• Angela Merkel und die Ministerpräsidenten haben darüber beraten, wie es mit den Corona-Regeln in Deutschland weitergeht.
  • Was bedeutet das für Hotel-, Restaurant- und Bar-Besuche sowie die Gastronomen?
  • Der Lockdown wird bis 14.2. verlängert werden.
  • Die Gastronomie rechnete bereits mit einem verlängerten Lockdown und fordert die vollständige Auszahlung versprochener Überbrückungshilfen.
Deutschland im Krisen-Modus: Das Coronavirus breitet sich weiter aus, die Fallzahlen sind immer noch zu hoch. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten haben deshalb den Corona-Gipfel vorgezogen und am Dienstag entschieden, dass der harte Lockdown bis zum 14. Februar verlängert wird – mindestens. 

Dehoga-Umfrage: Jeder Vierte denkt über Schließung nach

In der Gastronomie hatte man diese Entscheidung bereits kommen sehen. Die Lage ist dramatisch: Drei Viertel der Gastronomen und Hoteliers bangen angesichts der Beschränkungen um ihre Existenz. In einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) gaben dies 75,5 Prozent der etwa 12.000 befragten Betriebe an, demnach zieht zudem jeder vierte Unternehmer (24,9 Prozent) gar eine Schließung in Erwägung. Im Gastgewerbe stünden „Existenzen und Vertrauen in die Politik auf dem Spiel“, warnte der Verband.
Die Betriebe seien seit Anfang November im Lockdown und es fehle eine Öffnungsperspektive, kritisierte Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Dezemberhilfen stünden noch aus. Die Branche ist neben dem Einzelhandel besonders hart von den Beschränkungen betroffen.

Corona Lockdown: Gastronomen fordern rasche Auszahlung der Novemberhilfe

Ein weiteres großes Problem für die Gastronomie: Die Auszahlung der Staatshilfen läuft sehr schleppend. Mit Abschlagszahlungen komme man nicht weit, betonte vor wenigen Tagen Thomas Lengfelder, Hauptgeschäftsführer der Berliner Dehoga. Immer mehr Gastronomen stünden mit dem Rücken zur Wand, weil die Liquidität aufgebraucht sei.
Noch deutlichere Worte findet Axel Klein von der sächsischen Dehoga: „Die Unternehmer und Unternehmerinnen fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.“ Die Bundesminister hätten unbürokratische Hilfe zugesichert. „Das Gegenteil ist der Fall.“ Klein sprach von „Verzweiflung und maximalem Frust“ bei notleidenden Betrieben und forderte mehr Tempo bei der Abwicklung der Hilfen.

TV-Koch Tim Mälzer: Luft wird „wirklich, wirklich eng“

Auch prominente Gastronomen ärgern sich. Fernseh-Koch Tim Mälzer betont: „Die Konten sind inzwischen geräumt. Die Rücklagen sind verbraucht“ Jetzt sei es wirklich an der Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen, denn von den großen Unterstützungspaketen sei in der Gastronomie und im Veranstaltungsbereich bisher relativ wenig angekommen.
Er selbst habe eine Vorauszahlung von 10.000 Euro bekommen und ein Förderpaket für einen Frankfurter Betrieb, aber das sei ein Bruchteil dessen, was wirklich an wirtschaftlichem Schaden verursacht werde. „So langsam wird die Luft wirklich, wirklich eng“, meinte Mälzer.
Mit den Novemberhilfen wollte der Bund eigentlich schnelle Abhilfe leisten: Bis zu 75 Prozent des Vorjahresumsatzes sollen die Antragsteller erhalten. Weil die Einschränkungen im Dezember weiter verschärft wurden, wurde zudem ein Dezember-Hilfsprogramm aufgelegt, doch die Auszahlung sich massiv verzögert.