Breitet sich die neue Mutation des Coronavirus, die Merkmale der Mutanten aus England und Südafrika enthält, weiter in Deutschland aus? Das wäre fatal. Denn in Großbritannien und vor allem in Portugal lässt die britische Mutation B117 die Fallzahlen extrem in die Höhe schnellen. Die Bundesregierung reagierte zuletzt mit Einreiseverboten. Ob das helfen wird, zeigen die aktuellen Zahlen für Deutschland - das ist die Lage bei den Corona-Fallzahlen am Samstag, 6.2.2021, wenige Tage vor dem neuen geplanten Corona-Gipfel, für den auch die Zahlen eine Entscheidungsgrundlage hinsichtlich einer Verlängerung oder Lockerung des Lockdowns sein können.

Neue Corona-Fallzahlen für Deutschland: Aktuelle RKI-Zahlen am 6.2.21 zu Inzidenz, Neuinfektionen und Toten

  • „Zeit Online“ berichtet, dass es heute 10.932 Neuinfektionen gibt. Die Zahlen von Zeit Online basieren auf den direkten Angaben aus den Landkreisen. Sie sind weniger als die Statistiken des Robert Koch-Instituts von verzögerten Meldeketten betroffen und können deshalb abweichen.
  • Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 Fällen am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.
  • Infizierte: Insgesamt wurden laut dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland 2.275.394 positiv getestete Fälle registriert.
  • Tote: Die Gesamtzahl der Menschen, die bisher mit oder an einer Corona-Infektion gestorben sind, beträgt deutschlandweit 61.286 Menschen. Das sind 689 Tote mehr als am Tag zuvor. „Zeit Online“ zufolge gab es 721 neue Todesfälle zu verzeichnen. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag, 14.1., erreicht worden.
  • Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit 2.020.900 an.
  • R-Wert: Das RKI gibt in seinem aktuellen Lagebericht ein so genanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Am Samstag liegt dieser Wert bei 0,93. Am Freitag hatte der R-Wert bei 0,89 gelegen. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die zur Lagebeurteilung und für Beschlüsse rund um den Lockdown maßgebliche 7-Tage-Inzidenz beziffert die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen und liegt aktuell bei 77,3 Gestern war ein Wert von 79,9 gemeldet worden. Der bisherige Höchststand war am Dienstag, 22.12., mit 197,6 erreicht worden. Zeit Online nennt eine 7-Tage-Inzidenz von 82,3.
  • Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Gradmesser für die Lockerung oder Verschärfung von Corona-Regeln und Maßnahmen und auch für eine mögliche Verlängerung des Lockdowns. Ziel der Bundesregierung ist es, die 7-Tage-Inzidenz auf unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen binnen 7 Tagen zu drücken. Dann gilt eine Region nicht mehr als Risikogebiet.

Corona-Zahlen: Diese Fälle meldet die Johns-Hopkins-Universität weltweit und für Deutschland

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, welche die Corona-Daten global erfasst, meldet am Samstagmorgen (Stand 6:00 Uhr) weltweit rund 105,4 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus bisher.
Gestorben sind demnach auf der Welt bisher mehr als 2,3 Millionen Menschen. Die drei am stärksten Betroffenen Länder sind:
  • USA: 26.808.494 Infizierte und 459.407 Tote.
  • Indien: 10.814.304 Infizierte und 154.918 Tote.
  • Brasilien: 9.447.165 Infizierte und 230.034 Tote.
  • Deutschland folgt weiterhin auf dem weltweit 10. Rang mit laut JHU bisher 2.276.371 Infizierten und 61.324 Toten.

Corona-Zahlen: Neue RKI-Fallzahlen für Bundesländer und Landkreise

Das Robert Koch-Institut liefert in seinem Dashboard während der Corona-Pandemie täglich die neuen Fallzahlen – für die gesamte Bundesrepublik, die Bundesländer, aber auch die darunter liegenden Kreise. Hier geht es zum RKI-Dashboard. Das Robert Koch-Institut ist nach eigenen Angaben auf seiner Homepage „das Public-Health-Institut für Deutschland“. Ziel des Instituts: Die Bevöl­ke­rung in Deutschland vor Krank­heiten zu schützen und ihren Gesundheits­zu­stand zu verbessern. Ein Team aus 1100 Menschen, mit 90 verschiedenen Berufen, arbeitet und forscht jeden Tag gemein­sam daran.

Corona Hotspots in Bayern: Höchste 7-Tage-Inzidenz an der Tschechien-Grenze

Die bayerische Grenzregion zu Tschechien hat bundesweit nach wie vor die höchsten Corona-Neuinfektionszahlen. Nach den am Samstag veröffentlichten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) lag der Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth mit 254 Infektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen (7-Zage-Inzidenz: 352,6) in Deutschland an der Spitze. Es folgten laut RKI:
  • der Landkreis Hof mit einem Wert von 293 (7-Zage-Inzidenz: 309,1)
  • der Stadtkreis Hof mit 137 (7-Zage-Inzidenz:299,0)
  • der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge mit 216 (7-Zage-Inzidenz: 297,3).

Welche Stadt- und Landkreise haben eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50

In immer mehr Regionen in Deutschland geht die Kennzahl laut RKI unter den angestrebten Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Während es am Freitag, den 5.2. noch insgesamt 74 Kreise unterhalb dieses Wertes waren, vermeldet das Robert Koch-Institut heute am Samstag, den 6.2.21 bereits insgesamt 81 Kreise mit einer 7-Tage-Inzidenz von weniger als 50. Welche Stadtkreise und Landkreise genau liegen aktuell mit ihrer Inzidenz unterhalb des Grenzwertes von 50?

Kennzahlen der Corona-Pandemie: Was Reproduktionszahl, Neuinfektionen, Inzidenz und Co. bedeuten?

Seit Beginn der Corona-Pandemie werden jeden Tag Fallzahlen veröffentlicht, die den Verlauf nachzeichnen sollen. Hier die Erklärung, welche Zahlen was bedeuten.

Reproduktionszahl (R-Wert)

Die Reproduktionszahl - oder kurz R-Wert - beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung ansteckt. Liegt die Zahl über eins, breitet sich eine Krankheit immer weiter in der Bevölkerung aus. Je weiter sie sich von der eins entfernt, desto schneller und bedrohlicher verläuft der Trend. Dabei handelt es sich aber immer nur um eine pauschale bundesweite Lageeinschätzung.
Es gibt außerdem gewisse Ungenauigkeiten durch Meldeverzüge und andere Faktoren. In Deutschland schwankt der Wert nach Schätzungen des RKI derzeit um eins. Nach Angaben der Experten dort gilt das schon als Erfolg und weist darauf hin, dass Gegenmaßnahmen zur Kontaktreduzierung wirken. Diese verringern die Chance, dass ein Infizierter weiterer Menschen ansteckt und drücken so den R-Wert. Sonst könnte dieser durchaus bei drei oder vier liegen.

Neuinfektionen

Der R-Wert allein sagt nicht unbedingt etwas aus über die Dramatik der gesamten Entwicklung. Sie ergibt sich erst aus der Kombination mit der Zahl der täglichen oder wöchentlichen Neuinfektionen. Der Grund ist einfach: Bei gleichem R-Wert macht es einen gewaltigen Unterschied, ob täglich 50.000 Ansteckungen hinzukommen oder einige hundert. Die Ausbreitungsdynamik ist theoretisch gleich, belastet die Kapazitäten der Gesundheitssysteme im Fall der höheren Zahlen allein durch die schiere Masse aber mit wesentlich größerer Wucht.
In Deutschland bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen inzwischen zwischen 12.000 und 30.000 Fällen. Das ist ein extremer Anstieg in relativ kurzer Zeit. Noch Anfang Oktober lag die Zahl der täglich neu gemeldeten Fälle laut RKI bei nur tausend bis 4000. In anderen europäischen Ländern ist die Entwicklung noch dramatischer.

Siebentage-Inzidenz

Die sogenannte Siebentageinzidenz ist ein zentraler Maßstab, um die Infektionsdynamik in einem bestimmten Gebiet zu beurteilen und über Gegenmaßnahmen zu entscheiden. Sie wird in Deutschland auf Gemeinde- oder Landkreisebene erfasst und drückt aus, wie viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen registriert wurden.
Dahinter verbergen sich aber regional unterschiedliche Trends. Als wesentliche Schwelle zur Einführung strengerer Eindämmungsmaßnahmen wurde in Deutschland ein Inzidenzwert von 50 eingeführt, der inzwischen fast flächendeckend aber deutlich überschritten wurde.

Schwere Verläufe und Intensivbettenbelegung

Letztlich entscheiden nicht die Fallzahlen allein darüber, wie gut ein Land die Pandemie bewältigen kann. Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr, ob die Kapazitäten des Gesundheitssystems ausreichen, um die Erkrankten zu behandeln. Deshalb beobachten Experten und Politik sehr genau, wie sich die Zahl der schweren Verläufe und der verfügbaren Behandlungsplätze entwickelt.
Erstere wird vor allem dadurch beeinflusst, wie sich das Virus innerhalb der Risikogruppen verbreitet, bei denen schwere Verläufe viel wahrscheinlicher sind. Besonders genau betrachtet wird die Anzahl der Intensivpatienten, die lebensbedrohlich erkrankt sind. Kapazitäten in diesem Bereich sind immer begrenzt, allein schon mit Blick auf das Fachpersonal.
Die Zahl ist auch noch aus anderem Grund ein wichtiger Maßstab bei Entscheidungen über die Eindämmungsmaßnahmen: Es gibt dabei keine Dunkelziffer. Anders als bei Meldezahlen zu Infektionen, die auch durch Teststrategien beeinflusst werden, gibt es bei den künstlich beatmeten Intensivpatienten in Kliniken keine „Untererfassung“. Zu beachten ist aber ein Zeitverzug von zwei Wochen. So lange dauert es nach einer Ansteckung, bis sich schwere Verläufe einstellen. Die Zahl der Intensivpatienten hinkt der Infektionsdynamik hinterher.

Virologin Brinkmann warnt vor Lockerungen: Impfung gegen Coronavirus reicht nicht - Weitere Lockdowns bis 2022 möglich

Die Virologin Melanie Brinkmann warnt vor einem Ende des Lockdowns Mitte Februar und Lockerungen bei einer . Auch das Impfen reiche nicht. Es drohten Lockdowns bis 2022.

Corona-Zahlen in Deutschland: Wird der Lockdown verlängert? Das sagt Angela Merkel

Knapp eine Woche vor dem nächsten Corona-Treffen von Bund und Ländern ist die weitere Strategie nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) noch offen. Was bei den Beratungen am nächsten Mittwoch herauskommen werde, könne sie noch nicht sagen, sagte Merkel am Donnerstagabend in einem Interview der Sender ntv und RTL. „Weil ich mir angucken muss, wie weit ist das britische Virus schon vorgedrungen.“ Sie warnte vor „falschen Hoffnungen“: „Ich sehe ein leichtes Licht am Ende des Tunnels, aber es ist eine unglaublich schwere Zeit.“
Bei dem Treffen soll entschieden werden, ob der bislang bis zum 14. Februar befristete Lockdown verlängert wird. Noch zuvor will das Robert Koch-Institut (RKI) nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Ergebnisse vorlegen, wie stark sich die Virus-Mutationen in Deutschland verbreitet haben. Die zuerst in Großbritannien entdeckte Variante gilt als besonders ansteckend.
Merkel vertrat die Ansicht, der Scheitelpunkt der zweiten Welle sei überschritten. Die Infektionszahlen gingen deutlich herunter, es werde immer mehr geimpft. Allerdings seien Zielwerte noch nicht erreicht. Man wolle am Mittwoch eine Entscheidung, die auch für die Wirtschaft gut sei. „Wenig Infektionszahlen bedeuten auch eine bessere Situation für die Wirtschaft. Das haben alle Untersuchungen gezeigt.“
In einem Interview mit RTL und NTV sagte Kanzlerin Merkel, dass sie ein "kleines Licht am Ende des Tunnels" mit Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland.
In einem Interview mit RTL und NTV sagte Kanzlerin Merkel, dass sie ein „kleines Licht am Ende des Tunnels“ mit Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland.
© Foto: Sandra Steins/dpa
Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) warnten vor vorzeitigen Lockerungen. Alle seien sich einig, dass als erstes Schulen und Kitas an der Reihe seien, sagte Tschentscher in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. Er sehe aber im Moment noch keinen Spielraum für Lockerungen. Söder mahnte zu Vorsicht, damit kein dritter Lockdown notwendig werde: „Lieber ein Schritt langsamer, als es am Ende wieder zu verstolpern.“
Bund und Länder hatten bei ihren Beratungen am 19. Januar beschlossen, den Lockdown bis Mitte Februar zu verlängern. Restaurants und Bars, Freizeiteinrichtungen sowie viele Geschäfte sollen zumindest so lange geschlossen bleiben. Zugleich wurde aber vereinbart, dass eine Arbeitsgruppe ein Konzept für eine „sichere und gerechte“ Öffnungsstrategie erarbeiten soll.
Inzwischen arbeitet auch Thüringen an einem Corona-Stufenplan. Er solle voraussichtlich kommende Woche vom Kabinett verabschiedet und danach dem Landtag vorgelegt werden, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Thüringen orientiere sich dabei an Schleswig-Holstein und Niedersachsen, die bereits Stufenpläne vorgestellt haben. „Und mir wäre es am liebsten, wenn wir so etwas bundesweit hätten“, sagte Ramelow. „Ich möchte einen verbindlichen Fahrplan für Deutschland.“