• Der Lockdown in Deutschland ist bis zum 7. März verlängert.
  • Die Bundesländer entscheiden eigenständig über die Wiedereröffnung von Schulen und Kitas.
  • In Bayern sollen Grundschulen und Kitas ab dem 22. Februar wieder
  • Gebühren für Kitas sollen weiterhin in Teilen erstattet werden
In Bayern sollen Grundschulklassen ab dem 22. Februar an die Schulen zurückkehren - aber nur im Wechselunterricht und nur in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als 100. Auch Kitas sollen an diesem Termin wieder im eingeschränkten Regelbetrieb öffnen. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einer Videoschalte des Kabinetts in München an.

Video Viele Schulen und Kitas in Deutschland öffnen wieder

Auch Nachbarland Baden-Württemberg will Schulen und Kitas etwa ab dem 22. Februar öffnen.Söder lobte die Beschlüsse der Runde der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin. Es gelte jetzt „Vorsicht mit Perspektive“ oder „Perspektive mit Vorsicht“, je nach Sichtweise. Insbesondere sei auch das Versprechen gehalten worden, Familien eine Perspektive zu geben. Ein konkretes Datum nannte er allerdings nicht.

Gymnasien und Realschulen: Das gilt in Bayern

Zudem sollen nach den Abschlussjahrgängen an Gymnasien und beruflichen Schulen dann auch die Abschlussklassen an Real- und Mittelschulen wieder Präsenzunterricht bekommen. Wann auch für alle anderen Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen wieder Wechselunterricht starten könnte, bleibt dagegen weiter offen.
Bei den Schulöffnungen ist Söder im Ländervergleich zwar nicht vornedran. Der CSU-Chef, der im Anti-Corona-Kampf sonst eng an der Seite der Kanzlerin steht, öffnet aber schneller weitere Schulkassen, als sich das Angela Merkel (CDU) nach eigener Aussage gewünscht hätte. Merkel hatte nach Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch gesagt, sie hätte für Schul- und Kita-Öffnungen erst zum 1. März plädiert.
Bei den Schulöffnungen sind Bayern und Markus Söder nicht vornedran im Ländervergleich Deutschlands.
Bei den Schulöffnungen sind Bayern und Markus Söder nicht vornedran im Ländervergleich Deutschlands.
© Foto: DPA
Andererseits gibt es weitere Öffnungen an den Schulen in Bayern nun erst in der Woche nach den ursprünglich geplanten Faschingsferien. Die kurzfristige Streichung der Ferien hatte Söder Anfang Januar unter anderem damit begründet, dass man in dieser Zeit ausgefallenen Präsenzunterricht nachholen könne. Dies gilt nun also lediglich für die Abschlussjahrgänge an Gymnasien und beruflichen Schulen, die inzwischen wieder Präsenzunterricht bekommen. Die Rücknahme der Streichung der Ferien hatte die Staatsregierung ungeachtet breiter Proteste von Lehrern, Eltern und Schülern wiederholt abgelehnt.

Corona Test für Schüler und Lehrer

Für Schulen und Kitas sind zudem mehr Corona-Selbsttests geplant: Sobald diese zur Verfügung stehen, soll das Personal an Schulen und Kitas damit ausgestattet werden, und zwar für zwei freiwillige Testungen pro Woche. Schülerinnen und Schüler ab dem Alter von 15 Jahren sollen dann ebenfalls einen freiwilligen Selbsttest pro Woche bekommen. Bis dahin soll es regelmäßige Reihentestangebote geben.

Schulen und Kitas in Bayern: Schrittweise Öffnung im Bildungsbereich hat Priorität

Auf dem Corona-Gipfel am 10.02.2021 wurde unter anderem diskutiert, wann die Schulen grundsätzlich wieder geöffnet werden. Das Ergebnis: Für die Öffnung wird es keine bundesweit einheitliche Regelung geben. Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und die Länderregierungschefs vereinbarten bei ihrer Videokonferenz am Mittwoch vielmehr, dass darüber die Länder im Rahmen ihrer Kultushoheit selbst entscheiden.

Kitas in Bayern: Öffnung ab 22. Februar - Gebühren werden teilweise erstattet

Die Kindertagesstätten in Bayern sollen bei einem Inzidenzwert von unter 100 ab dem 22. Februar wieder geöffnet werden. In Regionen, in denen es dann weiterhin nur Notbetreuung gebe, aber auch für Eltern, die aus freien Stücken ihre Kinder nicht in die Betreuungseinrichtungen bringen, sollen die Gebühren vorläufig weiter erstattet werden, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach der Kabinettssitzung in München sagte.

Angela Merkel hätte sich Schul- und Kita-Öffnung erst im März gewünscht

Bundeskanzlerin Angela Merkel hätte sich nach eigener Aussage eine Öffnung von Schulen und Kitas um den 1. März herum gewünscht. Sie habe bestimmte eigene Vorstellungen gehabt, sagte Merkel, aber im Föderalismus gebe es tief verankerte Länderzuständigkeiten und das seien Schule und Kita. „Und da ist es ganz einfach nicht möglich, dass ich als Bundeskanzlerin mich so durchsetzen kann, als hätte ich da ein Vetorecht.“ Deshalb habe man gesagt, die Kultushoheit zähle und die Länder würden das in eigener Verantwortung entscheiden.

Bayerns Kultusminister für rasche Rückkehr zum Präsenzunterricht

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hatte vor dem Gipfel auf eine möglichst rasche Rückkehr zum Präsenzunterricht an Grund- und Förderschulen sowie für alle Abschlussklassen gehofft. „Ich persönlich halte gerade bei den Grundschülern für wichtig, dass alle in absehbarer Zeit wieder in die Schule kommen.“

Faschingsferien 2021 fallen in Bayern aus

Bereits Anfang Januar hatte der Bayerische Landtag entschieden, die Faschingsferien 2021 zu streichen, damit die Schüler wegen Corona ausgefallenen Unterricht nachholen können. Doch zahlreiche Eltern- und Lehrervertreter beklagten, dass die Kinder und Jugendlichen, aber auch die sie betreuenden Eltern sowie die Lehrer diese einwöchige Pause dringend bräuchten. Piazolo teilte aber mit, dass die Entscheidung nicht mehr geändert wird. „Bei den Faschingsferien ist die Position bekannt, da gibt es nichts Neues.“ Es sei keine einfache Entscheidung gewesen, die Ferien zu streichen. Es sei allen bewusst, dass den Schülern und Eltern aber auch den Lehrern derzeit viel zugemutet werde. Aber genau weil viele Eltern und Schüler schon über dem Limit seien, habe sich die Regierung für die Streichung entschieden.

Inzidenz: Weitere Öffnungen erst ab einem 7-Tages-Wert von 35

Bund und Länder sehen die Möglichkeit für weitergehende Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie erst bei einer stabilen 7-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Dann sollten der Einzelhandel, Museen und Galerien sowie Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen wieder aufmachen können. Hier ein Überblick, welche Städte und Landkreise über oder unter diesem neuen Grenzwert sind:

Wegen Corona: Präsenzunterricht bald auch in der Jugendherberge?

Jugendherbergen oder Hotels als Klassenzimmer nutzen – das schlagen zwei bayerische Verbände in der Corona-Krise vor. Der Landesverband im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) und der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband haben dem Freistaat am Donnerstag ungenutzte Gebäude für den Schulunterricht angeboten.
„Das Infektionsgeschehen bleibt selbstredend eine bestimmende Größe für politische Entscheidungen. Gleichzeitig ist es nicht hinnehmbar, dass das Kindeswohl durch Kontaktbeschränkungen und Homeschooling in Gefahr gerät“, sagte DJH-Präsident Klaus Umbach laut einer Mitteilung. Bislang habe das Ministerium entsprechenden Initiativen wie „Schule in Jugendherbergen“ oder „Schule im Hotel“ nur unzureichend Beachtung geschenkt.
In einem gemeinsam unterzeichneten Brief appellieren DJH und der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband an Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler), „schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen aller Jahrgangsstufen und Schulformen ein Höchstmaß an Präsenzunterricht zu ermöglichen.“
Finanziert werden könnte das Vorhaben über einen Sonderfonds für „Schule außerhalb der Schule“. Kultusminister Michael Piazolo hatte in der „Münchner Runde“ des Bayerischen Fernsehens (BR) vom Mittwoch die Einrichtung des Fonds begrüßt, damit mehr Schulen alternative Räume für den Präsenzunterricht anmieten könnten. Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, hatte die Maßnahme vorgeschlagen.
Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler)hat ein Corona-Testkonzept für Schülerinnen und Lehrer angekündigt.
Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler)hat ein Corona-Testkonzept für Schülerinnen und Lehrer angekündigt.
© Foto: Peter Kneffel/dpa

Bayern: Erste Abschlussklassen seit 1. Februar wieder im Präsenzunterricht

Am 1.02.2021 sind die ersten bayerischen Schüler aus Abschlussklassen wieder in den Präsenzunterricht zurückgekehrt. Die Abschlussklassen an Gymnasien sowie Fachoberschulen (FOS) und Berufsoberschulen (BOS) starteten mit dem Wechselunterricht. Weil die Prüfungen der Abschlussklassen bei den Mittelschulen, Realschulen und Wirtschaftsschulen später beginnen als beispielsweise die der Gymnasien, durften deren Schüler noch nicht zurück in die Schule.

Corona Schule Bayern aktuell: Fragen und Antworten zur Schul Öffnung

Wer darf wieder in die Schule?

Seit dem 1. Februar sind Abiturklassen von Gymnasien, Fachoberschulen (FOS) und Berufsoberschulen (BOS) sowie Abschlussklassen beruflicher Schulen, die zeitnah ihre Abschlussprüfungen schreiben, zurück an den Schulen. Am Montag folgen Grundschüler sowie die Abschlussjahrgänge aller anderen allgemeinbildenden Schulen wie Real-, Mittel- und Wirtschaftsschulen. Gleiches gilt für Kinder und Jugendliche, die entsprechende Stufen an Förderschulen besuchen.

Welche Regeln gelten für die Schule in Bayern und gibt es auch Ausnahmen?

In Corona-Hotspots müssen die Schüler weiter von zu Hause aus lernen. Das gilt in Landkreisen, in denen es mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen gibt. Am Mittwoch waren das laut Robert Koch-Institut (RKI) unter anderem die Landkreise Tirschenreuth, Wunsiedel und Passau oder die Städte Hof und Weiden in der Oberpfalz. Stichtag für diesen Wert ist eigentlich der Montag. Die Entscheidung, ob der Präsenzunterricht starten kann, treffen aber die Landratsämter.

Homeschooling, Wechselunterricht, Präsenzunterricht: In welcher Form findet der Unterricht in der Schule statt?

Voraussetzung ist, dass die Kinder mindestens 1,5 Meter voneinander entfernt sitzen. Wo das nicht möglich ist, werden die Klassen aufgeteilt. Die Gruppen kommen dann abwechselnd zum Unterricht - je nach Schule wechseln sich die Kinder tage- oder wochenweise ab. Die einen lernen in der Schule, die anderen zu Hause.

Wie lernen die Kinder, die gerade nicht im Präsenzunterricht sind?

Viele Kinder wurden in den vergangenen Wochen per Videokonferenz unterrichtet. Im Wechselunterricht wird das oft nicht mehr klappen, weil die Lehrer dann mit den Kindern im Klassenzimmer beschäftigt sind. Das Kultusministerium wirbt deshalb bei den Eltern um Verständnis, betont aber auch: „Wir begrüßen einen Live-Stream vom Klassenzimmer in das Elternhaus“. Eine Idee, die vielerorts daran scheitern dürfte, dass die Internetverbindungen der Schulen dafür nicht stabil genug sind.

Welche Regeln gelten in der Schule?

Das Altbekannte: Abstand halten, Hände waschen und desinfizieren, Lüften und Maske tragen. Bei den Lehrern müssen es sogenannte OP-Masken sein. Bei den Kindern reichen wie bisher Alltagsmasken aus Stoff. Das Gesundheitsministerium rät allerdings auch Schülern, den OP-Mundschutz zu tragen, der einen besseren Schutz vor Coronaviren verspricht. FFP2-Masken, wie sie etwa in Geschäften Pflicht sind, sind dagegen nicht erforderlich. Wer will, kann sich trotzdem dafür entscheiden, sollte dann aber die Tragehinweise beachten.

Unter welchen Umständen können sich Schüler vom Präsenzunterricht befreien lassen?

Kinder, für die ein Schulbesuch ein zu großes Gesundheitsrisiko darstellen würde, dürfen mit ärztlichem Nachweis zu Hause bleiben. Auch wer Angst hat, sich in der Schule das Coronavirus einzufangen, kann sich von der Anwesenheit befreien lassen. Ein Anspruch auf Distanzunterricht besteht aber laut Kultusministerium nicht.

Läuft die Notbetreuung weiter?

Ja - allerdings nur, soweit es personell und räumlich möglich ist. Viele Lehrer müssen nun wieder ihre Klassen unterrichten und auch die Räume werden womöglich wieder für den Unterricht benötigt. Zudem seien nun wieder mehr Personen im Schulhaus unterwegs. Aus Gründen des Infektionsschutzes könne die Notbetreuung deshalb unter Umständen nicht mehr wie bisher stattfinden, so das Kultusministerium.

Können nun wieder Klassenarbeiten geschrieben werden?

Ja. Schulaufgaben und andere angekündigte Tests sind wieder möglich. Teilnehmen können aber nur Schüler, die gerade in der Schule sind. Ausnahmsweise darf dafür aber auch die ganze Klasse oder der gesamte Kurs erscheinen, wenn alle im Prüfungsraum 1,5 Meter Abstand einhalten können. Außerdem müsse eine gleichmäßige und angemessene Prüfungsvorbereitung aller Teilnehmer gewährleistet sein. Und zur Beruhigung: Das Ministerium verspricht erst mal eine „Phase des Ankommens“, ohne Schulaufgaben oder Proben.

Werden Schüler und Lehrer auf Corona getestet?

Der Freistaat will Schülern, Lehrkräften und dem Schulpersonal wieder kostenlose Reihentests anbieten. Geplant ist auch, dass sich an den Schulen Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren selbst testen können, regelmäßig und freiwillig. Sobald die Tests zugelassen und verfügbar seien, wolle man eine Strategie dafür entwickeln. Im Rahmen von Pilotprojekten sollen zudem ausgewählte Schulen und Kitas innovative Testmethoden ausprobieren, etwa Gurgel- oder Speichelprobentests.

Wann öffnen die Schulen komplett?

Das hängt vom weiteren Infektionsgeschehen ab, heißt es aus dem Kultusministerium.

Corona Schule Baden-Württemberg: Wann öffnen die Schulen in BW?

Jetzt steht fest, wann die Schulen in Baden-Württemberg wieder öffnen sollen - schrittweise. Zumindest, wenn sich die Corona-Infektionszahlen weiter positiv entwickeln.