• Der Rückgang der Corona-Zahlen in Deutschland ist aktuell offenbar zu Ende
  • Zuletzt gingen die Fallzahlen laut RKI-Dashboard sogar wieder leicht nach oben
  • Baden-Württemberg liegt bei der Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden offenbar vorne
Die Corona-Zahlen in Deutschland sind in den vergangenen Tagen und Wochen wieder sukzessive in die Höhe gestiegen - leicht zwar, aber gestiegen. Der stete Rückgang der Fallzahlen, den das RKI über Wochen zuvor gemeldet hatte, zumindest scheint endgültig gestoppt. Und in Teilen sogar umgekehrt. Seit Beginn der Woche haben vielerorts in Deutschland Geschäfte oder aber auch Kosmetikstudios nach den Beschlüssen des Corona-Gipfels wieder geöffnet. Und beim nächsten Bund-Länder-Treffen am 22. März könnte es sogar noch weitreichendere Lockerungen geben. Wie sich die Fallzahlen bis dahin entwickeln, hängt sicher auch davon ab, wie schnell das Impfen in den Bundesländern wie Baden-Württemberg zum Beispiel vorangeht. Hier sind die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland laut RKI-Dashboard heute, am Mittwoch, 10.03.2021.

RKI-Fallzahlen für Deutschland heute: Aktuelle Inzidenz und Neuinfektionen am 10.03.21

  • „Zeit Online“ berichtete, dass es 6.537 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.518.591 positiv getestete Fälle registriert. Die tatsächliche Gesamtzahl aber dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
  • Tote: Nach Angaben des RKI wurden am Mittwochmorgen 300 neue Todesfälle im Vergleich zum Vortag gemeldet. Insgesamt gibt es in Deutschland damit 72.489 Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. „Zeit Online“ meldete 283 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit Corona stehen.
  • Höchststand der Todesfälle: Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen in Deutschland binnen eines Tages war am Donnerstag, 14.1.21, erreicht worden.
  • Genesene: Laut RKI haben sich 2.328.700 Menschen in Deutschland von einer Corona-Infektion erholt.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Er liegt bei 0,97. Gestern hatte er bei 1,03 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Der Wert liegt heute dem RKI zufolge bei 65,4. Gestern hatte er bei 67,5 gelegen. „Zeit Online“ meldet einen Wert von 69,9.
  • Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz pendelt deutschlandweit seit mehreren Tagen um die Marke 60, zuletzt häufiger leicht darüber. Während des seit Dezember andauernden harten Lockdowns war der Wert wochenlang zurückgegangen, bevor er im Verlauf der vergangenen Tage wieder stieg, dann sank und nun erneut stieg.



Corona-Fallzahlen heute: So sieht es in Städten, Kreisen und Bundesländern aus - BW vorne

Nach Angaben von „Zeit Online“ meldeten Berlin mit 287 und Hamburg mit 203 neuen Fällen vor München Stadt mit 125 und Dresden Stadt mit 110 die meisten Neuinfektionen. In Köln wurden dem Bericht zufolge 98 Neuinfektionen registriert. 37 Kreise meldeten keine neuen Fälle.
Die meisten Neuinfektionen auf Bundeslandebene gab es der „Zeit“ zufolge mit 1065 in Baden-Württemberg, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 977 registrierten Ansteckungen. In Bayern wurden 957 neue Fälle gemeldet, in Niedersachsen waren es 511.
Die genauen Zahlen für Baden-Württemberg - Stand Dienstagabend laut RKI - gibt es hier. Und die Fallzahlen für den Freistaat Bayern sind hier zu finden.
Mit Blick auf die Todeszahlen wurden die meisten Todesfälle im Zusammenhang Corona offenbar in Nordrhein-Westfalen mit 55 registriert. In Sachsen wurden 38 weitere Todesfälle gemeldet. Dahinter folgen Bayern mit 33 und Thüringen mit 25 neuen Fällen binnen 24 Stunden.
Baden-Württemberg, hier das Opernhaus in Stuttgart, liegt bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen deutschlandweit binnen 24 Stunden offenbar vorne.
Baden-Württemberg, hier das Opernhaus in Stuttgart, liegt bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen deutschlandweit binnen 24 Stunden offenbar vorne.
© Foto: Bernd Weissbrod/DPA

Corona-Zahlen für Deutschland, USA und Co.: Die Fallzahlen der Johns-Hopkins-Universität

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am heutigen Mittwoch (Stand 6.00 Uhr) weltweit rund 117.537.689 Infektionen mit dem Coronavirus bisher. Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2.609.992 Menschen.
Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 29.093.946 Infizierte und 527.643 Tote.
  • Indien: 11.244.786 Infizierte und 157.930 Tote.
  • Brasilien: 11.122.429 Infizierte und 268.370 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.520.618 Infizierten und 72.534 Toten.
In seinem Dasboard veröffentlicht die JHU jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland und die Welt.
In seinem Dasboard veröffentlicht die JHU jeden Tag die aktuellen Corona-Zahlen für Deutschland und die Welt.
© Foto: Screenshot; Quelle: JHU

RKI-Dashboard: Aktuelle Corona-Zahlen und Inzidenz für die Kreise in Deutschland

Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Das Team des Instituts möchte die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten schützen und ihren Gesundheits­zu­stand verbessern. Es besteht aus 1100 Menschen mit 90 verschiedenen Berufen.
Das Dashboard des RKI liefert während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Es zeigt unter anderem die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle und Genesenen an. Zum Dashboard geht es hier.

Corona-Zahlen und Inzidenz in Deutschland: So sieht die Öffnungsstrategie aus

Beim Corona-Gipfel wurde hart gerungen um Lockerungen insbesondere für den Handel, ebenso um die dafür relevanten Inzidenzwerte. Hier ist eine grafische Darstellung der neuen Strategie.
Wie könnte eine Lockerung der Corona-Regeln und eine sukzessive Öffnungsstrategie aussehen? Das Finanzministerium hat eine Grafik des möglichen Ablaufs entwickelt.
Wie könnte eine Lockerung der Corona-Regeln und eine sukzessive Öffnungsstrategie aussehen? Das Finanzministerium hat eine Grafik des möglichen Ablaufs entwickelt.
© Foto: Bundesministerium der Finanzen

Sterbefallzahlen im Februar deutlich unter Schnitt der Vorjahre

Trotz der Pandemie sind im Februar nach einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamts drei Prozent weniger Menschen gestorben als im Schnitt des gleichen Monats in den vier Vorjahren. Demnach starben 81.746 Menschen, 2632 weniger als im Monatsdurchschnitt von 2017 bis 2020, wie das Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.
Zur Erklärung, warum im Februar die gesamten Sterbefallzahlen trotz der Covid-19-Todesfälle unter den Durchschnitt der Vorjahre gefallen sind, verweist die Statistik-Behörde auf den Influenza-Wochenbericht des RKI. Demnach liegen andere Atemwegserkrankungen in diesem Winter auf einem äußerst niedrigen Niveau. 2017 und 2018 dagegen seien die Sterbefallzahlen durch starke Grippewellen in den ersten Monaten des Jahres deutlich erhöht gewesen. Den Effekt der quasi ausgefallenen Grippewelle hatten Experten mit den Corona-Maßnahmen erklärt.
Die Gesamtzahl der Sterbefälle in diesem Jahr einschließlich der letzten Februarwoche gibt das Bundesamt mit 177.169 an. Dies seien neun Prozent mehr als im Schnitt desselben Zeitraums der vier Vorjahre.
Auch die Kurve der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen sinkt seit Ende Februar nicht mehr so deutlich wie zuvor seit Jahresbeginn: Vielmehr ist auch hier eine Seitwärtsbewegung mit leichtem Auf und Ab zu sehen. Auf den Stationen werden mit Stand Dienstag rund 2780 Fälle behandelt, das ist annähernd so viel wie auf dem Höhepunkt der ersten Welle im Frühjahr 2020.

Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz und Co.: Die wichtigsten Corona-Kennzahlen erklärt

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.