• Am Dienstag, 19. Januar, wurde bei einem erneuten Corona-Gipfel über die weiteren Maßnahmen beraten
  • Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs haben geklärt, wie es mit den Corona-Regeln in Deutschland weitergeht.
  • Der Lockdown wird bis zum 14.2.21 verlängert.
  • Wie steht es um Geschäfte - wird Einkaufen und Shopping bald wieder im Laden möglich sein?
Entspannung ist in der Corona-Krise in Deutschland noch nicht in Sicht. Die Zahlen scheinen sich zwar zu stabilisieren, sind aber nach wie vor auf einem hohen Niveau. Sorgen bereiten vor allem Mutationen des Coronavirus, die auch schon in Deutschland nach gewiesen wurden.

Ende des Corona-Lockdowns im Februar

Der bis Ende Januar befristete Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird bis 14.2. verlängert. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Dienstag beschlossen.
Zuvor hatte Merkel gesagt, dass sie davon ausgehe, dass das Deutschland sich noch auf „acht bis zehn Wochen harte Maßnahmen“ einstellen muss.

FFP2- oder OP-Maske: Diese Regeln gelten beim Einkaufen

Bei den Bund-Länder-Gesprächen wurden die Regeln für die Maskenpflicht verschärft. So müssen künftig in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sogenannte OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen der Standards KN95/N95 oder FFP2 getragen werden. Normale Alltagsmasken sind dort dann nicht mehr zugelassen.

Kritik: Corona-Überbrückungshilfe kommt nicht an und reicht nicht

Bei den krisengebeutelten Geschäftsinhabern wachsen die Zukunftssorgen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt, dass viele vom Lockdown betroffenen Handelsunternehmen in diesem Jahr in der Insolvenz enden könnten. Eine Umfrage unter 1500 Händlern habe ergeben, dass rund 80 Prozent von ihnen davon ausgehen, dass die derzeitigen Hilfsmaßnahmen nicht zur Existenzsicherung reichen. Knapp 60 Prozent der Unternehmen in den Innenstädten stünden ohne weitere staatliche Hilfen vor dem Aus.
Der HDE forderte daher „dringend“ eine Anpassung der Überbrückungshilfen. Wenn Finanzminister Olaf Scholz (SPD) die Beantragungskriterien besser an die Lage des Einzelhandels anpasse, „dann gibt es noch eine Chance, das Schlimmste zu verhindern“. Laut der Umfrage kämen die Hilfen nicht an.

Offener Brief an Angela Merkel: 90 Millionen Euro Hilfe bei 36 Milliarden Euro Umsatzverlust

Auch der Gesamtbetriebsrat der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof fordert zielgenauere Hilfen des Staates. „Erarbeiten Sie endlich Ihre Hilfspakete nicht über die Köpfe der Branchen und Sparten hinweg, sondern entwickeln sie gemeinsam mit den Betroffenen praxisnahe, effiziente und existenzrettende Maßnahmen“, verlangte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Galeria Karstadt Kaufhof, Jürgen Ettl, in einem offenen Brief an die Entscheidungsträger aus der Politik.
Die bisherigen Unterstützung des Staates für die Branche bezeichnete Ettl als völlig unzureichend. Der Einzelhandel habe seit dem ersten Lockdown Umsatzverluste von rund 36 Milliarden Euro erlitten. Die Hilfszahlungen für den Einzelhandel betrügen jedoch gerade einmal 90 Millionen Euro. Seine Kolleginnen und Kollegen fühlten sich deshalb von der Politik nicht mehr ernstgenommen. Dies sorge für wachsenden Unmut und Enttäuschung.
Click & Collect im Kreis Göppingen Click & Collect sorgt für Ansturm auf Baumärkte

Kreis Göppingen

„Click & Collect“: Antworten auf häufig gestellte Fragen

Ein kleines Trostpflaster für die Händler ist das „Click & Collect“. Das Bestellen im Netz mit anschließender Abholung im Laden erfreut sich wegen des Lockdowns wachsender Beliebtheit. Nicht nur große Ketten mit vielen Filialen bieten diesen Service inzwischen an, sondern auch immer mehr Einzelhändler – zumindest dort, wo es erlaubt ist.
Allerdings bleiben bei manchen Verbrauchern Zweifel, welche Art Vertrag man da eigentlich geschlossen hat. Gilt das vom Onlineshopping her bekannte Widerrufsrecht – und wenn ja, im vollem Umfang?

Gibt es ein Rückgaberecht?

Die Antwort lautet: ja, es gilt. Ist die Ware auf einer Internetseite bestellt worden, gilt auch das bei Onlinekäufen übliche zweiwöchige Widerrufsrecht. Die weiteren Umstände des Vertragsschlusses, zum Beispiel die Abholung im Laden oder die Bezahlart, spielten dafür keine Rolle.
Fällt die endgültige Kaufentscheidung allerdings erst bei der Abholung, besteht kein Widerrufsrecht. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Ware über die Internetseite ausdrücklich nur reserviert worden ist, führen die Verbraucherschützer aus.

Wie läuft ein Widerruf ab?

Möchte die Kundin oder der Kunde den Kauf widerrufen, muss sie oder er das gegenüber dem Händler am besten per E-Mail, Fax oder Brief erklären. Die bestellte Ware einfach nicht abzuholen oder zurückzusenden, gilt nicht als Widerruf, erläutern die Experten.
Hat jemand nach einem Kauf per Click & Collect, wie das Verfahren auch genannt wird, rechtmäßig von seinem Widerrufsrecht Gebrauch gemacht, muss er die Ware nicht zwingend zurücksenden, sondern kann sie nach Ansicht der Verbraucherzentrale auch im Geschäft abgeben.

Muss man für eine Rücksendung bezahlen?

Wer sich aber für die Rücksendung per Paketdienst entscheidet, sollte wissen, dass er als Kunde oder sie als Kundin grundsätzlich die Kosten für das Paket übernehmen muss, wenn der Händler die Kostenübernahme nicht von sich aus anbietet. Und der Händler muss die Rücksendekosten den Angaben zufolge dann tragen, wenn er vor dem Vertragsschluss nicht darüber informiert hat, dass Kundinnen und Kunden die Kosten einer eventuellen Rücksendung selbst zahlen müssen.