Deutschland versucht in diesen Tagen Ende Oktober, die zweite Welle der Corona-Pandemie zu brechen und die stark ansteigenden Zahlen in den Griff zu bekommen.
Nachdem die Fallzahlen im Sommer wenig Grund zu Sorge gaben, schießen sie seit August rasant in die Höhe - und der Winter, die Hauptzeit für Atemwegsinfektionen, beginnt gerade. Am Donnerstag hatte das Robert Koch-Institut (RKI) mit 16.774 gemeldeten Fällen binnen eines Tages einen Höchststand. Und es ist erst eine Woche her, dassder Wert erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland die Marke von 10.000 überschritten.

Corona RKI-Zahlen Deutschland: Neuer Rekord der aktuellen Fallzahlen am Freitag, 30.10.2020

Wie hoch sind die neuen Zahlen zu den Covid-19-Fällen in Deutschland heute, am Freitag, 30.10.2020? Alle wichtigen Fallzahlen des RKI-Dashboards - die Zahl der Neuinfektionen, den Inzidenzwert sowie die Zahl der Toten und Genesenen im Überblick:
  • Neuinfektionen: Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag 18.681 Neuinfektionen.
  • Infizierte: Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 499.694 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert.
  • Tote: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag jetzt bei 10.349. Das sind 77 mehr als am Vortag. Aufgrund von einer Datenaktualisierung des RKI Dashboard schwankte die Zahl der Gesamttodesfälle am Freitagmorgen zwischen dem Wert von Donnerstag (10.272) und dem aktuell angegebenen.
  • Die Zahl der Genesenen beläuft sich laut dem RKI auf etwa 345.700.
  • R-Wert: Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag laut RKI Einschätzungen für Deutschland am Donnerstag bei 1,03. Der Wert für Mittwoch wurde mit 0,97 angegeben. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Am Freitag lag zunächst noch kein aktualisierter Wert vor.
  • Sieben-Tage-R-Wert: Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Donnerstag bei 1,17. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

RKI meldet mögliche Verzögerungen in der Aktualisierung

Das RKI wies am Freitagmorgen auf seinem Dashboard daraufhin, dass es bei der Datenaktualisierung zu Verzögerungen kommen kann. Daher können die Grafiken am Morgen noch abweichen von den tatsächlich vermeldeten Zahlen. Beispielsweise schwankte der Wert der vermeldeten Todesfälle am Freitagmorgen zwischen der Zahl von Donnerstag (10.272) und der vermutlich aktuellen (10.349).
Die Grafiken und die vermeldeten Zahlen konnten am Freitagmorgen aufgrund einer Verzögerung bei der Aktualisierung noch voneinander abweichen.
Die Grafiken und die vermeldeten Zahlen konnten am Freitagmorgen aufgrund einer Verzögerung bei der Aktualisierung noch voneinander abweichen.
© Foto: Screenshot RKI

RKI-Dashboard: Corona-Zahlen aus Bundesländern und Kreisen

Wer sich über die nationalen Zahlen hinaus für das Infektionsgeschehen in seinem Bundesland - etwa in Bayern oder Baden-Württemberg - oder in seiner Region respektive seinem Kreis interessiert, der kann dieses im Dashbaord des RKI nachverfolgen. Dort sind auf Bundesland- und Kreis-Ebene die Zahlen tagesaktuell ausgewiesen. Hier geht es zum Dashboard des RKI.

Ärztepräsident kritisiert Abwarten bei Corona-Schutzmaßnahmen

Der Präsident des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat das Abwarten der Politik bei den neuen Corona-Schutzmaßnahmen kritisiert. „Warum geben wir dem Virus noch bis Montag Zeit?“, fragte Montgomery am Donnerstag im SWR. Die am Mittwoch von Bund und Ländern vereinbarten Einschränkungen des öffentlichen Lebens sollen am 2. November in Kraft treten und bis Ende des Monats gelten.
Montgomery kritisierte die Unvernunft vieler Menschen in Deutschland im Umgang mit der Pandemie. Eigentlich müssten die Abstands- und Hygieneregeln ausreichen, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, sagte der Mediziner, doch „die Menschen sind zu unvernünftig“. Er selbst sei aber überrascht, wie rasant die Infektionszahlen und auch die der Corona-Patienten in Kliniken wieder nach oben gingen. Angesichts dieser Entwicklung kämen nun die Entscheidungen der Politik dagegen recht spät.
„Ich frage mich, was noch geschehen muss, damit man manchen Menschen die Lektion beibringt, dass dieses Virus bisher nicht durch eine Therapie behandelt werden kann, dass wir nur durch Prävention, nur durch kluges Verhalten diesem Virus Paroli bieten können“, sagte der Ärzte-Präsident mit Blick auf wiederholte, massenhafte Verstöße gegen die geltenden Schutzregeln.