu zehn Prozent der positiven Proben gezahlt werden. Wie es im Entwurf heißt, seien diese Anteile laut RKI geeignet, das Pandemiegeschehen umfassend auf molekularer Ebene zu überwachen und mögliche Maßnahmen zu ergreifen.
Erstmals aufgetreten ist die neue Corona-Mutation in Großbritannien. Sie soll ansteckender sein als der ursprüngliche Typ.
Erstmals aufgetreten ist die neue Corona-Mutation in Großbritannien. Sie soll ansteckender sein als der ursprüngliche Typ.
© Foto: Aaron Chown/DPA
Für Europa ist derzeit vor allem die zunächst in Großbritannien nachgewiesene Variante B.1.1.7 relevant. Sie könnte die Pandemie nach Expertenansicht verschärfen, weil sie nach derzeitigem Kenntnisstand wohl leichter von Mensch zu Mensch übertragen wird. Nun wurde auch in Japan eine neue Form des Virus entdeckt.

Kennzahlen der Corona-Pandemie erklärt: R-Wert, Neuinfektionen, Inzidenz und Co.:

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.
  • Reproduktionszahl (R-Wert)
Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.
  • Neuinfektionen
Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.
  • Siebentage-Inzidenz
Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.
  • Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung
Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.