• Dennoch ist sie Sorge vor den Coronavirus-Mutationen aus England und Südafrika nach wie vor groß
  • Wie hoch sind die Corona-Zahlen in Deutschland am Dienstag, 16.02.2021?
Die Kurve der Infektionszahlen in Deutschland geht aktuell stetig nach unten. Können die Menschen daher bald auf Lockerungen im Corona-Lockdown hoffen? Ein Stufenplan für Öffnungsschritte sollte eigentlich schon vergangene Woche vorliegen, nun soll er spätestens beim nächsten Corona-Gipfel von Bund und Ländern, am 03.03.2021, vorliegen.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht derweil keine Chance für Urlaubsreisen zu Ostern. Unterstützung erhält er dabei von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Es gibt teils harsche Kritik.

Die Meldung zu den Zahlen vom RKI verzögert sich zunächst

Die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu den neuen Corona-Infektionen lagen am Dienstagmorgen zunächst nicht vor. Auf der Seite des Dashboards war lediglich zu lesen: „Die Daten werden derzeit aktualisiert. Bitte schauen Sie später wieder vorbei.“ Auch die Nachrichtenagentur DPA, die die Zahlen jeden Tag aufbereitet, schreibt am Morgen: „Die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den neuen Corona-Infektionen liegen noch nicht vor. Das Dashboard des RKI wird derzeit aktualisiert. Sie erhalten eine Meldung, sobald der aktuelle Stand vorliegt.“
Auf dem Dashboard des RKI gibt es aktuell nur eine Meldung, dass die Daten aktualisiert werden. Die Corona-Zahlen für Deutschland kommen heute offenbar später.
Auf dem Dashboard des RKI gibt es aktuell nur eine Meldung, dass die Daten aktualisiert werden. Die Corona-Zahlen für Deutschland kommen heute offenbar später.
© Foto: Screenshot; Quelle: RKI
  • Neuinfektionen: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3856 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Nach Angaben des RKI hatten die Gesundheitsämter am gestrigen Montag 4426 neue Corona-Fälle in Deutschland registriert. Die Zahlen für Dienstag hatten zuvor am Morgen noch nicht vorgelegen. Am Dienstag der vergangenen Woche, dem 09.02.21, waren es insgesamt 3379 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden.
  • „Zeit Online“ berichtete bereits am Montagabend, dass es 5478 Neuinfektionen gibt - das wären 415 mehr als in der Vorwoche und damit seit Wochen erstmals wieder ein Anstieg im Vergleich zu Vorwochen-Werten. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infektions-Rekord: Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 Fällen am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.342.843 positiv getestete Fälle registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • Tote: Deutschlandweit sind bisher mehr als 65.604 Menschen mit oder an einer Corona-Infektion gestorben. Das sind 528 Tote mehr als am Vortag. „Zeit Online“ zufolge gab es 383 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Das wären nach Berechnungen der „Zeit“ 243 mehr als am Tag zuvor, aber 60 weniger als am selben Tag der Vorwoche. Insgesamt kommt Zeit Online auf 65.989 Tote.
  • Höchststand Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag, 14.1.21, erreicht worden.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Der Wert liegt laut RKI am Dienstag bei 0,86. Am Montag hatte dieser Wert bei 0,88 gelegen. Am Sonntag hatte er bei 0,90 und am Dienstag der Vorwoche bei 0,94 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt bei 59. Die „Zeit“ berichtet, dass der Wert bei 60,7 liegt. Gestern war ein Wert von 57,4 gemeldet worden. Vor vier Wochen, am 17. Januar, hatte die Inzidenz noch bei 136 gelegen. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.
  • Die Daten geben, so berichtet die Nachrichtenagentur DPA am DIenstag, den Stand des RKI von 0 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Johns-Hopkins-Universität: Corona-Zahlen für Deutschland, USA und Co. heute

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am heutigen Dienstag (Stand 6 Uhr) weltweit rund 109.143.273 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher knapp 2.407.611 Millionen Menschen.
Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 27.692.948 Infizierte und 486.321 Tote.
  • Indien: 10.916.589 Infizierte und 155.732 Tote.
  • Brasilien: 9.866.710 Infizierte und 293.773 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.246.876 Infizierten und 65.288 Toten.

Corona-Fallzahlen in Bayern sinken weiter

Bayern war lange Zeit eines der am schlimmsten von Corona betroffenen Bundesländer. Doch die Lage bessert sich, die Corona-Fallzahlen im Freistaat sinken, und die Inzidenz lag zuletzt unter 60. Damit liegt Bayern unter den 16 Bundesländern laut Robert-Koch-Institut (RKI) auf dem siebten Rang. zugleich steigt die Zahl der Impfungen in Bayern langsam an.

RKI-Dashboard liefert die neuesten Zahlen zu den Corona-Infektionen

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das Dashboard des RKI liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an.

Corona-Zahlen - Laschet: Nicht immer neue Grenzwerte

Der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat bei der Ausrichtung der Corona-Politik vor einem zu einseitigen Fokus auf dem sogenannten Inzidenzwert gewarnt. „Man kann nicht immer neue Grenzwerte erfinden, um zu verhindern, dass Leben wieder stattfindet“, sagte er. „Wir können unser ganzes Leben nicht nur an Inzidenzwerten abmessen.“ Man müsse all die anderen Schäden etwa für die Gesellschaft und die Wirtschaft genauso im Blick haben wie die Inzidenzzahlen.
Die Länderregierungschefs und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten zuletzt vereinbart, den Lockdown grundsätzlich bis zum 7. März zu verlängern. Sollte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz - also Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche - stabil unter 35 sinken, sollen die Beschränkungen von den Ländern schrittweise gelockert werden - zunächst für Einzelhandel, Museen und Galerien sowie Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen.
Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet fordert derweil mit Blick auf Fallzahlen und Inzidenzen, "nicht immer neue Grenzwerte" einzuziehen.
Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet fordert derweil mit Blick auf Fallzahlen und Inzidenzen, „nicht immer neue Grenzwerte“ einzuziehen.
© Foto: DPA

Corona-Zahlen und Inzidenz: Seit Wochen sinkt der Wert

Am Montagmorgen hatte der Wert im bundesweiten Schnitt laut Robert Koch-Institut bei 58,9. Der bisherige Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI sinkende Sieben-Tage-Inzidenzen.
Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsbundestagsfraktion, Karin Maag (CDU) riet, andere Parameter einzubeziehen als nur die Inzidenz. „Das sind politische Größen“, sagte sie der „Welt“. „Die Leistungsfähigkeit der Gesundheitsämter und der Kliniken muss miteinbezogen werden. Dazu gibt es Schnelltests. Mehr Technik muss beim Thema Öffnen ebenso dazugedacht werden wie der höhere Durchimpfungsgrad der älteren Menschen.“
Der Immunologe Michael Meyer-Hermann hält es für möglich, dass ansteckendere Virusvarianten die angepeilte Inzidenz von 35 torpedieren. Sollte sich das Vorkommen der Mutante B.1.1.7 ungünstiger entwickeln als erwartet, könne es sein, dass die 35 mit dem aktuellen Lockdown nicht zu erreichen sei, sagte der Leiter der Abteilung System Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig der Deutschen Presse-Agentur. „Das macht deutlich, dass jede Form von Öffnungen zum jetzigen Zeitpunkt ein hohes Risiko birgt, die gesetzten Ziele nicht erreichen zu können.“

Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz und Co.: Erklärungen der wichtigsten Corona-Kennzahlen

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.