In Frankreich spitzt sich die Corona-Lage kurz vor dem Schulstart besorgniserregend zu. Das Gesundheitsministerium sprach von einem „exponentiellen“ Anstieg der Corona-Neuinfektionen. Nun hat das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin vier weitere Regionen zu Risikogebieten erklärt. Darunter die beliebte Insel Korsika.

Frankreich Risikogebiete: RKI weist vier Regionen als Risikogebiet aus - darunter Koriska

Wegen der weiter drastisch ansteigenden Zahl an Neuinfektionen in Frankreich hat das RKI vier weitere Regionen zu Risikogebieten erklärt. Occitanie, Nouvelle-Aquitaine, Auvergne-Rhone-Alpes und die Insel Korsika gelten nun als Risikogebiete. In diesen Regionen überschreitet die Zahl der Neuinfektionen 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage. Das Auswärtige Amt hat für die vier Gebiete eine Reisewarnung ausgesprochen. Reisende aus diesen Gebieten müssen sich bei der Einreise in Deutschland testen lassen und ggf. in Quarantäne begeben.
Die Zahl der Neuinfektionen ist in den letzten Wochen sprunghaft angestiegen
Die Zahl der Neuinfektionen ist in den letzten Wochen sprunghaft angestiegen
© Foto: Screenshot Dashboard Johns Hopkins Universität vom 10. Spetember
Die französische Regierung hat ihrerseits eine Reihe von Départements als Gebiete mit erhöhter Virusverbreitung eingestuft. Dort haben die Behörden Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen. Dies sind derzeit die Départements
  • Ain
  • Alpes-Maritimes
  • Bouches-du-Rhône
  • Corse-du-Sud
  • Haute-Corse
  • Côte d‘Or
  • Essonne, Gard
  • Haute-Garonne
  • Hauts-de-Seine
  • Gironde
  • Hérault
  • Loiret
  • Nord
  • Paris
  • Pas de Calais
  • Pyréenes Orientales
  • Rhône
  • Sarthe
  • Seine-et-Marne
  • Seine-Saint-Denis
  • Val-de-Marne
  • Val-d'Oise
  • Var
  • Vaucluse
  • Yvelines

Corona in Frankreich: Wirtschaft springt langsamer an als erwartet

Frankreichs Wirtschaft erholt sich langsamer von den Folgen des Corona-Lockdowns als erhofft: Das nationale Statistikamt Insee sagte am Dienstag einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 9,5 Prozent bis zum Jahresende voraus. Das wären 1,4 Prozentpunkte mehr als vergangenes Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll demnach im dritten Quartal um 17 Prozent wachsen, zwei Punkte weniger als erwartet. Im vierten Quartal soll das Plus dann nur noch ein Prozent betragen.
Trotz angekündigter Milliardenhilfen der Regierung springe der Wirtschaftsmotor "weniger schnell" an als erwartet, erklärte das Statistikamt. Das neuartige Coronavirus führe immer noch zu zahlreichen Einschränkungen und sorge für Unsicherheit.

Corona in Frankreich: Einbruch der Wirtschaft um 13,8 Prozent

In den Monaten April bis Juni war die französische Wirtschaftsleistung um 13,8 Prozent eingebrochen. Für das gesamte Jahr erwarten die Statistiker weiter ein Minus von neun Prozent. Sie sind damit optimistischer als die Regierung, die mit einem Einbruch um elf Prozent rechnet.
Um gegenzusteuern hatte die Regierung vergangene Woche ein Konjunkturpaket von 100 Milliarden Euro angekündigt. Paris rechnet in diesem Jahr mit rund 800.000 zusätzlichen Arbeitslosen als Folge der Ausgangssperre von März bis Mai.

Frankreich will Quarantäne von 14 auf sieben Tage verkürzen

In der Corona-Pandemie will Frankreich die Quarantänezeit für Infizierte und ihre Kontaktpersonen von derzeit 14 auf sieben Tage reduzieren. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte für Freitag einen Kabinettsbeschluss dazu an. Der wissenschaftliche Beirat der Regierung habe der Verkürzung zugestimmt, sagte er am Dienstag dem Radiosender France Inter. Auch in Deutschland ist eine kürzere Quarantänezeit im Gespräch.
"Man ist vor allem in den ersten fünf Tagen ansteckend, nachdem entweder Symptome aufgetreten sind oder nach einem positivem Test", sagte Véran. Nach einer Woche dann sei das Ansteckungsrisiko nur noch "sehr schwach".
Mit der Verkürzung will die Regierung eine bessere Akzeptanz der Selbstisolation erreichen: "Ein großer Anteil der Franzosen hält sich nicht an die Quarantäne", sagte der Gesundheitsminister.
In Deutschland wird über eine ähnliche Maßnahme diskutiert. Die Gesundheitsminister der EU-Staaten hatten sich vergangene Woche bereits darauf verständigt, die Quarantänezeit für Rückkehrer aus Risikogebieten von 14 auf zehn Tage zu verkürzen. Deutschland stuft derzeit den Pariser Großraum sowie die Region um die südfranzösische Côte d'Azur und die Provence als Risikogebiete ein.

Corona in Frankreich: Schulen müssen gleich wieder schließen

Wenige Tage nach dem Wiederbeginn des Unterrichts sind in Frankreich und einem Überseedépartement bereits 22 Schulen wegen der Corona-Epidemie geschlossen worden. Zwölf der betroffenen Einrichtungen seien in Frankreich selbst, die übrigen zehn auf der zu Frankreich gehörenden Insel La Réunion im Indischen Ozean, sagte Bildungsminister Jean-Michel Blanquer am Freitag im Radiosender Europe 1.

Ärzte fordern Maskenpflicht für Kinder ab sechs Jahren

Nach den Sommerferien hatten die Schulen am Dienstag den Unterricht wiederaufgenommen. Es gibt in Frankreich rund 60.000 Schulen. Die Schüler müssen ab elf Jahren eine Maske tragen und die Abstandsregeln einhalten. Frankreich wurde von der Pandemie schwer getroffen, es gab bisher über 30.700 Tote in Verbindung mit Covid-19.
Mediziner forderten in einem offenen Brief eine Maskenpflicht für alle, die älter als sechs Jahre sind. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer verteidigte die Regelungen - etwa die Maskenpflicht ab elf Jahren. „Es darf nicht alles von der gesundheitlichen Realität erdrückt werden“, sagte er der Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“.

Corona in Frankreich: Sieben weitere Regionen nun Risikogebiet

Frankreich hat am Sonntag unterdessen sieben neue Corona-Risikogebiete ausgewiesen. Damit gelten nach Angaben der Regierung nun 28 der rund 100 französischen Verwaltungsbezirke als „rote Zonen“, wo das Virus „aktiv zirkuliert“. Die Einstufung ermöglicht es den Behörden, die Corona-Maßnahmen zu verschärfen.
Neu betroffen sind neben den vier Départements Nord, Bas-Rhin, Seine-Maritime und Côte-d'Or mit Großstädten wie Lille, Rouen, Le Havre, Straßburg und Dijon die beiden Verwaltungsbezirke auf der Mittelmeerinsel Korsika und das Übersee-Département auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean.
Zuerst waren im August der Pariser Großraum und Teile der Mittelmeerküste zu Risikogebieten erklärt worden. Deutschland hat eine Reisewarnung für die Pariser Region sowie die Côte Azur und die Provence ausgesprochen.

Corona-Regeln in Frankreich: Französischer Staatsrat bestätigt Maskenpflicht in Großstädten

Im Rechtsstreit um eine allgemeine Maskenpflicht hat der französische Staatsrat entsprechende Vorschriften in den Großstädten Lyon und Straßburg weitgehend bestätigt. Die Pariser Institution, die die Regierung bei der Vorbereitung von Gesetzesvorhaben berät und gleichzeitig oberstes Verwaltungsgericht ist, entschied in der Nacht zum Montag in einem Eilverfahren, das die Mitte-Regierung ausgelöst hatte.
Die Maskenpflicht könne in einer Kommune eingeführt werden, falls es dort mehrere Zonen mit einem deutlichen Ansteckungsrisiko gebe, entschied der Staatsrat. Die Regeln waren in Lyon und Straßburg vor Verwaltungsgerichten angegriffen worden - in beiden Fällen hatten die Richter die örtlichen Präfekten - dies sind die höchsten Vertreter des Zentralstaats in einem Département - angewiesen, die Vorschriften deutlich einzuschränken. Der Staatsrat beauftragte den Präfekten des elsässischen Départements Bas-Rhin nun, die Maskenpflicht auf das Zentrum von weniger stark besiedelten Gemeinden zu beschränken.

Corona in Frankreich: Mbappé positiv getestet

Frankreichs Fußball-Nationalspieler Kylian Mbappé hat sich nach Angaben des französischen Verbands mit dem Coronavirus infiziert und fehlt der Nationalmannschaft damit im Nations-League-Spiel gegen Kroatien am Dienstag. Wie zuvor schon bei einigen anderen Profis machte der Verband FFF das Testergebnis am Montagabend öffentlich und nannte auch den Namen des Angreifers von Paris Saint-Germain. Vor Mbappé waren bereits sechs andere Spieler des französischen Meisters und Champions-League-Finalisten positiv getestet worden. Am Samstag hatte Mbappé beim 1:0-Sieg der Franzosen in Schweden den Siegtreffer erzielt.

Gericht kippt Maskenpflicht in Straßburg

Seit Ende August müssen die Menschen überall in Paris unter freiem Himmel eine Maske tragen. Auch Marseille und andere Städte haben eine Maskenpflicht ausgesprochen. Es gibt es auch strengere Regeln im an Deutschland grenzenden Département Bas-Rhin. So ist die Maske hier in Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern Pflicht.
Ein französisches Gericht hatte die allgemeine Maskenpflicht in Straßburg und zwölf kleineren elsässischen Gemeinden gekippt. Das Verwaltungsgericht in Straßburg begründete dies in einem Eilentscheid mit der „Einschränkung der Freiheit“ der Bürger und der zu großen Reichweite des Verwaltungserlasses. Dieser machte den Mund-Nasen-Schutz auch im Freien verbindlich. Geklagt hatten zwei Krankenhausärzte.

Maskenpflicht in Paris: Joggen und Radfahren ohne Maske erlaubt

Auch in Paris sind die Regeln doch nicht so streng wie ursprünglich vorgesehen. Wer eine körperliche Aktivität wie Joggen oder Radfahren ausübe, bleibe von der Maskenpflicht befreit, teilte die Pariser Polizeipräfektur am Freitag mit. Man werde die neue Regel nun erstmal im Rahmen einer Aufklärungskampagne umsetzen. Verwarnungen würden mit Augenmaß ausgesprochen.
Zuvor hatte das Pariser Rathaus gegen die Maskenpflicht auf dem Rad protestiert. „Wir halten es für eine schlechte Entscheidung“, sagte Vizebürgermeister Emmanuel Grégoire dem Sender BFM Paris. „Es schreckt davon ab, ein Fahrrad zu benutzen. In diesem Punkt sind wir nicht einer Meinung.“ Die Polizeipräfektur lenkte kurze Zeit später ein.

21 Gebiete als „rote“ Zonen ausgewiesen

Die Regierung hat 21 Départements im Land als Risikogebiete klassifiziert. Dort herrscht erhöhte Ansteckungsgefahr. Diese sogenannten roten Zonen liegen vorwiegend - aber nicht ausschließlich - an der Mittelmeerküste und rund um die Hauptstadt Paris. Für die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur am Mittelmeer wie auch für den Großraum Paris gilt eine Reisewarnung der Bundesregierung. Viele fürchten, dass sich eine solche Reisewarnung auf ganz Frankreich ausweiten könne.
Macron betonte erneut, dass generelle Grenzschließungen nicht der richtige Weg seien, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Die Schließung von Grenzen zwischen zwei Ländern mache keinen Sinn, wenn es Gebiete mit aktiver Virus-Zirkulation gebe, die identifiziert seien, sagte er. „Lassen Sie uns in dieser Frage nicht die Fehler von März wiederholen“, warnte er. Er erinnerte an die zahlreichen Grenzgänger, die von generellen Reise-Beschränkungen betroffen wären - auch wenn sie zum Beispiel in keinem der beiden Länder in einem Risikogebiet unterwegs sind.

Bisher keine Quarantäne für Deutsche bei Einreise

Unterdessen sagte der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian, dass Deutsche Staatsbürger bei einer Einreise nach Frankreich vorerst nicht in Quarantäne müssten. Eine solche Maßnahme sei bisher nicht geplant, erklärte er. Sollte sich die Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland aber deutlich beschleunigen, könne sich dies ändern. Das gleiche soll für Belgier gelten.

Steigende Corona-Zahlen: Frankreich will Ausgangssperre verhindern

Frankreich will trotz des Wiederaufflammens der Coronavirus-Pandemie in Frankreich eine neue landesweite Ausgangssperre vermeiden. Das sei zu schaffen, wenn alle mitarbeiten würden, sagte Premierminister Jean Castex am Donnerstag. „Je mehr Aktivitäten eingestellt werden, je mehr sich die wirtschaftliche und soziale Krise vertieft, desto dramatischer werden die menschlichen Folgen sein.“
Das Krankenhaussystem sei bereit für eine mögliche neue Welle was Betten, Masken, Medikamente und Beatmungsgeräte betrifft, so Castex. Eine Situation wie im Frühjahr solle jedoch unbedingt verhindert werden. Frankreichs Regierung hatte sich in der Vergangenheit bereits für regionale Beschränkungen ausgesprochen. So müssen etwa Bars und Restaurants in Marseille, das schwer getroffen ist, um 23 Uhr schließen.
Castex erklärte, dass es am Ende der Ausgangsbeschränkungen Mitte Mai weniger als 1000 neue Corona-Infektionen pro Tag in Frankreich gegeben habe. Jetzt sei man bei mehr als 3000. „Natürlich sind diese Zahlen mit Vorsicht zu interpretieren, wir testen viel mehr Menschen. Aber diese Zunahme der Tests erklärt nicht alles“, so der Premier. „Die Zahl der Krankenhauseinweisungen beginnt langsam aber sicher zu steigen“, warnte er.

Steigende Infektionszahlen: Keine Tour-Fans auf dem Grand Colombier

Aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen werden bei der 107. Tour de France am Sonntag auf dem Grand Colombier keine Zuschauer zugelassen. Die Maßnahme der Präfektur im Département Ain betrifft dabei den Schlussanstieg der 15. Etappe zum 1501 Meter hohen Gipfel sowie den vorherigen Anstieg zum Col de la Biche. Die Region gehört zu den 42 Départements, die inzwischen zur Roten Zone aufgrund der hohen Corona-Infektionen erklärten wurden. In Frankreich wurden am Donnerstag und Freitag jeweils fast 10 000 Neuinfektionen registriert. Durch die Einstufung als Rote Zone haben die Behörden vor Ort die Möglichkeit, Maßnahmen zu ergreifen, die das öffentliche Leben einschränken.
Auch Lyon ist von der Corona-Pandemie aktuell wieder schwer betroffen. In der Großstadt werden im Zielbereich der 14. Etappe am Samstag keine Zuschauer zugelassen.

Das sind die aktuellen Zahlen für Frankreich

  • Laut Johns Hopkins University haben sich bisher 383.292 Menschen in Frankreich mit dem Virus infiziert (Stand: 9. September 2020, 7:33 Uhr)
  • Im Vergleich zum Vortag sind das 9.574 mehr nachgewiesene Fälle
  • 89.242 gelten als genesen
  • 30.805 sind mit oder am Coronavirus gestorben

Sorge angesichts 25.000 neuen Corona-Fällen in Frankreich in drei Tagen

Angesichts der massiv steigenden Infektionszahlen in Frankreich steigt die Furcht vor neuen Einschränkungen im öffentlichen Leben: Binnen drei Tagen registrierte die nationale Gesundheitsbehörde fast 25.000 Neuansteckungen - rund acht Mal so viele wie in Deutschland. Inzwischen gelten mehr als ein Viertel der französischen Verwaltungsbezirke als "rote Zonen". Dennoch wird wie in der Bundesrepublik über eine verkürzte Quarantänezeit diskutiert.
Am Sonntagabend wurden 7000 neue Fälle registriert, nach rund 8500 am Samstag und einem neuen Höchststand von fast 9000 am Freitag, wie die Gesundheitsbehörde Santé Public mitteilte. Auch die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Covid19- Kranken steigt in Frankreich wieder. Mit knapp 500 liegt sie aber noch deutlich unter dem Höchststand von mehr als 7000 vom Frühjahr. Besonders stark nehmen die Infektionen laut der Gesundheitsbehörde derzeit bei jungen Leuten zu, die wenig oder keine Symptome zeigen.