Beim bisher letzten Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am 5. Januar waren die Regeln und Maßnahmen noch einmal deutlich verschärft worden. Die Teilnehmer - neben Merkel die Vertreter der Bundesländer - hatten sich darauf verständigt, am 25. Januar über das weiter Vorgehen beraten zu wollen. Um dann weitere Verschärfungen oder gar Lockerungen beschließen zu können.

Wird Corona-Gipfel mit Merkel vorgezogen?

Doch jetzt wackelt der anvisierte Termin offenbar. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will bei Kanzlerin Merkel darauf dringen, dass die ursprünglich für den 25. Januar geplante Videokonferenz auf nächste Woche vorgezogen wird. Er werde sich für „weitere und schärfere Maßnahmen“ einsetzen.
Hintergrund seien die weiter hohen Infektionszahlen im Land und die neu aufgetretenen Virus-Varianten aus Großbritannien und Südafrika, über deren Verbreitung man noch zu wenig wisse. „Wir befinden uns noch nicht in einem Abwärtstrend“, sagte Kretschmann zu den aktuellen Infektionszahlen. Auch in Baden-Württemberg seien erste Fälle der mutierten Viren aufgetreten. Man wisse noch nicht, was da auf das Land zukomme.
So hatte Kretschmann zuletzt massiv vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus gewarnt und schärfere Ausgangsbeschränkungen ins Gespräch gebracht. „Wenn das richtig aus dem Ruder läuft, wie wir das in London oder so sehen, und wenn das Gesundheitswesen kollabiert, dann muss man drastische Ausgangssperren machen. Das ist dann das einzige Mittel, das noch wirksam ist“, sagte er bei einem Online-Bürgerdialog am Dienstagabend. Am Donnerstag hatte Kretschmann zudem verkündet, die zunächst für 18. Januar angedachte Öffnung von Kindertagesstätten und Grundschulen zu verschieben.