• Deutschland hat die Impfungen mit dem Vakzin Astrazeneca vorerst ausgesetzt
  • Wie hoch sind Indzidenz und Zahl der Neuinfektionen heute in Deutschland?
Gestern wurde bekannt gegeben, dass auch Deutschland Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca vorsorglich aussetzt. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit und verwies auf eine aktuelle Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts. Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Institut weitere Untersuchungen für notwendig. Auch der Impfgipfel wird verschoben.

Nächster Corona-Gipfel: Wie geht es weiter?

In sechs Tagen, am Montag, 22.03.2021, findet der nächste Corona-Gipfel statt. Wie geht es in der Corona-Pandemie in Deutschland weiter angesichts der seit Wochen steigenden Fallzahlen, die das RKI seit Wochen meldet? Wird der Lockdown verlängert oder kommen tatsächlich weitere Öffnungsschritte, wie sie beim vergangenen Bund-Länder-Treffen vereinbart wurden?
Eine der Entscheidungsgrundlagen für die weiteren Corona-Regeln und Maßnahmen werden sicherlich wieder die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen und Coronavirus-Werte sein. Wie hoch sind die Corona-Zahlen in Deutschland heute am Dienstag, 16.03.2021? Und wie hoch sind sie im Vergleich zum Dienstag der Vorwoche? Gibt es Fallzahlen, obwohl das Dashboard des Robert Koch-Instituts keine liefert?

Aktuelle Fallzahlen für Deutschland heute: Inzidenz und Neuinfektionen am 16.03.21

  • „Zeit Online“ berichtete, dass es 7303 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut Johns-Hopkins Universität (JHU) seit Beginn der Pandemie in Deutschland mehr als 2.585.385 positiv getestete Fälle registriert. „Zeit Online“ vermeldet 2.586.056 bestätigte Fälle. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Der Wert liegt heute „Zeit Online“ zufolge bei 85,8. Gestern hatte er laut RKI bei 82,9 gelegen.
  • Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz pendelt deutschlandweit seit mehreren Tagen um die Marke 60, zuletzt häufiger leicht darüber. Während des seit Dezember andauernden harten Lockdowns war der Wert wochenlang zurückgegangen, bevor er im Verlauf der vergangenen Tage wieder stieg, dann sank und nun erneut stieg.
  • Tote: Die Angaben des RKI zu neue Todesfällen wurden noch nicht veröffentlicht. „Zeit Online“ meldete 160 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit Corona stehen - Insgesamt gibt es damit in Deutschland 74.204 Todesfälle. Die JHU meldet insgesamt 73.701 Corona-Tote in Deutschland.
  • Höchststand der Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen in Deutschland binnen eines Tages war am Donnerstag, 14.1.21, erreicht worden.
  • Genesene: Wie viele es laut RKI sind, ist ebenfalls auf Grund der Verzögerung der Daten noch unklar. Laut „Zeit Online“ haben sich bis heute 2.374.012 Menschen in Deutschland von einer Corona-Infektion erholt.

RKI-Dashboard liefert Corona-Zahlen für Deutschland am 16. März mit Verspätung

Gegen 8:30 Uhr am Dienstag, den 16.03.2021, waren die aktuellen Fallzahlen zur Lage in Deutschland auf dem Dashboard des Robert Koch-Instituts dann mit einigen Stunden Verzögerung online. Wie sind die Corona-Zahlen laut RKI heute? Ein Überblick:
  • 7-Tage-Inzidenz: 83,7
  • 7-Tage-Fallzahl: 69.622
  • Neuinfektion: 5480
  • Corona-Infektionen gesamt: 2.581.329
  • Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus: 73.656 (+ 238 zum Vortag)
Das RKI-Dashboard zeigt die Corona-Zahlen für Deutschland am Dienstag (16.03.) erneut mit Verspätung.
Das RKI-Dashboard zeigt die Corona-Zahlen für Deutschland am Dienstag (16.03.) erneut mit Verspätung.
© Foto: RKI-Dashboard

RKI-Fallzahlen laut Dashboard: Aktuelle Corona-Zahlen und Inzidenz für die Kreise in Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das Dashboard des RKI liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an. Zum Dashboard geht es hier.

Corona-Zahlen und Inzidenz in Deutschland: So sieht die Öffnungsstrategie aus

Beim Corona-Gipfel wurde hart gerungen um Lockerungen insbesondere für den Handel, ebenso um die dafür relevanten Inzidenzwerte. Hier ist eine grafische Darstellung der neuen Strategie.

Neuinfektionen, Inzidenz, R-Wert und Co.: Die wichtigsten Corona-Kennzahlen erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.