• Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen aktuell wieder rasanter an
  • Heute treffen sich Kanzlerin Merkel und die Länderchefs zu einem erneuten Corona-Gipfel
  • Wie haben sich die Fallzahlen laut RKI-Dashboard heute, am Montag, 22.03.2021, entwickelt?
Werden die Corona-Maßnahmen wieder verschärft? Angesichts der steigenden Fallzahlen in Deutschland können die Bürgerinnen und ürger vom heutigen Corona-Gipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten wohl keine Lockerungen erwarten. Winfried Kretschmann (Grüne), Regierungschef von Baden-Württemberg, und sein bayrischer Kollege, Markus Söder (CSU), haben sich bereits gegen weitere Öffnungen und Lockerungen ausgesprochen. Söder sagte, es gebe mit der Notbremse jetzt bereits ein Instrument, das wirke. „Die muss überall in Deutschland gleich und konsequent angewendet werden“, sagte der CSU-Chef der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Auch Merkel hat signalisiert, es sei nicht möglich, ohne Notbremse auszukommen. Doch eine Mehrheit der Deutschen ist laut einer Umfrage gegen Verschärfungen des Lockdowns.
Werden die Öffnungsschritte des Stufenplans in Deutschland umgesetzt? Die Corona-Zahlen sind aktuell sehr hoch.
Werden die Öffnungsschritte des Stufenplans in Deutschland umgesetzt? Die Corona-Zahlen sind aktuell sehr hoch.
© Foto: Bundesministerium der Finanzen

RKI-Fallzahlen für Deutschland heute: Aktuelle Inzidenz und Neuinfektionen am 22.03.21

  • Neuinfektionen: Das RKI meldet am heutigen Montag 7709 Neuinfektionen. Am gestrigen Sonntag, 21.03.2021, waren 13.733 Neuinfektionen neue Corona-Fälle in Deutschland registriert worden. Zum Vergleich: Am Montag vor einer Woche, 15.03.21, waren 6.604 Neuinfektionen gemeldet worden. „Zeit Online“ berichtete, dass es 11.159 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Wichtig: Die Corona-Zahlen liegen zu Beginn der Woche oft niedriger, da am Wochenende weniger getestet wird und es zu Verzögerungen bei der Meldung der Fälle an die Gesundheitsämter kommt.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Heute wird der Wert mit 107,3 angegeben, gestern lag er bei 103,9 „Zeit Online“ meldet einen Wert von 109,5.
  • Die bundesweite Inzidenz von über 100 ist zunächst vor allem von symbolischer Bedeutung und hat keine zwingenden Folgen für den Umgang mit der Pandemie. Entscheidend für die Aufhebung von Lockerungen der Corona-Maßnahmen ist die jeweilige Inzidenz in einzelnen Regionen Deutschlands.
  • Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12.2020, mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland mehr als 2.667.225 positiv getestete Fälle registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • Tote: Nach Angaben des RKI wurden am Montagmorgen 50 neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Insgesamt gibt es in Deutschland damit 74.714 Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. „Zeit Online“ meldete 53 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit Corona stehen.
  • Höchststand der Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen in Deutschland binnen eines Tages war am Donnerstag, 14.01.2021, erreicht worden.
  • Genesene: Laut „Zeit Online“ haben sich 2.423.339 Menschen in Deutschland von einer Corona-Infektion erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Dieser liegt heute bei 1,22. Gestern hatte er ebenfalls bei 1,22 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Corona-Zahlen für Deutschland, USA und Co.: Die Fallzahlen der Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am heutigen Montag, 22.03.21 (Stand 6 Uhr) weltweit rund 123.160.171 Infektionen mit dem Coronavirus bisher. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.709.627 Menschen.
Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 29.818.528 Infizierte und 542.356 Tote.
  • Brasilien: 11.998.233 Infizierte und 294.042 Tote.
  • Indien: 11.599.130 Infizierte und 159.755 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.670.001 Infizierten und 74.756 Toten.

RKI-Fallzahlen laut Dashboard: Aktuelle Corona-Zahlen und Inzidenz für die Kreise in Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das Dashboard des RKI liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an. Zum Dashboard geht es hier.

Corona-Zahlen in Deutschland: NRW bei den Bundesländern vor Bayern und BW

Die meisten Neuinfektionen gab es „Zeit Online“ zufolge mit 2700 Fällen in Nordrhein-Westfalen. Dahinter folgten dem Zeit-Bericht nach Bayern mit 2062 und Baden-Württemberg mit 1040 Neuinfektionen. NRW hat mit 12 verstorbenen Patientinnen und Patienten auch die meisten Todesfälle. Thüringen meldete sieben Tote. In Rheinland-Pfalz starben sechs und in Bayern, Hessen und Hamburg je fünf Menschen mit dem Virus.
Innerhalb der Städte gab es der „Zeit“ in Berlin mit 219 die meisten neuen Infektionsfälle. Dahinter folgen Köln mit 189 und Hamburg mit 170 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Die meisten Todesfälle meldete Hamburg mit fünf Menschen.
Corona-Zahlen in Deutschland: Bei den Stadt- und Landkreisen lag Hamburg Medienberichten zufolge in Bezug auf die Todesfälle zuletzt vorne.
Corona-Zahlen in Deutschland: Bei den Stadt- und Landkreisen lag Hamburg Medienberichten zufolge in Bezug auf die Todesfälle zuletzt vorne.
© Foto: DPA

Neuinfektionen, Inzidenz, R-Wert und Co.: Die wichtigsten Corona-Kennzahlen erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.