• Die Corona-Zahlen in Deutschland sind trotz einer Tendenz zur Besserung weiterhin zu hoch.
  • Am Donnerstag, 21.1.2021 beraten die 27 EU-Staaten bei einem Videogipfel, ob und wie sie ein gemeinsames Dokument zum Nachweis von Corona-Impfungen einführen.
Eines der wichtigsten Themen für die Deutschen ist aktuell das Reisen. Die Deutschen halten sich dem Sender N-TV zufolge trotz großen Interesses noch beim Buchen zurück, weil die Lage ungewiss ist. Das wird sich aber bald ändern. Das Interesse am Urlaub 2021 steigt dem Reisekonzern TUI zufolge bereits wieder. Zahlreiche Menschen fragen sich, ob Reisen und echter Urlaub im
  • Frühjahr,
  • in den Sommerferien 2021
endlich wieder ohne Risiko möglich sein werden. Und eine aktuelle, repräsentative Umfrage für den Reiseveranstalter Dertour ergab: Für mehr als die Hälfte der Deutschen ist eine Urlaubsreise im Jahr 2021 wichtig - trotz Corona. Besonders Jüngere wollen nicht auf eine Auszeit verzichten: 65 Prozent der Befragten zwischen 25 und 34 Jahren stufen Urlaub im laufenden Jahr als wichtig ein.

Aktuelle Corona-Beschränkungen beim Reisen und Urlaub 2021

Die Bundesregierung hat angesichts der Corona-Pandemie Beschränkungen, Gebote und Regeln erlassen, welche das Infektionsrisiko niedrig halten sollen.
  • Alle Bürgerinnen und Bürger bleiben aufgerufen, auf Reisen im In- und ins Ausland - beruflich oder privat - zu verzichten.
  • Bei der Einreise aus Risikogebieten gelten Quarantäne- und Test-Pflichten.
  • Für das Ausland gelten seit dem 1. Oktober weltweit individuelle Reisehinweise.
  • Eine Reisewarnung gilt automatisch für Corona-Risikogebiete.
  • Zurzeit hat die Bundesregierung knapp 150 von rund 200 Ländern weltweit als Risikogebiete eingestuft und warnt vor Reisen dorthin. Das bedeutet zwar kein Reiseverbot, soll aber eine möglichst große abschreckende Wirkung auf Touristen haben.
Das dürfte sich mit dem erhofften Erfolg des Lockdowns und den angelaufenen Massenimpfungen in Deutschland und auch in andern Ländern Europas zumindest langfristig ändern. Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hält Urlaub bereits in den Osterferien zwar für eher unwahrscheinlich. Mit Besserung rechnet er erst im zweiten Vierteljahr. Der Sommer jedoch könnte dann laut Bareiß „ein ganz großer Reisezeitraum“ werden.

Preise und Nachfrage für Ferien in Deutschland steigen wegen Corona

Somit ist es nicht unrealistisch, sich jetzt schon um den Urlaub 2021 zu kümmern - und sich vorab gut zu informieren. Wichtig zu wissen:
  • 70 Prozent der Deutschen werden 2021 beim Reisen auf Auslandsreisen verzichten und Urlaub in Deutschland machen - damit werden viele innerdeutsche Ziele begehrt und früh ausgebucht sein.
  • Auch laut Reisekonzern TUI wird sich der Trend zum Urlaub im eigenen Land „massiv fortsetzen“. Beliebteste Urlaubsregionen in Deutschland werden die Ostseeküste, der Schwarzwald, der Bayerische Wald, das Allgäu und die Ostfriesischen Inseln sein.
  • Experten zufolge könnten das Reisen und Urlaub in diesem Jahr wegen steigender Nachfrage teurer werden. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland. Deswegen solle man - wenn ein aktuelles Angebot günstig erscheine, zugreifen. Allerdings: Eine Reisewarnung im Ausland ist immer möglich - und sollte auch einkalkuliert werden.

Tipps zu Individualreisen und Pauschalreisen ins Ausland

Aber wie kann man Risiken infolge der Corona-Pandemie minimieren? Die Nachrichtenagentur afp hat Tipps zusammengefasst, was Verbraucher bei der Buchung beachten sollten: Was gilt bei der Ausrufung von Risikogebieten bei Auslandsreisen, Storno, Umbuchungen, Absagen, Gutschein-Angeboten, Individualreisen - und helfen Reiserücktrittsversicherungen?

Wann dürfen Urlauber Auslandsreisen kostenlos stornieren?

Eine kostenlose Stornierung von Pauschalreisen ist in der Regel möglich, wenn ein Land als Risikogebiet eingestuft wird. Verbraucher sollten sich dabei an den Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes orientieren, empfiehlt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Letztendlich ausschlaggebend für eine kostenlose Stornierung sei aber „die juristische Frage, ob außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände vorliegen“, erklärt das Auswärtige Amt.

Was gilt bei speziellen Stornierungsangeboten der Veranstalter von Reisen?

Einige Reiseveranstalter werben mit kostenlosen Stornierungs- und Umbuchungsrechten bis 14 Tage vor Abreise. Allerdings warnt die Verbraucherzentrale Brandenburg, dass sich die kostenlosen Stornierungsrechte nur auf ausgewählte Flugpauschalreisen bestimmter Marken beschränken und nicht für beliebte Angebote wie Kreuzfahrten gelten. Die Verbraucherschützer empfehlen daher, vor der Buchung genau zu prüfen, ob das Stornierungsrecht die konkret geplante Reise umfasst.

Was gilt bei Rechten zur Umbuchung im Urlaub 2021?

Auch hier sollten Reisende laut der Verbraucherzentrale Brandenburg prüfen, ob das Angebot für die aktuelll gewünschte Reise gilt, und unter welchen Voraussetzungen umgebucht werden kann. Die Möglichkeit der Umbuchung gilt etwa nur bei entsprechender Verfügbarkeit anderer Angebote. Außerdem können Urlauber nur Reisen buchen, die genauso viel oder weniger kosten als die ursprünglich gebuchte Reise - andernfalls müssen sie zuzahlen.

Was tun, wenn der Veranstalter eine Reise absagt?

Kann ein Veranstalter die Reise nicht mehr wie geplant durchführen, muss er laut der Verbraucherzentrale Niedersachsen die Kosten komplett zurückerstatten.

Muss man einen Reise-Gutschein akzeptieren?

Nein. Wird eine Pauschalreise wegen der Corona-Pandemie abgesagt, haben Kunden einen Anspruch auf Erstattung in Geld. Sie können jedoch auf freiwilliger Basis Gutscheine akzeptieren. Auch wenn der Anbieter Insolvenz anmeldet, müssen Kunden nicht fürchten, dass sie ihr Geld nicht zurückbekommen. Die Bundesregierung sichert den Wert des Gutscheins ab. Wird der Gutschein nicht bis Ende 2021 eingelöst, müssen Veranstalter den Reisepreis auszahlen.

Was gilt bei Individuell gebuchten Reisen?

Können Urlauber ihr Ziel wegen
  • geltender Reisebeschränkungen,
  • eines Einreiseverbots oder
  • der Lage der Unterkunft im Sperrgebiet
nicht erreichen, können sie nach deutschem Recht ihre Unterkunft stornieren und ihr Geld zurückverlangen. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes führt laut der Verbraucherzentrale Niedersachsen aber nicht automatisch dazu, dass eine Unterkunft nicht erreichbar ist. Hier sei im Einzelfall zu prüfen, ob der Kunde sein Geld zurückverlangen kann. Wurde die Unterkunft bei ausländischen Anbietern gebucht, gilt in der Regel dortiges Recht.

Greift die Reiserücktrittversicherung bei Corona?

Die Reiserücktrittsversicherung gilt laut Verbraucherschützern nur, wenn der Versicherte aus persönlichen Gründen, also etwa einer Erkrankung, eine Reise nicht antreten kann. Laut Bundesregierung umfasst die Rücktrittsversicherung Fälle, in denen man selbst krank wird oder durch bestimmte Ereignisse (zum Beispiel Tod von Verwandten, Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit) nicht reisen kann. Viele Versicherer sehen auch vor, dass Schäden, Erkrankungen und Tod infolge von Pandemien wie Corona nicht versichert sind. Eine Stornierung wegen Ansteckungsgefahr mit einer Krankheit fällt nicht darunter.

EU-Corona-Impfpass: Freies Reisen mit Impfung möglich?

Die EU-Kommission hält eine Impfrate von 70 Prozent der Erwachsenen in der EU bis zum Sommer für machbar - wobei „Sommer“ eine Spanne zwischen Juni und Ende August bedeutet. Das würde bedeuten, dass eine gewisse Sicherheit beim Reisen innerhalb der EU erreicht werden könnte. Am Donnerstag, 21.1.2021 wollten die 27 EU-Staaten bei einem Videogipfel beraten, ob und wie sie ein gemeinsames Dokument zum Nachweis von Corona-Impfungen einführen. Es geht um einen EU-Corona-Impfpass: Den Anstoß gab der Ministerpräsident des Urlauberlands Griechenland, Kyriakos Mitsotakis. Er plädierte für einen EU-weit gültigen Impfpass und forderte: „Die Personen, die geimpft sind, müssen frei reisen dürfen.“ Die EU-Kommission hat dazu einen Vorschlag gemacht, den die EU-Staats- und Regierungschefs jetzt prüfen: Bis Ende Januar sollen sich die 27 auf ein gemeinsames Vorgehen bei „Impfzertifikaten“ einigen. Ob damit einfacheres Reisen oder andere Privilegien verbunden wären, ließ die Kommission offen.