Die Bundesregierung hat eine Reisewarnung für die Region rund um Paris sowie die Mittelmeerregion erlassen. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Hauptstadtregion Île de France einschließlich Paris sowie die Region Provence-Alpes-Côte-d'Azur werde wegen hoher Infektionszahlen mit dem Coronavirus derzeit gewarnt, erklärte das Auswärtige Amt am Montagabend. Das Robert-Koch-Institut erklärte beide Regionen zuvor zum Risikogebiet.
Auch vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Französisch Guyana wird aufgrund hoher Infektionszahlen gewarnt. Von Reisen in die übrigen französischen Überseegebiete, für die Einreisebeschränkungen bestehen, wird dringend abgeraten.

Corona in Frankreich: Rückkehrer müssen sich testen lassen

Das bedeutet, dass Reisende und Rückkehrer aus diesen Gebieten nach der Einreise in Deutschland einen verpflichtenden Test auf das Coronavirus machen und in Quarantäne müssen. Entscheidend für die Einstufung als Risikogebiet ist, dass die Zahl der Neuinfektionen bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner auf sieben Tagen liegt. In der Region Provence-Alpes-Côte-d'Azur liegen zahlreiche, sehr beliebte Urlaubsorte wie
  • Marseille,
  • Saint-Raphaël,
  • Fréjus,
  • Bormes-les-Mimosas
  • Nizza,
  • Antibes
  • oder Cannes.

Steigende Corona-Zahlen im südfranzösischen Bouches-du-Rhône

Im Département Bouches-du-Rhône, in dem Marseille liegt, stieg die Zahl der Neuinfektionen wieder stark an. Dazu gehören auch die Städte Aix-en-Provence und Arles, dort werden die Bars und Restaurants um 23.00 Uhr geschlossen. Die Massnahmen treten am Mittwochabend (26.08.2020) in Kraft.

Corona in Südfrankreich: FKK-Anlage wird zum Corona-Hotspot

Etwa 100 Urlauber wurden in einer FKK-Anlage in Südfrankreich positiv auf das Corona-Virus getestet. Das teilte die französische Gesundheitsbehörde mit. 38 Menschen wurden in der Stadt Cap D'Agde positiv getestet.
Ein Corona-Ausbruch in einer FKK-Anlage bereitet der französischen Regierung Sorgen.
Ein Corona-Ausbruch in einer FKK-Anlage bereitet der französischen Regierung Sorgen.
© Foto: Nicole Dugré / pixabay

Corona in Paris: Maskenpflicht massiv ausgeweitet

Im Großraum Paris und in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, in der auch in die Hafenstadt Marseille liegt, hatte sich die Lage in der vergangen Wochen bereits verschärft. Die französische Regierung hatte Paris und das Département Bouches-du-Rhône am Mittelmeer als Zonen eingestuft, in denen das Virus aktiv zirkuliert. Das bedeutet, dass die regionalen Behörden dort das öffentliche Leben einschränken können - theoretisch etwa durch das Schließen von Restaurants oder Märkten oder die Einschränkung der Bewegungsfreiheit.
In Paris zum Beispiel wurde die Maskenpflicht infolge der Einstufung massiv ausgeweitet - sie gilt nun auch unter freiem Himmel fast in der ganzen Stadt. In Paris ist die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner seit Anfang August wieder weit über 50 gestiegen. Blickt man aber zum Beispiel auf die Auslastung der Intensivbetten, ist die Stadt bisher im grünen Bereich.
Im Grenzgebiet zu Deutschland, wo die Krankenhäuser im Frühjahr noch besonders belastet waren, liegen die Infektionszahlen nach Angaben der Gesundheitsbehörden aktuell unter dem Frankreich-weiten Schnitt von 33 Infizierten auf 100.000 Einwohner.

Tourismusbeauftragter schließt Reisewarnung für Frankreich nicht aus

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, schließt eine Reisewarnung für ganz Frankreich nicht aus. „Wir haben ein atmendes System“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv. Es gebe klare Maßzahlen, nach denen eine Region zum Risikogebiet erklärt werde, so Bareiß. „Wenn 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen zu erkennen sind, dann muss man reagieren.“ Am Montag hatte die Bundesregierung wegen der Corona-Ansteckungsgefahr eine Reisewarnung für den Großraum Paris sowie weite Teile der französischen Mittelmeerküste rund um Marseille ausgesprochen.
Die Einstufung der Regionen Île-de-France und Provence-Alpes-Côte d'Azur als Risikogebiete halte er für angemessen, betonte Bareiß. „Das System funktioniert. Wir haben ganz klar gesagt, dass wir nicht mehr Länder schließen wollen, sondern nur noch Regionen beobachten wollen“, sagte er in der TV-Sendung.
Eine Reisewarnung ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Und sie hat eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Pauschalreisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Pharmakologe hält Tour de France-Start für unverantwortlich

Pharmakologe Fritz Sörgel hält die Austragung der Tour de France mit Zuschauern am Straßenrand angesichts der Coronavirus-Pandemie für unverantwortlich. „Die Hygienebedingungen sind da nicht einzuhalten. Wenn sich die Situation in Frankreich weiter verschlechtert, und es wird jetzt täglich schlechter, dann kann man es nicht zulassen. Die Situation ist da ja noch schwieriger als in einem Fußballstadion, weil man am Straßenrand nicht Pandemie-gerecht organisieren kann“, sagte Sörgel, Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Nürnberg-Heroldsberg, der Deutschen Presse-Agentur. Sörgel befürchtet das Schlimmste: „Superspreader drohen überall, und bei zehn bis zwölf Millionen Zuschauern, dazu muss man kein Statistiker sein, wird es passieren. Der Vereinzelte, den man nicht erkennt, das ist die Definition des Superspreaders, da steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es passiert.“
Am Samstag (29.08.2020) startet die Tour de France in Nizza - Pharmakologe hält Start für unverantwortlich.
Am Samstag (29.08.2020) startet die Tour de France in Nizza - Pharmakologe hält Start für unverantwortlich.
© Foto: dpa

Corona-Fall bei Rad-Team Bora-hansgrohe

Nach einem Corona-Fall im Team hat der deutsche Radrennstall Bora-hansgrohe seine Mannschaft beim Eintagesrennen Bretagne Classic zurückgezogen. Das teilte die Mannschaft am Dienstag mit. Um welchen Fahrer es sich handelt, ist unklar. Allerdings gehörte keiner der Fahrer, die bei dem Rennen starten sollten, der Mannschaft für die Tour de France an. „Wir haben den positiven Befund heute Morgen erhalten und sofort reagiert. Das Team kann an dem Rennen nicht teilnehmen.
Alle Teammitglieder, die direkten Kontakt zu dem Fahrer hatten, werden sich entsprechend behördlicher Vorgaben in Selbstisolation begeben. Der betroffene Fahrer ist asymptomatisch und zeigt keinerlei Krankheitsanzeichen“, sagte Bora-Teamarzt Jan-Niklas Droste.
Zu den sieben Fahrern, die in der Bretagne starten sollten, gehörte auch der Deutsche Marcus Burghardt.

Frankreich von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen

Frankreich wurde von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen - mehr als 30.500 Menschen sind bisher gestorben. Den Expertinnen und Experten macht derzeit vor allem Sorge, dass sich besonders viele junge Menschen mit dem Virus infizieren - aber keine oder kaum Symptome haben. Diese könnten dann wiederum ältere Menschen anstecken.

Das sind die aktuellen Zahlen für Frankreich

Stand: 25. August 2020, 10.28 Uhr
  • 282.414 haben sich in Frankreich mit dem Coronavirus infiziert
  • 30.533 Menschen sind seither am oder mit dem Virus gestorben
  • 85.352 Menschen gelten als genesen