• Wie haben sich die Corona-Fallzahlen am Mittwoch, 07.04., entwickelt?
Ein Ende des Lockdowns scheint nach wie vor in weiter Ferne: Die Fallzahlen in Deutschland steigen seit Wochen wieder deutlich an. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet (CDU) forderte am Montag - und damit eine Woche vor dem nächsten geplanten Corona-Gipfel am 12.04.2021 - bereits einen „Brücken-Lockdown“ und dass die geplanten Bund-Länder Gespräche am 12.04. vorgezogen werden. Am Dienstag verteidigte Laschet seinen Vorschlag: „Wir erkennen, dass schon in ganz kurzer Zeit 20 Prozent der deutschen Bevölkerung geimpft sind“, sagte Laschet im ZDF- „Morgenmagazin“ am Dienstag. „Für diesen Zeitpunkt, sagen uns die Experten, sollten wir noch einmal eine Anstrengung unternehmen und das öffentliche Leben reduzieren“. Sollte es gelingen, die Inzidenz so zu reduzieren, seien auch neue Lockerungen denkbar, sagte Laschet weiter.
Mit Hilfe „neuer Mechanismen“ wie der App „Luca“ für Kontaktnachverfolgung sei bei einer niedrigeren Inzidenz auch eine Ausdehnung von Modellprojekten denkbar, sagte Laschet weiter. Diese Schritte müssten in den nächsten drei Wochen vorbereitet werden, „dann kann man hineingehen in die Zeit, in der man behutsam öffnen kann“, sagte Laschet.

Corona-Zahlen für Deutschland heute: Aktuelle RKI-Fallzahlen zu Inzidenz, Neuinfektionen & Co. am 07.04.21

  • Neuinfektionen: Das RKI meldet am heutigen Mittwoch (07.04.2021) 9677 Neuinfektionen in Deutschland. Am Vortag (Dienstag, 06.04.2021) waren 6.885 neue Corona-Fälle registriert worden. Zum Vergleich: Am Mittwoch vor einer Woche, 31.03.21, waren fast 17.051 Neuinfektionen gemeldet worden.
  • Das RKI wies allerdings darauf hin, dass rund um die Osterfeiertage weniger Tests gemacht und gemeldet würden.
  • „Zeit Online“ berichtete, dass es 9835 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Das RKI wies am Dienstag darauf hin, dass rund um die Osterfeiertage vielerorts meist weniger Tests gemacht und gemeldet werden. Zudem könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln. Die berichteten Fallzahlen dürften dadurch zunächst niedriger ausfallen und nur eine eingeschränkte Aussagekraft haben.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Heute wird der Wert mit 110,1 angegeben, gestern lag er bei 123.
  • Der bundesweite Inzidenzwert ist vor allem von symbolischer Bedeutung und hat keine zwingenden Folgen für den Umgang mit der Pandemie. Entscheidend für das Inkrafttreten der Notbremse - Aufhebung von Lockerungen der Corona-Maßnahmen - ist die jeweilige Inzidenz in einzelnen Regionen Deutschlands.
  • Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12.2020, mit 197,6 erreicht worden.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland mehr als 2.910.445 positiv getestete Fälle registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • Tote: Nach Angaben des RKI wurden am Mittwochmorgen 298 neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Insgesamt gibt es in Deutschland damit 77.401 Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. „Zeit Online“ meldete 227 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen.
  • Höchststand der Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen in Deutschland binnen eines Tages war am Donnerstag, 14.01.2021, erreicht worden.
  • Genesene: Laut RKI haben sich etwa 2.614.500 Menschen in Deutschland von einer Corona-Infektion erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser liegt heute bei 0,81. Gestern hatte er bei 0,90 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Corona-Zahlen in Deutschland: NRW vor Bayern und BW

Nach den Osterfeiertagen gibt es Verzögerungen bei den Meldungen der neuen Corona-Zahlen. Darauf verweist, wie oben geschrieben, nicht nur das RKI. Laut Zeit Online teilten am Dienstag 347 von 401 Kreisämtern neue Zahlen mit. Viele Nachmeldungen der vergangenen Tage stünden damit noch aus. Repräsentative Aussagen, so der Bericht der Zeit, über Inzidenzwerte werden erst ab Mitte April wieder möglich sein, da diese sich immer auf die Fallzahlen einer gesamten Woche beziehen.
Das Bundesland mit den meisten neuen Infizierten war der Zeit zufolge Nordrhein-Westfalen, wo demnach 2362 weitere Fälle gemeldet worden sind. Dahinter rangieren Bayern mit 1564 und Baden-Württemberg mit 1417 Neuinfektionen. Auch bei der Zahl der Todesfälle lagen Nordrhein-Westfalen und Bayern mit 47 und 38 vorn. Darauf folgen dem Bericht nach Baden-Württemberg mit 34 und Hessen mit 25 Todesfällen im Zusamenhang mit dem Coronavirus.

RKI-Fallzahlen laut Dashboard: Aktuelle Corona-Zahlen und Inzidenz für die Kreise in Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das RKI-Dashboard liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an.

Aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland, USA und Co. - Fallzahlen der Johns-Hopkins-Universität

Die Corona-Karte der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, war am Mittwoch, 07.04.2021, zunächst nicht zu erreichen. Am Dienstag, 06.04.21 (Stand 6 Uhr), waren weltweit rund 131.7070.267 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.859.868 Menschen.

Diese Länder waren am Dienstag, 06.04.2021, am stärksten von Corona betroffenen:

  • USA: 30.777.336 Infizierte und 555.403 Tote.
  • Brasilien: 13.013.601 Infizierte und 332.752 Tote.
  • Indien: 12.589.067 Infizierte und 165.101 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.902.309 Infizierten und 77.136 Toten.

Video Umfrage: Große Mehrheit zweifelt an Merkels Impfversprechen

Erklärung der Corona-Kennzahlen: Was sind Inzidenz, Neuinfektionen, R-Wert und Co.?

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

7-Tage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.