Bislang haben in Deutschland knapp 16 Millionen Menschen ihre Grundimmunisierung gegen das Coronavirus auffrischen lassen. Bis Ende des Jahres will die neue Bundesregierung, dass 30 Millionen Impfungen verabreicht wurden – für Erst-, Zweit- und Drittimpfungen. Eine Booster-Impfung senkt das Risiko, an Covid-19 zu erkranken oder zu sterben, deutlich. Für einen ausreichenden Schutz vor der Omikron-Variante des Coronavirus sind nach Angaben der Impfstoffhersteller Biontech und Pfizer drei Dosen ihres Produktes nötig. Beim ersten und zweiten Piks treten bei einigen Menschen Impfreaktionen auf. Viele fragen sich daher: Kommt es auch bei der 3. Impfung zu Nebenwirkungen?

Treten bei der Booster-Impfung andere Nebenwirkungen auf als bei der ersten und zweiten?

Die mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech haben bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eine Zulassung für den Einsatz als Booster-Impfstoff. Bei Moderna wird die halbe Dosis der Grundimmunisierung gespritzt, bei Biontech eine ganze Dosis. Die möglichen Nebenwirkungen einer Auffrischungsimpfung gleichen den Studien zufolge denen, die auch nach den ersten beiden Spritzen auftreten können.

Nebenwirkungen nach der Impfung mit Biontech

Im Aufklärungsblatt zur Schutzimpfung gegen Corona (Grundimmunisierung und Auffrischimpfung) mit mRNA-Impfstoffen informiert das Robert-Koch-Institut über Impfreaktionen durch den Impfstoff von Biontech. Folgende Nebenwirkungen treten bei Personen ab 16 Jahren am häufigsten auf:
  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Ermüdung
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Gelenkschmerzen
  • Fieber
  • Schwellung der Einstichstelle

Studie zu Nebenwirkungen nach Booster-Impfung: Unterschied bei Lymphknoten-Schwellung

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) hat Zahlen zu Nebenwirkungen der Booster-Impfung veröffentlicht. Dabei seien Schmerzen an der Einstichstelle die häufigste berichtete Reaktion nach Verabreichung der Auffrischimpfung. Zu den „systemischen Impfreaktionen“ nach der Auffrischimpfung zählten Abgeschlagenheit (63,7%), Kopfschmerz (48,4%), Muskelschmerz (39,1%), Schüttelfrost (29,1 %), Gelenkschmerzen (25,3 %), Fieber (8,73%), Durchfall (8,7%) und Erbrechen (1,7%). Die Reaktionen seien größtenteils mild bis moderat ausgeprägt gewesen. 83 Prozent gaben zudem lokale Schmerzen an der Injektionsstelle an. Veröffentlicht wurden diese Zahlen im „Epidemiologischen Bulletin“, worin das Robert Koch-Institut offizielle Mitteilungen und wissenschaftliche Arbeiten zu meldepflichtigen Krankheiten herausgibt.
Lymphadenopathien (Schwellung von Lymphknoten) seien nach der Auffrischimpfung häufiger (5,2 %) beobachtet als nach den Impfungen der Grundimmunisierung (0,4 %). Sie waren jedoch meist mild bis moderat ausgeprägt und hielten nur zwischen zwei bis acht Tagen an. Weniger häufig als bei der ersten oder zweiten Impfung klagten die Teilnehmer den Zahlen zufolge über Durchfall. Beim Booster gab es auch weniger Fieber-Meldungen als bei der 2. Impfung.

Nebenwirkungen nach der Impfung mit Moderna

Im Aufklärungsblatt zur Schutzimpfung gegen Corona (Grundimmunisierung und Auffrischimpfung) mit mRNA-Impfstoffen informiert das RKI zudem über die Reaktionen nach einer Impfung mit Moderna. Die am häufigsten berichteten Impfreaktionen in den Zulassungsstudien waren:
  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Müdigkeit
  • Kopf- und Muskelschmerzen
  • Gelenkschmerzen und Schüttelfrost
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Schwellung oder Schmerzempfindlichkeit der Lymphknoten in der Achselhöhle
  • Fieber
  • Schwellung und Rötung an der Einstichstelle

Booster Impfung Nebenwirkungen: Dauer

Die Impfreaktionen, die bei Biontech/Pfizer und bei Moderna auftreten, sind kurzfristig. Meistens treten sie in den ersten beiden Tagen nach der Impfung auf.  In der Regel klingen sie innerhalb weniger Tage wieder ab. Durchschnittlich dauern die hervorgerufenen Symptome nicht länger als drei Tage an. Das geht aus Daten hervor, die dem Paul-Ehrlich-Institut gemeldet wurden.

„SafeVac“-App erfasst nun auch Booster-Impfung

In der „SafeVac“-App lassen sich ab sofort auch eventuelle Nebenwirkungen einer Corona-„Booster“-Impfung erfassen. Die Anwendung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) fragt ihre Nutzerinnen und Nutzer nach jeder Covid-19-Schutzimpfung in bestimmten Zeitabständen ausführlich nach gesundheitlichen Beschwerden.
Das galt allerdings bisher nur für die erste und zweite Dosis der Covid-19-Schutzimpfung. Mit der nun zur Verfügung stehenden neuesten Version der App (Version 2.3.1 für iOS/Android) können Auffrischimpfungen („Booster“) ebenfalls erfasst werden. Ab sieben Tage nach der Booster-Dosis fragt die App einmalig nach dem Gesundheitszustand. Optional können Nutzer weitere Meldungen sechs und zwölf Monate nach der Impfung machen.
Das per App ermittelte Feedback, wie man die Impfung vertragen hat, landet beim PEI. Das Bundesinstitut mit Sitz im hessischen Langen ist für die Überwachung und Sicherheit von Impfstoffen in Deutschland zuständig. Es ist auch der Anbieter der „SafeVac“-App.

Kommt die vierte Impfung ab Sommer 2022?

Die lange stockende Corona-Impfkampagne nimmt allmählich Tempo auf, doch es zeichnet sich bereits ab, dass auch die derzeitigen Auffrischungsimpfungen nicht die letzten sein werden. „Wir rechnen damit, dass im Sommer, spätestens im Herbst eine vierte Impfung nötig sein wird“, sagte Hausärzteverband-Chefs Ulrich Weigeldt der „Bild“-Zeitung (Samstag). Er hoffe darauf, dass die vierte Corona-Impfung dann „schon in Verbindung mit der Grippe-Impfung“ verabreicht werden könne, „um den Schutz vor Corona in eine Routine zu überführen“. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erklärte er rechne damit, dass ab April/Mai Anti-Omikron-Impfstoffe verfügbar sind. Wenn die Delta-Welle bis dahin gebrochen werden und mit dem Boostern eine Omikron-Welle abgewendet werden könne, „kommen wir ganz gut durch“. Auf die Frage, ob später eine vierte Impfung nötig sein könnte, sagte der Minister, es gebe bislang keine Studie mit Anhaltspunkten dafür.

Booster und Testpflicht: Das gilt bei 2G+

Menschen mit einer Booster-Impfung sollen im Regelfall von einer Testpflicht im Rahmen der 2G+ Regel befreit werden - auch wenn diese eigentlich von Geimpften gefordert wird. Das teilte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstagabend nach Beratungen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern mit.