Strenge Kontaktbeschränkungen, geschlossene Freizeiteinrichtungen und verfrühte Schulferien: Mit einschneidenden Maßnahmen arbeiten Bund und Länder weiter daran die Corona-Pandemie angesichts immer noch steigender Infektionszahlen wieder in den Griff zu bekommen.

Alle Informationen rund um die Beschlüsse des Corona-Gipfels

  • Bund und Länder haben sich auf dem Corona-Gipfel am vergangenen Mittwoch, 25. November, auf eine gemeinsame Linie verständigt. Regional können die Vorgaben noch einmal geändert werden.
  • Nach langer Verwirrung und einigen Unklarheiten steht nun fest: Der Ferienstart wurde auf den 19. Dezember vorgezogen.
  • Nicht ausgeschlossen ist, dass Bayern hier noch etwas weitergehende Regelungen erlässt.
Die Hoffnung war vergebens: Auch im Dezember bis einschließlich Anfang Januar bleibt Deutschland weiter im Teil-Lockdown. Zudem stimmte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ihr Land bereits auf eine Verlängerung bis März ein. Im Hinblick auf die Feiertage und den damit verbundenen Weihnachtsstress kann es passieren, dass man die nochmals verschärften Hygieneregeln außer Acht lässt. Allerdings gibt auch weiterhin teils hohe Strafen bei Missachtung der Auflagen. Der Bußgeldkatalog für Bayern in der Übersicht:

In Innenstädten und großen Menschenmassen: Bußgeld bei Missachtung der Maskenpflicht

Im Vergleich zu Baden-Württemberg hat der Freistaat verhältnismäßig höhere Strafen mit weniger Ermessensspielraum, so kostet der Verstoß gegen die Maskenpflicht in Bayern für alle Personen ab 14 Jahren rund 250 Euro. Diese Regelung betrifft Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs, Passanten, aber auch Arbeitnehmer am Arbeitsplatz. Nur mit einem ärztlichen Attest sind Ausnahmen möglich. Bei mehrmaligem Verstoß kann der Bußgeld-Regelsatz sogar bis zu 500 Euro betragen. Mittlerweile herrscht in allen Innenstädten eine Maskenpflicht in den Fußgängerzonen.

Corona Regeln an Weihnachten und Silvester: Bayern will Maßnahmen bei Bedarf verschärfen

Auch über die Feiertage und zwischen den Jahren gilt nur eine bedingte Lockerung der Kontaktbeschränkungen. Regional und lokal kann es zudem gesonderte Regelungen geben. So hat sich Berlin gegen eine Lockerungen der Corona-Maßnahmen entschieden und auch Bayern denkt über eine zusätzliche Verschärfung nach.
Generell gilt: Private Feiern und Feste in der Adventszeit sind nur mit bis zu fünf Menschen aus maximal zwei Haushalten erlaubt. Dabei werden Kinder bis 14 Jahre nicht mitgerechnet. An den Feiertagen an Weihnachten und an Silvester dürfen sich bis zu zehn Personen aus mehreren Haushalten treffen. Auch hier sind Kinder unter 14 Jahren ausgenommen. Hält man sich nicht an diese Vorgaben, drohen in Bayern Bußgelder von bis zu 150 Euro pro Person. Zusätzlich muss der Gastgeber bis zu 5000 Euro an Bußgeld zahlen.
Zusätzlich herrscht im gesamten Bundesland ein Alkoholverbot. Das bedeutet zwischen 22 und 6 Uhr morgens dürfen Tankstellen, Supermärkte und Co. keine alkoholischen Getränke verkaufen. Wer dennoch Alkohol in der Öffentlichkeit trinkt riskiert ein Bußgeld von 250 Euro, der Verkäufer des Getränks muss sogar mit bis zu 1000 Euro Bußgeld rechnen. Darüber hinaus gibt es ein Verbot für Feiern auf öffentlichen Plätzen und Anlagen. Nichteinhaltung des Verbots wird mit 150 Euro pro Person bestraft.

Schule Corona Bayern: Maskenpflicht und Regeln an Schulen

Die Ministerpräsidenten der Länder hatten sich mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochabend auf eine Strategie für extreme Hotspots verständigt: Demnach sollen „schulspezifisch“ Maßnahmen wie Wechsel- oder Hybridunterricht eingeführt werden, wenn regional die Marke von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wird - allerdings laut Beschlusspapier erst ab Klasse 8, mit Ausnahme der Abschlussklassen.
Dagegen gilt die generelle Maskenpflicht für alle bayrischen Schüler inklusive Grundschulen unabhängig des Wohnortes. Personen ab 14 Jahren die sich weigern einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen riskieren eine Geldstrafe von 250 Euro. Zudem sind private Schulen, wie auch die Verantwortlichen von Prüfungen an Hochschulen, normalen Schulen und Berufsschulen verpflichtet sich an die gegebenen Hygienemaßnahmen zu halten bzw. diese gewährleisten zu können, ansonsten müssen die Einrichtungen und Verantwortlichen 5000 Euro Strafe zahlen.
Zu beachten: Musik- und Fahrschulen müssen weiterhin geschlossen bleiben, wenn die geforderten Hygienemaßnahmen nicht umgesetzt werden können. Ein Verstoß gegen die Hygienemaßnahmen kostet den Verantwortlichen ebenfalls 5000 Euro.

Bayern schließt Grenze für Skitouristen - Gegenmaßnahme aus Tirol?

Nach dem Vorstoß von Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte, Skigebiete mindestens bis zum 10. Januar geschlossen zu halten, hatte Markus Söder am Dienstag gesagt: „Mir wäre lieber, wir würden ein einheitliches Übereinkommen auf europäischer Ebene haben: keine Skilifte offen überall beziehungsweise kein Urlaub überall.“
Nach dem Corona-Gipfel am 25.11. appellierte Söder an die Bevölkerung Skiurlaub ausfallen zu lassen. Das berichtet der „Merkur“. Diese Art von Tourismus „konterkariere alle Bemühungen der Bevölkerung“, das Coronavirus zu bekämpfen. Söder brachte auch eine Reduzierung der Skigebiet in Gespräch.

Reisen während der Corona-Pandemie? Innerdeutsche Reisen und Beherbergungsregeln

Es gibt keine Einreiseverbote oder Quarantänepflicht für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten. Auch das Beherbergungsverbot gilt nicht mehr. Trotzdem sind die Reisemöglichkeiten sehr eingeschränkt. Betreibern von Hotels, Beherbergungsbetrieben, Schullandheimen, Jugendherbergen, Campingplätzen oder sonstigen gewerblichen Unterkünften sind nur Übernachtungsangebote für notwendige, insbesondere für berufliche und geschäftliche Zwecke gestattet - ausgenommen sind Tagungen, Messen und Kongresse. Damit sind jegliche touristischen Reisen auf Grundlage eines Anbieters unmöglich. Bietet man trotzdem touristische Übernachtungsmöglichkeiten an, kann das durchaus teuer werden:
  • Falsche Kontaktangaben des Gastes: 250 Euro
  • Keine Kontaktdaten werden erhoben: 1000 Euro
  • Betreiben von Hotels, Jugendherbergen, Campingplätzen und Co., die Touristen beherbergen: 5000 Euro
  • Fehlende Schutzmaßnahmen: 5000 Euro

Trotz zahlreicher Verstöße: „Querdenken“-Demonstrationen weiter erlaubt

Vom Veranstaltungsverbot ausgenommen sind verfassungsrechtlich geschützte Bereiche wie zum Beispiel Gottesdienste, oder Versammlungen nach dem Bayerischen Versammlungsgesetz. Über Demonstrationen soll im konkreten Einzelfall entschieden werden. Versammlungsorte müssen genügend Platz für den Mindestabstand bieten.