• Lockdown-Verlängerung bis 14.2.2021 beschlossen.
  • Der Corona-Gipfel wird wegen der Mutation des Coronavirus vorverlegt .
  • Schon jetzt preschen einige Länder mit verschärften Maßnahmen vor: Bayern beschloss eine FFP-2-Maskenpflicht. Auch in Baden-Württemberg wird eine Maskenpflicht mit FFP-2 diskutiert.

Corona-Gipfel schon am Dienstag, 19.1.21

Der Corona-Gipfel, der am 25.1.2020 stattfinden sollte, wurde vorverlegt. Die Konferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder findet am Dienstag, 19.1.2021, statt.
Jetzt ist klar, dass der seit Wochen verhängte Corona-Lockdown, der eigentlich nur bis 31.1.2021 dauern soll, verlängert wird. Bund und Länder sind sich einig, dass zur Eindämmung des Coronavirus der bis Ende Januar befristete Lockdown bis zum 14.2. verlängert wird. Vor dem Treffen war auch von Verschärfungen der Corona-Regeln die Rede.
Eine der ersten unter den Politikern, die die Diskussion dazu befeuerten und eine Verlängerung - möglicherweise sogar bis Ostern - in Aussicht stellten, war Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Angela Merkel: Es bleibt hart bis Ostern

„Es bleibt hart bis Ostern“, hatte Merkel bereits vor dem Corona-Gipfel gesagt. Die Kanzlerin stellte in Anspielung auf die sich ausbreitenden Coronavirus-Mutation weitere harte Wochen in Aussicht: „Wenn wir es nicht schaffen, dieses britische Virus abzuhalten, dann haben wir bis Ostern eine 10-fache Inzidenz“, wird Merkel unter anderem von „Bild“ aus einer internen Sitzung einer Arbeitsgruppe der Unionsfraktion zitiert.

Video Lockdown verlängert und verschärft: Das sind die Beschlüsse

Kanzlerin Merkel: Mutation des Coronavirus könnte Fallzahlen explodieren lassen

Die in England mutierte Coronavirus-Varinate B117 breitet sich unter den Briten und auch in Irland rasend schnell aus. In Irland lag der Inzidenzwert Mitte Dezember bei unter 50, jetzt nähert er sich der 1.000-er Marke. Ein Wert, den Englands London schon überschritten hat. Zahlen, die das Kanzleramt unruhig werden lassen.
Angela Merkel warnte den Angaben zufolge vor dramatisch explodierenden Infektionszahlen durch die Mutation auch in Deutschland: „Wir brauchen noch 8 bis 10 Wochen harte Maßnahmen“, soll sie in der Sitzung gesagt haben. In Fraktionskreisen wurde zwar ausdrücklich darauf verwiesen, dass Merkel nicht von einer Verlängerung des derzeitigen Lockdowns bis Ostern gesprochen habe.
Auch andere Politiker und Organisationen stimmen in den Tenor ein, dass eine Verlängerung des Lockdowns und Verschärfungen der Corona unausweichlich sein wird. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) schloss härtere Corona-Regeln nicht aus. Wenn es notwendig sei, sei er dafür, die Maßnahmen noch mal "anzuschärfen", sagte Brinkhaus. Niemand könne sagen, ob der Lockdown noch "acht, zehn oder zwölf Wochen" dauere.

Das sagt Markus Söder zum Ende des Lockdowns

Sehr früh hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) davon gesprochen, dass eine Shutdown-Verlängerung über den Januar hinaus möglich sei. „Eines muss uns klar sein: Der jetzige Lockdown ist unter den Bedingungen geschlossen, dass das mutierte Virus nicht stärker bei uns im eigenen Land ist“, sagte er. Markus Söder sorgte zudem mit zwei Vorstößen im Kampf gegen Corona für Aufsehen. Er brachte eine Impfpflicht für Pflegepersonal ins Spiel, und in Bayern sollen im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen FFP2-Masken Pflicht sein.
Markus Söder hatte am Mittwoch laut „Bild“ mögliche Steuer-Anreize fürs Arbeiten im Homeoffice ins Spiel gebracht. „Wir wollen das steuerlich fördern und begünstigen“, sagte er nach Beratungen mit Arbeitgeber- und Gewerkschaftsvertretern. Er kündigte an, der Freistaat Bayern werde als größter Arbeitgeber in Bayern einen Anspruch auf Homeoffice einführen, wo immer dies möglich sei. Das gelte für rund 50 Prozent der Arbeitsplätze.

Armin Laschet stimmt auf längeren Shutdown wegen Corona-Zahlen ein

Die jüngste Prognose zum Lockdown kommt von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Er stimmte am Donnerstag, 14.1.2021, die Bevölkerung auf einen längeren Corona-Lockdown ein. „Völlig klar: Die Lage ist sehr ernst. Es wäre falsch, jetzt etwas auszuschließen“, sagte der Bewerber für den CDU-Bundesvorsitz dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ auf die Frage, ob die Einschränkungen schlimmstenfalls bis Ostern gelten.
Frühestens ab Sonntag (17.1.2021) werde es ein „realistisches Bild“ von den Corona-Infektionszahlen geben, womit auch das Geschehen der Weihnachts- und Silvester-Feiertage abgebildet werde. Derzeit sei auch noch nicht bekannt, wie sich das mutierte Virus aus Großbritannien auf die Infektionslage auswirke.

Winfried Kretschmann bekräftigt: Längerer Lockdown und Verschärfungen statt Lockerungen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bekräftigte am Donnerstag, 14.1.2021, der Corona-Lockdown müsse voraussichtlich über Januar hinaus verlängert werden. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir den Lockdown verlängern müssen“, sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart. Er werde sich für „weitere und schärfere Maßnahmen“ einsetzen. Zudem plädiere er dafür, den für den 25.1.2021 geplanten nächsten Corona-Gipfel vorzuziehen. Das plant auch Kanzlerin Angela Merkel.
Bereits am Dienstag, 12.1.2021, hatte der BW-Landeschef gesagt, er halte eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen im Februar für möglich. Die Zahlen seien nicht so, dass man „ein großes Öffnungskonzert“ veranstalten könne, sagte Kretschmann in Stuttgart zu den von vielen erhofften Lockerungen. „Wenn es nicht gut kommt, müssen wir eventuell sogar noch mal verschärfen.“ Baden-Württemberg sei mit dem bisherigen strengen Kurs gut gefahren. Am Donnerstag wurde offenbar vereinbart, dass Grundschulen und Kitas wie angedacht am kommenden Montag öffnen könne.

RKI: Maßnahmen müssen verschärft werden

Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist angesichts der derzeitigen Infektionslage für eine Verschärfung des bisherigen Lockdowns in Deutschland. RKI-Epidemiologe Dirk Brockmann sagte am Donnerstag, 14.1.2021, in Berlin, es sei eine "totale Konsensaussage" aller Modellberechnungen, dass die Maßnahmen weiter verschärft werden müssten, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Auch RKI-Präsident Lothar Wieler befürwortete eine Verschärfung als "Option". Auch die deutschen Amtsärzte rechnen mit einer Verlängerung. Ein Ende zum geplanten Termin wird zusehends unwahrscheinlicher.

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Härteste Phase der Corona-Pandemeie

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sagte dem „Welt“ Nachrichtensender „Welt“ im Interview zur Frage nach der Dauer einer Lockdown-Verlängerung: Wir sind in der härtesten Phase dieser Pandemie. Jetzt ist die schwierigste Situation. Und bei der Mutation steht ebenfalls noch zu befürchten, dass sie kommt. Und deswegen sollten wir jetzt keine falschen Versprechungen machen. Natürlich gebe es Pläne, es gibt Überlegungen, was in welcher Phase wiederbeginnen kann. Schulen, Kindergärten, auch im Bereich der Wirtschaft. Aber alles hängt davon ab, wie das Infektionsgeschehen sich entwickelt, weil ansonsten die medizinische Versorgung nicht zu gewährleisten ist. Das haben wir auch hier in Sachsen sehr deutlich gesehen.“

FFP-2-Maskenpflicht in Baden-Württemberg so wie in Bayern?

BW-Innenminister Thomas Strobl hat sich bereits für eine verschärfte Maskenpflicht auch im Südwesten ausgesprochen, ähnlich wie am Dienstag in Bayern beschlossen. „FFP2-Masken sind schon eine stark infektionsschützende Maßnahme. Da haben wir Luft nach oben“, sagte der CDU-Politiker in Stuttgart. Er denkt dabei an eine Maskenpflicht
  • in Pflegeheimen - auch für Besucher
  • in Flugzeugen und
  • im Nahverkehr.

Jens Spahn gegen Corona-Impfpflicht in Pflegeheimen

Dieser Tage ist angesichts der steigenden Zahlen - und auch vor dem Hintergrund von Markus Söders Forderung - der Ruf nach einer Impfpflicht laut geworden. Doch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lehnt eine Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte kategorisch ab. „Ich habe im Bundestag mein Wort gegeben: In dieser Pandemie wird es keine Impfpflicht geben“, sagte Spahn am Mittwoch im Deutschlandfunk. „Wir setzen auf Aufklärung und Information“, betonte der Gesundheitsminister.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Umsetzung der Pläne zum Schutz der Menschen in Alten- und Pflegeheimen durch die Länder kritisiert. Vieles sei nicht so ideal gelaufen, wie sie sich das gewünscht hätte, sagte Merkel am Dienstag.

Weitere Mutation aus Südafrika: 501.V2

Eine weitere Mutation, als 501.V2 bezeichnet, wurde im Oktober erstmals in Südafrika entdeckt. Beide Varianten unterscheiden sich in vielfacher Weise vom ursprünglichen Virus, vor allem beim Spike-Protein - also dem Teil des Virus, der sich an menschliche Zellen anheftet und ihm bei der Ausbreitung hilft. Die Mutationen verschaffen dem Virus einen leichteren Zugang zu bestimmten Rezeptoren und machen es deshalb potenziell ansteckender. Die Südafrika-Mutation des Virus ist in BW bereits aufgetreten: Bei einer Familie aus dem Zollernalbkreis, die am 13. Dezember 2020 aus Südafrika nach Baden-Württemberg eingereist ist, wurde erstmals die mutierte Variante des Coronavirus in Deutschland nachgewiesen.

Mutiertes Coronavirus B117 lässt Fallzahlen in England steigen

Das mutierte Coronavirus B117 ist bis zu 70 Prozent ansteckender als die aktuell aktive Variante. Die Infektionszahlen in England sind durch die Mutation extrem gestiegen. B117 soll nicht aggressiver sein, auch der Impfstoff von Biontech und Moderna soll wirksam sein, heißt es. Die hoch ansteckenden Coronavirus-Variante B117 ist bereits in Deutschland aufgetreten.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vehement vor einer verstärkten Ausbreitung des Coronvirus durch mutierte Virenformen aus Großbritannien gewarnt. Er verglich die Maßnahmen gegen die Mutationen mit „einem Wettlauf gegen die Zeit“.