Bayern steuert auf die bislang heißesten Tage des Jahres zu. Bei der Hitzewelle diese Woche könnten die Temperaturen örtlich auf bis zu annähernd 40 Grad steigen. Das bedeutet also weiter bei gleißendem Sonnenschein zu schwitzen, eine richtige Abkühlung ist da auch in vielen Innenräumen nicht mehr geboten. Dennoch müssen die Kinder in Deutschland die Schulbank drücken.
  • Wie sieht es also an den Schulen in Bayern aus – gibt es dort Hitzefrei?
  • Ab wann muss man bei der extremen Hitze nicht in die Schule?
  • Hitzewelle: Welche Regelungen greifen überhaupt?
Alle Infos zu Hitzefrei in der Schule in Bayern gibt es hier.

Ab wann gibt es Hitzefrei in Bayern?

Bayern steuert auf die bislang heißesten Tage des Jahres zu. Für Badegäste und Sonnenanbeter ist das eine Freude, für andere eine Qual und mitunter sogar eine Gefahr. Auch die Konzentration kann stark unter der Hitze leiden. Trotz Klimawandels mit vielerorts steigenden Temperaturen und mehr heißen Tagen gibt es für Bayerns Schüler immer seltener Hitzefrei. „Hitzefrei für alle Schüler einer Schule gibt es nicht mehr“, betonte Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes. Wenn es allerdings im Klassenzimmer eine „Bullenhitze“ gebe und Lehrer sowie Schüler zerfließen, müssten Alternativen zum Unterricht gefunden werden.

Gibt es eine gesetzliche Regelung für Hitzefrei in Bayern?

Eine gesetzliche Regelung zum Freigeben wegen Hitze gebe es nicht, sagte ein Sprecher des bayerischen Kultusministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Entscheidung liege in der Verantwortung der Schulleitungen. Die Beförderung der Schülerinnen und Schüler nach Hause dürfe zudem durch ein früheres Unterrichtsende nicht gefährdet sein. Eine gesetzliche Regelung wünscht sich allerdings der Bayerische Elternverband. Diese würde Schulleitungen Rechtssicherheit geben und somit ermuntern, öfter im Sinne der Kinder zu entscheiden. Mancherorts gelte das Motto: Was nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten. Eine starre Vorgabe, wann es Hitzefrei geben solle, lehnt der Verband allerdings ab.

Ab wie viel Grad ist Hitzefrei zulässig?

Einheitliche Regelungen zum Hitzefrei wurden erstmals vor rund 130 Jahren vom Preußischen Kultusminister Julius Robert Bosse aufgestellt. Wenn das Thermometer um 10 Uhr vormittags und im Schatten 25 Grad zeige, dürfe der Schulunterricht in keinem Falle über vier aufeinanderfolgende Stunden ausgedehnt werden, erklärte er damals in einem Ministerialerlass.
Doch Anspruch auf Hitzefrei hat kein Kind. Die heutigen Regelungen dazu sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich: In Nordrhein-Westfalen beispielsweise heißt es im Gesetz: „Anhaltspunkt ist eine Raumtemperatur von mehr als 27 Grad Celsius, bei weniger als 25 Grad ist Hitzefrei nicht zulässig.“

Darum gibt es weniger Hitzefrei in Bayern

Ursache für die an immer mehr Schulen entfallene Hitzefrei-Regelung gibt es den Angaben zufolge gleich mehrere: So sind immer mehr Schulen mit Klimaanlagen ausgestattet. Auch dürfen die Schülerinnen und Schüler wegen angebotener Halb- und Ganztagsbetreuung nicht mehr einfach so kurzfristig aus Hitzegründen nach Hause geschickt werden.

Wo in Bayern wird es am heißesten?

Am Untermain könnte das Thermometer am Dienstag, 19.7.2022, sogar auf bis zu 38 Grad klettern. Die befürchtete Extremhitze in Bayern werde in den kommenden Tagen ausbleiben. Für Rekorde von 40 Grad werde es wohl nicht reichen, auch wenn die Temperaturen in die Nähe dieser Marke kommen könnten. Die Hitzewelle steuert dem DWD zufolge am Dienstag erst im Westen auf einen Höhepunkt zu, am Mittwoch dann im Osten Bayerns. Heiß soll es aber überall bleiben.