Gastronomie Corona Gipfel
: So geht es für Restaurants und Bars im Dezember weiter

Beim Corona-Gipfel am Mittwoch wurde der Teil-Lockdown bis 20. Dezember verlängert. Die Gastronomie-Gewerkschaft NGG fordert ein staatliches Rettungspaket auch für die Arbeitnehmer in Gaststätten und Hotels.
Von
Alexander Kern
Berlin
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Der Lockdown für die Gastronomie wird verlängert. Die Zapfhähne bleiben weiterhin trocken.

dpa

Es war wieder soweit: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Bundesländer trafen sich am Mittwoch, 25. November, in einer Videoschalte zum Corona-Gipfel.

Dass die Corona-Situation im Land ernst ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen. Zwar scheint das exponentielle Wachstum zunächst gebremst. Dennoch ist die Zahl der Neuinfektionen weiter hoch – zu hoch.

Corona-Gipfel: Gastronomie wohl bis mindestens 20. Dezember zu

Seit Mittwochabend, als Merkel um 21.32 Uhr vor die Kameras trat, um die Ergebnisse zu verkünden, ist klar: Der Teil-Lockdown wird verlängert, die Gastronomie in Deutschland bleibt bis mindestens 20. Dezember geschlossen. Der Bund möchte die betroffenen Betriebe – wie bereits bei den sogenannten November-Hilfen – entschädigen. Es sollen dafür 17 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Mit den Zuschüssen sollen Umsatzausfälle zu einem großen Teil ausgeglichen werden. Die Hilfen des Bundes für den November sollen einen Umfang von 15 Milliarden Euro haben.

Gastronomie-Gewerkschaft fordert Rettungspaket auch für Arbeitnehmer

Die Gastronomie-Gewerkschaft NGG hat ein staatliches Rettungspaket auch für die Arbeitnehmer in Gaststätten und Hotels gefordert. „Es muss nicht nur ein Rettungspaket für Arbeitgeber, sondern auch für Arbeitnehmer in Gastronomie und Hotellerie geben“, sagte der NGG-Chef, Guido Zeitler, der „Rheinischen Post“. „Es kann nicht sein, dass für die Unternehmen große Hilfspakete geschnürt werden, aber die Beschäftigten in Hartz IV geschickt werden“, sagte Zeitler. „Staatshilfen sollte es nur für solche Unternehmen geben, die niemanden auf die Straße setzen“, verlangte er zudem.

Die Fortsetzung des Lockdowns sei für hunderttausende Beschäftigte im Gastgewerbe „eine Schreckensnachricht“, so Zeitler. „Die Arbeit in Restaurants, Hotels oder Bars ist oft viel zu schlecht bezahlt, deshalb reicht in dieser Branche das Kurzarbeitergeld auf Dauer hinten und vorne nicht“, so Zeitler.

Aus der Gastronomie-Branche prasselt Kritik auf die politischen Entscheidungsträger ein. Zahlreiche Gastwirte monieren, dass es unverhältnismäßig sei, die Gastronomie pauschal zu schließen, weil es vielerorts gute Hygienekonzepte gebe, die einer Ansteckungsgefahr vorbeugen würden. Auch FDP-Chef Christian Lindner äußerte sich auf Twitter kritisch zu den Beschlüssen für die Gastronomie:

Kanzlerin Angela Merkel erklärt verlängerte Corona-Maßnahmen

Unterdessen hat Bundeskanzlerin Angela Merkelam Donnerstag Erklärungen zu den am Mittwoch beim Corona-Gipfel beschlossenen Corona-Maßnahmen abgegeben. Die Verlängerung der seit Anfang November geltenden Maßnahmen dienten insbesondere dazu, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten – die intensivmedizinische Betreuung und die Intensivstationen.

Mit Blick auf viele Unternehmer im Land sagte sie, dass sie darum wisse, welche „Existenzängste unsere Maßnahmen hervorrufen“.

Merkel verteidigte das Vorgehen der Regierungen von Bund und Ländern und betonte auch die Rolle der Parlamente. „Unsere parlamentarische Demokratie ist leistungsfähig.“ Sie könne sehr schnell Entscheidungen treffen und sei für die Bürger „ein Anker des Vertrauens, gerade in Zeiten wie diesen“.

Weitere Infos zum Corona-Gipfel finden Sie hier im Überblick.