Mit Spannung wartete Deutschland am Mittwoch auf die Ergebnisse des großen Corona-Gipfels in Berlin. Seit Tagen kursierten in den Medien Gerüchte und Spekulationen zur Verlängerung und Verschärfung des Teil-Lockdowns. Sogar von Ausgangssperren ab einer bestimmten Inzidenz war die Rede.
Denn: Die neuen Maßnahmen der Bundesregierung im Kampf gegen die Corona-Krise und die weiterhin hohen Zahlen von Neuinfektionen  in Deutschland mit einem traurigen Rekord bei den Todeszahlen treffen alle Bereiche treffen. Nicht nur die Wirtschaft, Gastronomie und die Kultur, sondern auch den ganz persönlichen Bereich jedes Bürgers. Alleine hier geht es schon um viele Themen wie
  • Kontakte,
  • Ferien,
  • Schule, Reisen
  • Weihnachten und
  • Silvester.

Der Überblick: Lockerungen und Verschärfungen der Maßnahmen nach dem Gipfel

Welche Regeln erwarten die Deutschen jetzt nach den Beschlüssen auf dem Corona-Gipfel der Länder-Chefs und Kanzlerin Merkel? Sicher ist: Deutschland stehen weitere Wochen des Teil-Lockdowns bevor - wenngleich mit vorübergehenden Lockerungen über Weihnachten, sodass zumindest dieses Fest in der Familie einiegermaßen normal gefeiert werden kann.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatte im Vorfeld den Beratungen von Bund und Ländern hohe Bedeutung zugemessen: „Das ist diesmal eine der entscheidenden Ministerpräsidentenkonferenzen in der gesamten Geschichte des Föderalismus“, sagte der CDU-Politiker.
Nach dem Gipfel sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne): „Wir befinden uns weiterhin in einer dramatischen Lage.“ Es gehe bei der Verlängerung des Teil-Lockdowns darum, „die Kontakte zu verringern und die Sicherheit bei unvermeidbaren Kontakten zu erhöhen“.

Lockerung bei Kontaktbeschränkungen für Weihnachten

Die Kontaktbeschränkungen und andere Regeln und Maßnahmen werden noch einmal verschärft, um das Infektionsrisiko während der Feiertage so weit wie möglich abzusenken. Diese strengen Kontaktbeschränkungen zum Eindämmen der Corona-Pandemie werden über Weihnachten gelockert. Vom 23. Dezember bis zum 1. Januar dürfen sich maximal zehn Personen treffen, Kinder bis 14 Jahre fallen nicht unter die Regelung.

Private Feiern und Treffen: Beschränkung von Kontakten wird verschärft

Zusätzlich sollen Kontaktbeschränkungen ab Anfang Dezember verschärft werden. Laut Beschlussentwurf sollen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Kinder unter 14 Jahren sind von der Regelung ausgenommen.

Böller-Verbot und Empfehlung zu Silvester 2020 und Feuerwerk

Das Silvesterfeuerwerk auf belebten Plätzen und Straßen wird verboten, um größere Gruppen zu vermeiden. Die örtlich zuständigen Behörden sollen die betroffenen Plätze und Straßen bestimmen. Grundsätzlich wird „empfohlen“, zum Jahreswechsel auf Feuerwerk und Böller zu verzichten. Öffentlich veranstaltete Feuerwerke sind verboten. Ein von SPD-Ländern ins Spiel gebrachtes Verkaufsverbot ist nicht vorgesehen.

Schulen, Kindergärten und Kitas bleiben offen - teils mit Maskenpflicht

An Schulen auch in Baden-Württemberg soll es bei sehr hohen Fallzahlen künftig Wechselunterricht ab der 8. Klasse geben. Die Maßnahme, bei der etwa Klassen halbiert und abwechselnd zu Hause und in der Schule unterrichtet werden, greift bei einer hohen 7-Tage-Inzidenz, und zwar bei mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Vereinbart wurde eine Maskenpflicht im Unterricht ab der 7. Klasse, abhängig von den regionalen Corona-Zahlen.

Quarantäne und Tests für infizierte Schüler

Hat sich ein Schüler mit Corona infiziert, soll in der Regel die ganze Klasse fünf Tage in Quarantäne geschickt werden. Danach soll ein Schnelltest folgen. Wer negativ getestet wurde, kann zurück in die Schule. Bei positiven Tests soll im Abstand von drei Tagen weiter getestet werden, bist ein negatives Ergebnis vorliegt.

Corona-Regeln zur Maskenpflicht verschärft - auch am Arbeitsplatz

Bundesweit soll eine Maskenpflicht gelten „in geschlossenen Räumen, die öffentlich oder im Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zugänglich sind“. Und auch in Innenstädten und anderen Orten unter freiem Himmel, „an denen sich Menschen entweder auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten“, soll verpflichtend eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden müssen. Die genaue Orte und Zeiten sollen die örtlichen Behörden festlegen.

Weihnachtsferien sollen früher beginnen

Um die Kontaktmöglichkeiten einzuschränken, sollen die Weihnachtsferien verlängert werden, beziehungsweise früher beginnen. Geeinigt hat man sich auf den 19.12.2020. Der 19. Dezember ist der Samstag vor Heiligabend, der 24.12. fällt in diesem Jahr auf einen Donnerstag. Die Folge: Wenn die Schüler bereits am 19.12.2020 (Samstag) in die Ferien entlassen werden, haben sie bis Heiligabend eine Strecke von fünf Tagen, die genutzt werden könnte, um Kontakte zu minimieren.

Weitere Regeln zu Gastronomie, Reisen, Handel

  • Die Schließung von Kneipen, Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen soll bis mindestens 20. Dezember verlängert werden.
  • Alle nicht notwendigen Reisen sollen unterbleiben. Um den Zugverkehr sicherer zu machen, soll die „Sitzplatzkapazität“ für mehr Abstand erhöht werden. Die Reservierbarkeit der Sitzplätze soll parallel dazu beschränkt werden. Die „Maskenkontrollen“ sollen weiter verstärkt werden, so dass täglich mehr Fernzüge kontrolliert werden.
  • Alle nicht notwendigen Kontakte sollen weiter unterbleiben.
  • Der Groß- und Einzelhandel bleibt geöffnet, allerdings mit Maskenpflicht nun auch vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen. In Geschäften mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern soll sich höchstens eine Person je 10 Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten. Bei Geschäften, die größer sind, darf auf die zusätzliche Fläche dann höchstens eine Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche kommen.